Lavant: Neue Hofschlachtstelle für „Dolomitengans & Co” am Simiterhof

Rund 250.000 Euro haben die drei Betreiberfamilien in die neue Hofschlachtstelle investiert. Geschlachtet werden hier Weidegänse, Freilandenten und Wanderhendln.

Ende Juni 2020 haben Klemens und Elisabeth Kreuzer vom Simitierhof in Lavant, Johannes und Sabine Kuenz vom Kuenzhof in Dölsach sowie Johanna und Florian Kuenz vom Oberbacherhof in Lavant mit 300 Weidegänsen ihr Unternehmen „Dolomitengans“ gestartet. Die Dolomitengänse aus dem Lienzer Talboden gehen also schon in die dritte Saison.

Geschlachtet wurden die Tiere bislang mittels eines mobilen Schlachtanhängers aus Nordtirol. „Das war zwar grundsätzlich eine akzeptable Lösung, wir waren aber dadurch sehr wetterabhängig und mit viel Aufwand in der Vorbereitung konfrontiert. Im Vorjahr musste bei acht Terminen die gesamte Schlachtung erledigt werden“, erklärte Klemens Kreuzer bei der Vorstellung der neuen Hofschlachtstelle.

Die Liebe zur Qualität, zur Nachhaltigkeit und vor allem auch zu den Tieren hat in den findigen LandwirtInnen den Entschluss reifen lassen, in eine eigene Hofschlachtstelle zu investieren. „Mit dem Absatz der Gänse sind wir bislang äußerst zufrieden. Regionalität und Qualität liegen uns besonders am Herzen, und so ist unser frisches Geflügel vor allem auch in der gehobenen Gastronomie in Osttirol und Kärnten sehr gefragt. Unsere neue Schlachtstelle hat entscheidende Vorteile für das Tierwohl und die Hygiene. Außerdem ist sie für alle Geflügelarten geeignet. Zusätzlich zu den Weidegänsen halten wir nun auch Freilandenten und Wanderhendln“, erklärte Johannes Kuenz.

 

 

Für die artgerechte Weidehaltung der Tiere sind inzwischen rund sieben Hektar Grünland in unmittelbarer Nähe des Simiterhofes eingezäunt. „Die Nächte verbringen die Tiere im Stall, um sie insbesondere vor dem Fuchs zu schützen. Viel Bewegung und Platz haben sie untertags auf der Weide und können frisches Gras fressen. So wächst das Geflügel langsam heran, was etwa eine doppelt so lange Lebensdauer als bei Intensivmast bedeutet. Zu unserem Qualitätsverständnis gehört auch, dass das Futter zu 100 Prozent aus Österreich stammt“, nannte Johanna Kuenz Details.

Ziel ist es, nach dem „Nose to Tail”-Konzept möglichst alle Teile der Tiere zu nutzen. „Auch die Innereien der Gänse, wie die Leber, das Herz oder das Muskelfleisch des Magens, werden in der Gastronomie gerne verkocht. Die Daunen werden in Decken und Betten verarbeitet, und die langen Federn sind z.B. bei Pfeilbauern sehr gefragt. Um die Daunen der Gänse zu gewinnen, müssen größere Federn händisch sortiert werden. Das braucht natürlich ein geschultes Auge und Zeit“, erklärte Klemens Kreuzer.

Inzwischen ist die Herde von „Dolomitengans & Co“ auf rund 1.000 Gänse, 600 Enten und 800 Hühner angewachsen. „Von Mai bis Weihnachten können wir 14-tägig frische Hühner und Enten liefern. Jetzt im Herbst starten wir mit der Schlachtung der Gänse. So können wir unsere Kundinnen und Kunden ab sofort bis Martini wöchentlich mit frischen Weidegänsen versorgen. Auch zu Nikolo und Weihnachten werden die Gänse natürlich noch erhältlich sein“, so Florian Kuenz abschließend.

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

11. Oktober 2022 um