Skischaukel Sillian-Sexten: Weitere Unterlagen zu UVP-Verfahren eingereicht
Die Hochgruben Seilbahnen GmbH will rund 45 Mio. Euro in die Verbindung über den Grenzkamm investieren, die Drei Zinnen AG zusätzlich 15 Mio. Euro auf Südtiroler Seite.
Mit der neuen Verbindung würde das Skigebiet Thurntaler der Schultz Gruppe an Dolomiti Superski, den weltweit größten Skiverbund, angeschlossen werden. Das Projekt betreibt die Hochgruben Seilbahnen GmbH, die zu jeweils 50 Prozent aus der Drei Zinnen AG und den Hochpustertaler Bergbahnen besteht. „Für den Anschluss auf Südtiroler Seite liegt bereits seit September 2020 ein positiver Beschluss vor, allerdings mit der Auflage, dass das UVP-Verfahren auch vom Amt der Tiroler Landesregierung positiv abgeschlossen wird“, erklärte Mark Winkler, Geschäftsführer der Drei Zinnen AG, bei einem Pressegespräch in Sillian, an dem auch Maximilian Schultz, Geschäftsführer der Hochpustertaler Bergbahnen, und Franz Theurl, Obmann des Tourismusverbandes Osttirol, teilnahmen.
Das Gesamtprojekt wurde im September 2021 eingereicht, das UVP-Verfahren läuft bereits. Diese Woche wurden der Behörde ergänzende Unterlagen vorgelegt. „Wir haben in den letzten Wochen mit unseren Sachverständigen die ergänzenden Anträge der Behörde sehr gründlich aufgearbeitet, durch weitere Gutachten ergänzt und termingerecht abgegeben“, erklärte Maximilian Schultz. Mit einer Entscheidung rechnen die Betreiber frühestens 2024. „Für uns zählt Qualität vor Geschwindigkeit. Wir wollen ein regionales Vorzeigeprojekt mit vielen Vorteilen für die Region entwickeln und sind hier in einem guten Austausch mit den Beteiligten und der Behörde. Auch weiteren Optimierungen und Nachbesserungen im Zuge des Verfahrens stehen wir sehr offen gegenüber“, so die Betreiber.
Die Talstation der Gondelbahn auf den Grenzkamm Hochgruben soll mit der Talstation auf den Turntaler auf der anderen Straßenseite mittels Fußgängerbrücke verbunden werden – ähnlich der Straßenüberführung Talstation/Bahnhof in Vierschach.
Auf Osttiroler Seite ist eine 10er-Gondelbahn geplant. Auf einer Länge von rund 900 Metern werden bis zur Mittelstation im Bereich Gchwendt rund 100 Höhenmeter überwunden. Dann führt die Seilbahn auf etwa 4,2 km Länge auf die Hochgruben auf 2.536 Metern Seehöhe. „Für den Eingriff in den bestehenden Naturraum haben wir ein umfangreiches Ausgleichsmaßnahmenkonzept ausgearbeitet. So werden insgesamt 40 Hektar Waldfläche wiederaufgeforstet und über 170.000 Jungbäume gepflanzt. Die bisherige Fichten-Monokultur wird durch einen modernen, klimafitten Mischwald ersetzt und der Wald damit gegen Borkenkäfer und Naturgefahren widerstandsfähiger“, erklärte Maximilian Schultz.
Auch für die Bauphase wurde eine möglichst ressourcenschonende Herangehensweise gewählt. „Hier wird das vorhandene Wegenetz genutzt. Im Zuge dessen werden die Leckfeldalm sowie die Sillianer Hütte an das öffentliche Strom- und Kanalnetz angeschlossen. Aus dem bestehenden Trinkwasserkraftwerk zur Versorgung der Leckfeldalm wird der neue Speichersee gespeist. Es müssen hier keine neuen Quellen erschlossen und keine Leitungen verlegt werden. Wir nutzen die bestehende Infrastruktur bestmöglich und integrieren diese in das Projekt“, so Schultz.
v.l.n.r.: Mark Winkler (Geschäftsführer Drei Zinnen AG), Maximilian Schultz (Hochpustertaler Bergbahnen), Franz Theurl (Obmann Tourismusverband Osttirol)
In hohen Tönen lobte Franz Theurl die geplante Skiverbindung. „Die Realisierung dieses Projekts ist ein Quantensprung für den Tourismus in der Region und eine große Chance, mit dem Angebot der Südtiroler gleich zu ziehen. Es geht dabei schon längst nicht mehr um den Winter, sondern auch um eine Stärkung des Sommertourismus in Osttirol. Wir eröffnen unseren Gästen ein attraktives Ganzjahresangebot vom Großglockner, den Lienzer Dolomiten bis zu den weltbekannten Drei Zinnen. Gleichzeitig schaffen wir den Schulterschluss innerhalb der Europaregion Tirol und verschmelzen den Wirtschaftsraum zwischen Südtiroler und Osttiroler Pustertal.“
Mit dem Projekt wird auch das bereits bewährte Mobilitätskonzept aus Südtirol ausgebaut. „Ein Pistenast führt von der Talabfahrt direkt zum Bahnhof Sillian. Mit dem Ausbau und einer durchgängigen Anbindung an den Pustertal-Bahnexpress ermöglichen wir unseren Gästen künftig eine komplett CO²-freie An- und Abreise“, informierte Mark Winkler.
„Es handelt sich für uns eindeutig um den Zusammenschluss von Skigebieten und keine Neuerschließung. Mit einer Entscheidung rechnen wir frühestens 2024, und der Bau würde zwei Sommer in Anspruch nehmen“, so die beiden Betreiber. Die Hochgruben Seilbahnen GmbH will in das Projekt rund 45 Mio. investieren, die Drei Zinnen AG zusätzlich 15 Mio. Euro auf Südtiroler Seite.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos/Visualisierungen: Hochgruben Seilbahnen GmbH

