Lockdown: Wirtschaftskammer Tirol fordert konkreten Fahrplan für alle Branchen
Die Forderung nach ersten Öffnungen sei erfüllt. Jetzt brauche es laut Präsident Christoph Walser und Obfrau Michaela Hysek-Unterweger auch Planungssicherheit für den Tourismus.
„Die Tiroler Unternehmen haben bisher einen maßgeblichen und für viele von ihnen existenzbedrohenden Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie geleistet. Die eingeforderten und jetzt angekündigten Öffnungsschritte im Handel und bei den persönlichen Dienstleistern sind für uns ein wichtiger Schritt zurück. Gleichzeitig können es nur der erste Schritt sein, denn noch sind unzählige Branchen im Lockdown“, hält der Tiroler Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Walser in einer Reaktion auf die gestern verlautbarten Öffnungsschritte fest.
Die Unternehmen hätten seit Beginn der Pandemie sehr vieles richtig gemacht und sich jetzt gut auf einen Neustart vorbereitet. „Es wurden Präventions- und Sicherheitskonzepte entwickelt und umgesetzt, die sich etwa nicht nur im Handel, sondern im letzten Sommer auch in der Gastronomie und der Hotellerie bestens bewährt haben. Im Handel werden Abstände eingehalten und Masken verteilt, die Dienstleister setzen auf Eintrittstests“, zählt Walser auf. Aktuell würden sich gerade viele Unternehmen auf die betrieblichen Test- und Impfmöglichkeiten vorbereiten.
Walser fordert die Bundesregierung auf, „die Unternehmen rasch in die Test- und Impfstrategie des Bundes einzubinden, um im Kampf gegen Corona endlich weiterzukommen“. Darüber hinaus fordert die Wirtschaftskammer den für Ende Februar versprochenen Fahrplan für die weiteren Öffnungsschritte in der Gastronomie und Hotellerie, den Freizeitbetrieben und den Veranstaltern ein.
Michaela Hysek-Unterweger, Osttiroler Wirtschaftskammer-Obfrau: „Wir brauchen jetzt für alle Branchen Planungssicherheit und Perspektiven. Vor allem auch die UnternehmerInnen im Tourismus brauchen einen klar kommunizierten Fahrplan, insbesondere die Gastronomie-Betriebe haben schließlich längere Vorlaufzeiten.“ Foto: Osttirol heute/Mühlburger
Dass gestern erste Öffnungen für Handel und persönliche Dienstleister angekündigt worden sind, findet auch Michaela Hysek-Unterweger, Obfrau der Tiroler Wirtschaftskammer im Bezirk Lienz, als wichtigen Schritt. „Aber viele Unternehmerinnen und Unternehmer wissen auch jetzt noch nicht, wie es weitergehen soll. Wir brauchen Planungssicherheit und Perspektiven für alle Branchen“, so die Obfrau. Sie betont, dass insbesondere auch die Stimmung in der Hotellerie und Gastronomie derzeit sehr angespannt sei.
„Man hat auch im Sommer gesehen, dass die Gastronomie gut funktioniert, wenn man sich mit Konzepten, was die Corona-Maßnahmen betrifft, gut vorbereitet. In den Tourismusbetrieben hat es kaum größere Cluster gegeben. Wir brauchen jetzt auch für den Tourismusbereich Perspektiven und eine klare Kommunikation. Man hat gemerkt, wie die UnternehmerInnen des Handels und der persönlichen Dienstleistungen gestern aufgeatmet haben, als die Öffnung am 8. Februar angekündigt wurde. Ich bin überzeugt, dass sie sich auf die Maßnahmen – wie Tests und Hygienevorschriften – wieder gut einstellen und mit voller Kraft durchstarten werden“, blickt Michaela Hysek-Unterweger optimistisch in die Zukunft.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: WK Tirol/Die Fotografen, Osttirol heute/Mühlburger