Konditorei Stabinger: „Süße Verführungen“ aus den Sextner Dolomiten
Karl Stabinger und seine Söhne Fabian und Oswald betreiben im Südtiroler Bergdorf Sexten auf 1.300 Metern Seehöhe die höchstgelegene Großkonditorei Europas.
Ob fruchtig, cremig oder schokoladig – mit Minitörtchen, Kuchen, Torten und Strudeln hat die Konditorei Stabinger in den letzten drei Jahrzehnten nicht nur den italienischen und österreichischen Markt erobert. „Heutzutage sind vor allem kleine, besondere Mehlspeisen in hoher Qualität gefragt“, betont Oswald Stabinger, der mit seinem Team auf große Vielfalt, Frische und beste Qualität besonderen Wert legt. „Unsere Produkte werden quer durch Mitteleuropa geliefert. Stark vertreten sind wir in der Gastronomie, und im Einzelhandel gehören u.a. Esselunga und Aldi in Italien, Hofer in Österreich, Kaufland in Deutschland oder Dr. Schär, der Marktführer für glutenfreie Produkte, zu unseren Kunden. Einen kleinen Teil liefern wir tiefgefroren auch nach Übersee – in die USA und bis nach Singapur.“
v.l.n.r.: Seniorchef Karl Stabinger, Fabian und Oswald Stabinger, Mitarbeiter Kurt Gatterer
Der Name Stabinger hat in Sexten eine lange Tradition. Seit mehr als 350 Jahren versorgt das Familienunternehmen das Bergdorf in den Dolomiten mit Brot und Kuchen. Bäckermeister Karl Stabinger, der heutige Seniorchef, hat den Betrieb 1992 übernommen, die Bäckerei aufgelassen und sich auf frische, hochwertige Kuchen und Torten spezialisiert. Seine Strategie war erfolgreich, und der Kundenstock wuchs nicht nur in Italien kontinuierlich an.
Mit ihren hochwertigen Kuchen und Torten beliefert die Konditorei Stabinger nicht nur Lebensmittelmärkte und Gastronomiebetriebe in Italien, Österreich, Deutschland, in der Schweiz und in den Niederlanden, sondern sendet ihre süßen Verführungen sogar bis in die USA und nach Singapur.
„Mit unserer Idee, kleine Kuchen und Torten zu backen, konnten wir uns auch im Ausland durchsetzen. Den Startschuss dazu stellte vor mittlerweile 30 Jahren unser Ricottatörtchen dar. Heute produzieren wir vom Südtiroler Apfeltörtchen über das Himbeertörtchen und den Käsekuchen bis hin zur Linzerschnitte oder der Tiramisutorte verschiedenste Mehlspeisen. Sehr beliebt sind unsere vorportionierten Schnitten, die an den Feinkost-Theken von Lebensmittelmärkten erhältlich sind“, berichtet Fabian Stabinger.

Rund 70 Prozent der Produkte aus dem Hause Stabinger gehen heute ins Ausland. 1998 entschloss sich Familie Stabinger dazu, in der Industriezone von Sexten eine neue Betriebshalle zu realisieren. In die Verbesserung der Rezepturen und der Produktionsabläufe wird laufend investiert. 2009 wurde eine eigene Verpackungsanlage installiert. 99 Prozent der Verpackungen werden heute vor Ort produziert und damit unnötige Transportkilometer vermieden.
Nachhaltigkeit beweist die Firma Stabinger auch in Sachen Energie, wobei man hier seit Jahren um eine autarke Stromerzeugung bemüht ist. Dank der High-Tech-Produktionsanlage ist der Familienbetrieb auf jeden Fall in der Lage, pro Stunde rund 3.800 Törtchen und 1.800 Laufmeter „Strudelini“ aus den Backöfen zu holen. Hinter der Marke Stabinger stehen neben Seniorchef Karl und seiner Frau Martina sowie den beiden Söhnen Fabian und Oswald insgesamt 42 MitarbeiterInnen, darunter einige Meisterkonditoren. „Wir setzen in unserem Betrieb vor allem auf bewährte Fachkräfte. Kurt Gatterer ist beispielsweise schon 37 Jahre für uns tätig“, streicht der Seniorchef die langjährige Firmenzugehörigkeit seines Mitarbeiters hervor.

Zum Unternehmen gehören auch die Stabinger Bar im Ortszentrum von Sexten, in der die eigenen süßen Köstlichkeiten zum Kaffee angeboten werden und so manche Abend-Veranstaltung stattfindet, eine eigene Tischlerei sowie der Stabinger Hof. „Im Bereich unseres Bauernhofes haben wir fünf Chalets gebaut, in denen unsere Gäste mit atemberaubender Aussicht auf die Dolomiten ihren Urlaub genießen können. Die Philosophie dahinter ist, im Sinne der Nachhaltigkeit unseren Gästen hier nur Lebensmittel aus der eigenen Produktion anzubieten. So können sie z.B. ihr Frühstücksei direkt aus dem Hühnerstall holen. Neben Hennen, Haflingerpferden, Walliser Schwarznasenschafen und Passeirer Gebirgsziegen halten wir auch viele andere Tiere, die besonders bei Kindern beliebt sind. Das Holz für die Chalets kommt aus dem eigenen Wald, große Teile der Inneneinrichtung haben wir in unserer Tischlerei selbst hergestellt“, so Oswald Stabinger, der die Landwirtschaft als seine große Leidenschaft bezeichnet.

Seniorchef Karl Stabinger pflegt übrigens auch ein ausgefallenes Hobby: Zusammen mit Partnern betreibt er eine Helikopter-Firma. Im Keller der Betriebshalle baut Paolo, ein Pensionist aus Italien, gerade den Prototypen für einen Ultraleicht-Helikopter, den er selbst entwickelt hat. 2015 wurde der Slogan „Cake it easy“ kreiert, um verstärkt junge Generationen anzusprechen. Damit will Familie Stabinger auch der Unternehmensphilosophie, in der Dynamik, Energie und Lebensfreude zentrale Punkte sind, Ausdruck verleihen. Zu dem Slogan passt auch das jüngste Firmen-Projekt – das Stabinger Cream Team – hervorragend dazu. Die Konditorei Stabinger unterstützt damit junge Sportler, wie z.B. Freestyler Moritz Happacher oder Jonas Bacher, Nachwuchshoffnung im italienischen Skiteam.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Stabinger, Christian Tschurtschenthaler




