Konsolidierung als Chance: HELLA investiert in Standorte und innovative Produkte

Nach einem Jahr der Konsolidierung und einem Umsatz von 173 Millionen Euro richtet der Sonnen-, Licht- und Wetterschutzhersteller den Blick nach vorne und stellt mit gezielten Maßnahmen die Weichen für zukünftiges Wachstum.

Österreichs Marktführer für Sonnen-, Licht- und Wetterschutzsysteme HELLA blickt auf ein herausforderndes Geschäftsjahr 2025 zurück. Der Jahresumsatz von rund 173 Mio. Euro ist Ergebnis von tiefgreifenden strategischen Entscheidungen, die zu Konsolidierungen in Marktbearbeitung und der internationalen Vertriebsstrategie geführt haben.

Das vergangene Jahr war für die Baubranche und ihre Zulieferer geprägt von einem verhaltenen Marktumfeld, das nach zwei Jahren in der Talsohle erst langsam wieder Schwung aufnimmt. Für HELLA war die Umsatzentwicklung jedoch auch das Ergebnis tiefgreifender unternehmerischer Entscheidungen. Im Rahmen einer Material- und Sortimentsfokussierung wurde die Herstellung von Produkten für Kundensegmente mit geringen Margen beendet.

Der inzwischen eingestellte Betrieb am Produktionsstandort Duisburg hat im Jahr 2024 noch rund 20 Mio. Euro zum Gesamtumsatz beigetragen. Dieser Teilbereich bestand aus Systemwaren, Komponenten und Aufsatzkästen, die an die internationale Kunststoff-Fensterindustrie geliefert wurden. „Die Entscheidungen 2025 waren alternativlos und eine logische Konsequenz unserer strategischen Organisationsentwicklung. Der niedrigste Umsatz der jüngeren Unternehmensgeschichte muss in Kauf genommen werden, um neues Wachstum zu ermöglichen“, so Andreas Kraler, geschäftsführender Gesellschafter der HELLA Gruppe.

Die Kompensation durch andere Vertriebskanäle, Zielgruppen und Produkte ist angelaufen, schlägt sich jedoch noch nicht in vollem Umfang in den aktuellen Zahlen nieder. Das Geschäftsjahr 2025 fungierte als notwendiges Übergangsjahr der Konsolidierung.

 

Geschäftsführer Andreas Kraler: „Ziel ist es, den Umsatz wieder auf das Niveau der Jahre 2022 und 2023 zu bringen.“

 

Schwerpunkt mit neuem Outdoor Living Produkt

Trotz der aktuellen Marktlage setzt HELLA auf Investitionen in Produktion und Infrastruktur. Ein zentraler Pfeiler dieser Strategie ist die Fokussierung auf den Wachstumsmarkt Outdoor Living. Marktprognosen stützen diesen Kurs: Während die Baubranche weiterhin vor Herausforderungen steht, wird für den Bereich des zusätzlichen Wohnraums im Freien eine Steigerung zwischen vier und 13 Prozent (Studie IMARC und MarketGrowthReports) prognostiziert.

HELLA positioniert sich als Premiumhersteller gezielt in diesem Wachstumssegment. Als Innovationstreiber fungiert hierbei eine neue Generation eines Lamellendachs, das im kommenden April auf einem Launch-Event in Stuttgart erstmalig präsentiert wird. Die modulare Lösung setzt auf Langlebigkeit sowie Reparaturfreundlichkeit und bietet zusätzliche Funktionalitäten wie integrierte Glas- oder Photovoltaik-Elemente.

Effizienzsprung durch Fließfertigung

Ein Meilenstein in der operativen Optimierung ist aktuell die Umstellung auf Fließfertigung am deutschen Standort Werne. Durch diese Art der industriellen Produktionsweise werden Durchlaufzeiten massiv reduziert und kürzere Einarbeitungszeiten für neue Mitarbeiter:innen sichergestellt. Die Basis dafür wurde bereits im Dezember 2025 durch die Anmietung zusätzlicher Fertigungshallen geschaffen. Die Produktions- und Logistikfläche wurde dabei um knapp 35 Prozent erweitert, und es wurde rund eine Million Euro investiert.

Der Umbau bei laufendem Betrieb sicherte nicht nur zusätzliche Kapazitäten für Terrassendächer und Senkrecht-Markisen, sondern ermöglicht durch eine optimierte logistische Anbindung auch eine deutlich beschleunigte Auslieferung.

 

Ein Meilenstein in der operativen Optimierung ist die Umstellung auf Fließfertigung am deutschen Standort Werne.

 

Nachhaltigkeit als ökonomischer Hebel

HELLA verfolgt das Ziel, den eigenen ökologischen Fußabdruck weiter zu minimieren. So produziert die Konzernzentrale in Abfaltersbach bereits heute mehr Energie, als sie verbraucht. Damit der Hauptstandort mehrheitlich energieautark bleibt, realisiert HELLA 2026 weitere Investitionen in die Energieinfrastruktur.

Dazu kommen Investitionen am deutschen Standort Geislingen. Dort investiert der Sonnenschutzspezialist rund 1,5 Mio. Euro in eine Dachsanierung und in Energieeffizienz. Mit einer neuen Photovoltaik-Anlage wird der Standort künftig mehr als ein Drittel seines eigenen Energiebedarfs decken können. Das am Standort der Konzernzentrale definierte Energiekonzept „Energie sparen, erzeugen und speichern“ wird vom Unternehmen laufend auf weitere Standorte ausgerollt.

Mit den jüngsten Maßnahmen bekräftigt HELLA dieses Versprechen und setzt dessen Umsetzung konsequent fort.

Basis für neues Wachstum

Durch die Kombination aus Produktinnovationen, Kapazitätserweiterungen und Energieoptimierung verfolgt HELLA das klare Ziel, innerhalb der nächsten zwei Jahre die Umsatzmarke von 200 Mio. Euro wieder zu überschreiten. „Das klare Ziel, wieder auf das Umsatzniveau unserer stärksten Jahre 2022 und 2023 zu kommen, ist gesetzt. Neues Wachstum gilt als Voraussetzung, um die Unternehmensstrukturen langfristig zu erhalten und weiterhin eine führende Rolle bei Innovationen und Marktanteilen im internationalen Wettbewerb zu spielen“, so Kraler.

 

Text: Redaktion, Fotos: HELLA

18. März 2026 um