Lienz: Wolfshalsband von Brainflash steht vor der Serienreife

Die Herdenschutz-Lösung der Brainflash Patententwicklungs GmbH steht vor der Serienreife. Für die Weiterentwicklung holte sich Michael Eder ein Team der Firma Micado mit ins Boot.

Die Produktentwicklung des Wolfvergrämhalsbandes der Brainflash Patententwicklungs GmbH ist in der Endphase. Um die Entwicklung dieser funktionellen Lösung für den Herdenschutz voranzutreiben, startete Michael Eder schon 2021 eine Kooperation mit der Oberlienzer Firma Micado. Der zuständige Teamleiter, Armin Hofmann, ist mit dem aktuellen Stand der Entwicklung zufrieden: „Wir nennen diesen Stand der Produktentwicklung einen seriennahen Prototyp. Verzögert wurde das Projekt – wie so viele aus diesem Bereich – durch internationale Beschaffungsprobleme, ausgelöst durch die Covid-Krise.“

 

Beim Ausstatten einer Schafherde in Lavant v.l.n.r.: Landwirt Markus Hanser, Hannes Kranebitter (Micado), Landwirt Johann Hanser mit seinem Hirtenhund, Michael Eder (Brainflash), Andreas Dorer (Micado), Thomas Leiter (Micado), Armin Hofmann (Micado) inmitten der Schüler der Projektgruppe/HAK Lienz Jonas Engl, Sandro Santner, Fabian Bergmann und Max Haselmayer

 

Tests an einzelnen Weidetieren fanden bereits über die letzten Monate statt. Mit dieser ersten Kleinserie wird nun die Feldstudie bei Kleinherden eingeleitet. Zwei Schafherden in Deutschland und in Osttirol werden mit Testhalsbändern ausgestattet, die neben der Abwehr-Elektronik auch über hochsensible Druck-Detektoren verfügen. Diese Detektoren liefern Micado eine intelligente Auswertung der natürlichen Bewegungen des Schafes, von seinem Verhalten und möglichen Zugriffen durch den Wolf.

Ziel der lukrierten Daten ist ein ideales Verhältnis von frühzeitigem Auslösen und der optimalen Akkuleistung für den endgültigen Serientyp. „Dieser Test soll uns noch fehlende Daten zu Energiehaushalt und Witterungsbeständigkeit liefern. Parallel arbeiten wir bereits an den Lieferketten für die Komponenten, um eine ökonomische Serienfertigung für die Landwirtschaft aufzuziehen“, so Michael Eder von Brainflash.

 

 

Die Daten werden über die Weidesaison sukzessive ausgewertet, um den Test voranzutreiben. Dazu müssen die Halsbänder der Schafe regelmäßig gewechselt werden. Die Betreuung der Feldstudie in Osttirol übernimmt eine Projektgruppe der Handelsakademie Lienz. Die vier Schüler Fabian Bergmann, Jonas Engl, Max Haselmayer und Sandro Santner nehmen über den Sommer den Wechsel der Bänder bei der Schafherde und fünf Eseln auf der Alm vor und liefern diese dann an Micado zur Datenanalyse.

 

 

Die Testhalsbänder haben CE-Kennzeichnung und entsprechen allen vorgeschriebenen Normen bezüglich des Tierschutzes. Armin Hofmann: „Die Entwicklung wurde an die Energiegrenzen des Weidezaunes angelehnt. Ich nenne das Produkt einen um das Schaf gewickelten Weidezaun, wobei natürlich weder das Schaf noch der Angreifer zu Schaden kommen.“

 

 

Die grundlegende, patentierte Funktion des Abwehrhalsbandes der Brainflash Patententwicklungs GmbH basiert auf dem Verhalten und der Lernfähigkeit von Beutegreifern, die mit Drosselbiss töten. Dazu zählen neben dem Wolf auch der Bär, der Luchs und der Goldschakal. Der Druck des Drosselbisses löst einen Stromschlag im Abwehrband aus, die Spannung ist vergleichbar mit der eines Elektrozauns. Dieser Impuls veranlasst den Angreifer dazu, vom Haus- bzw. Nutztier abzulassen. Der Wolf soll aus diesem Stromschlag „lernen“, ein weiterer Angriff auf Weidetiere unwahrscheinlich werden.

 

 

Die Funktion des Abwehrbandes lässt sich einfach und unkompliziert auf unterschiedliche Größen – passend für alle Nutztierrassen – adaptieren. Das Halsband ist für Nutztiere ungefährlich. Auch der Wolf soll durch die Stromschläge nicht geschädigt, sondern nur abgeschreckt werden. Außerdem ist gefahrloses Hantieren für den Landwirt sichergestellt.

 

Text: Redaktion, Fotos: azett kommunikation

21. Juni 2022 um