Mädchen im Gewerbe: An der TFBS Lienz gibt es viele Handwerkerinnen

An der Tiroler Fachberufsschule Lienz werden in diesem Schuljahr 343 Lehrlinge unterrichtet. Von diesen sind 123 Lehrlinge weiblich.

Sie kommen aus den Bereichen Handel, Büro, Maurer, Metall und Tischlerei und stammen wie ihre männlichen Kollegen aus allen Teilen Osttirols. Alle Lehrlinge werden im Rahmen der dualen Ausbildung an der Berufsschule in Lienz ausgebildet. In den Berufssparten Handel und Büro sind die Damen traditionell in der Mehrheit, aber auch in den gewerblichen Bereichen Metall und Tischlerei zeigt sich seit ein paar Jahren ein positiver Trend – die Mädchen entdecken immer mehr die Bereiche Metalltechnik und Holzverarbeitung für sich. Die Begeisterung und der Einsatz der Mädchen in der Technik ist hervorragend. Sie müssen in den „typisch männlich besetzten“ Berufen ihr Können und ihre Begabungen beweisen, was ihnen auch sehr gut gelingt. Die Mädchen können ihre Sichtweise, ihre kreative Ader und ihre Social Skills auch in diesen Berufen perfekt ausspielen und sind eine enorme Bereicherung sowohl in den Lehrbetrieben als auch in der Schule.

 

Der Klassenvorstand der Abschlussklasse Metall Ing. Mag. (FH) Christian Blaßnig mit Michelle Rauter, Franziska Neumayr und Karolina Pitterl

 

Aktuell werden in den Metallberufen in vier Fachklassen 100 Lehrlinge ausgebildet, davon 10 Mädchen. In drei Fachklassen der Tischlerausbildung zählt man insgesamt 13 weibliche Lehrlinge, was einem Anteil von 24% an der Gesamtzahl entspricht. Hervorsticht heuer die erste Tischlerklasse, in der sich neun Mädchen für das Handwerk rund um die Holzbearbeitung entschieden haben. Für viele Mädchen spielt das familiäre Umfeld eine wichtige Rolle bei der Wahl der Lehrausbildung. Einige haben über ihren Opa das Handwerk Tischler kennen und lieben gelernt, wie zum Beispiel Lisa-Marie von der Firma Forcher erklärte. Die Werkstatt vom Opa wurde reaktiviert und nun gilt es, dieser neues Leben einzuhauchen. Wenn man die jungen Facharbeiterinnen so hört, kann man die Begeisterung richtig spüren. Diesen Spirit braucht man, um erfolgreich und kreativ zu sein. Gerade jetzt hat das Handwerk ja wirklich „goldenen Boden“. Und so wird es in Zukunft immer öfter lauten: „Ihre Tischlerin macht´s persönlich.“

 

Text: J. Hilgartner, Fotos: TFBS Lienz

07. März 2022 um