Letzter unerschlossener Hof Osttirols hat nun eine Zufahrt
Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit wurde die Zufahrt zum Leitnerhof der Familie Kollnig im Debanttal in Nußdorf-Debant Freitagnachmittag feierlich eröffnet.
„Es ist in der heutigen Zeit schon etwas ganz Besonderes, wenn man eine Zufahrt zu einem Hof eröffnen kann, der bisher nicht mit einem Traktor erreichbar war. Damit ist auch der letzte ganzjährig bewirtschaftete, bislang unerschlossene Bergbauernhof Osttirols über einen Zufahrtsweg erreichbar“, sagte Andreas Pfurner, Bgm. von Nußdorf-Debant, bei seiner Begrüßung. Zur Feierstunde anlässlich der Eröffnung des Leitnerweges am Freitag, 22. September 2017, war auch LH-Stv. Josef Geisler neben Abgeordneten von Bund und Land, Mitgliedern der Bringungsgemeinschaft Steiner-Rader und der Agrargemeinschaft Obernußdorf sowie Anrainern gekommen.
v.l.n.r.: LH-Stv. Josef Geisler, Markus, Florian, Waltraud und Stefanie Kollnig, Bgm. Andreas Pfurner
Rund eine Million Euro hat der 770 Meter lange, einspurig mit LKW befahrbare Weg gekostet. „Der Leitnerweg ist auch Teil der flächenwirtschaftlichen Maßnahmen zur Verbauung des Wartschenbaches, die nach den Murereignissen 1995 und 1997 von der Wildbach- und Lawinenverbauung in Angriff genommen wurden. Die Zufahrt ermöglicht auch die seiltechnische Erschließung der angrenzenden Wildbachgräben und erleichtert die Waldbewirtschaftung“, so Otto Unterweger, Gebietsbauleiter der Wildbach- und Lawinenverbauung Osttirol. „Es handelt sich hier um einen wunderschönen Platz, und ich freue mich, dass Familie Kollnig Mut gezeigt hat und den Hof hier weiterbewirtschaftet. Wir müssen die ländlichen Räume aktiv und vital halten. Infrastrukturprojekte wie dieses sind wichtig, um das zu gewährleisten“, sagte LH-Stv. Josef Geisler.
v.l.n.r.: Otto Unterweger (Gebietsbauleiter Wildbach- und Lawinenverbauung), Florian, Stefanie, Markus und Waltraud Kollnig, LH-Stv. Josef Geisler, Hubert Mühlmann (Leiter Agrar Lienz)
Dass alle nach Kräften zusammengeholfen haben, betonte Bgm. Andreas Pfurner und bedankte sich vor allem auch bei den Grundbesitzern sowie den Agrar- und Bringungsgemeinschaften für die gute Zusammenarbeit. 61% der Kosten trägt der Bund, 22% das Land. Die Gemeinde Nußdorf-Debant, die Agrargemeinschaft Obernußdorf und die Bringungsgemeinschaft Steiner-Rader, in der auch Familie Kollnig Mitglied ist, steuern als Interessenten 17% bei.
Von einem „herausfordernden Projekt“ sprach Hubert Mühlmann, Leiter der Agrar Lienz. „Die Errichtung des Weges und der enorme Fleiß der Familie Kollnig sind ein wichtiger Grundstein zur Sicherung der Bewirtschaftung in diesem Gebiet“, so Mühlmann. Familie Kollnig errichtete am Weg auch ein schönes Wegkreuz inklusive gemütlichem Platz zum Innehalten. Pfarrer Bruno Decristoforo nahm die Segnung vor, und Landwirt Markus Kollnig bedankte sich bei allen, die mitgeholfen haben, dass dieses Erschließungsprojekt verwirklicht werden konnte.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images