„Kollektiv Zukunft”: Neue Impulse für das Mölltal
Obervellach hat wie viele Orte im ländlichen Raum mit Abwanderung zu kämpfen. Mit dem Verein „Kollektiv Zukunft“ haben Lukas Patschg und Susanne Keuschnig eine Plattform geschaffen, die kreative Projekte in die Region bringt.
„Obervellach und das Mölltal stehen – wie viele ländliche Regionen – vor großen Herausforderungen: Bevölkerungsrückgang, Leerstände und die Frage nach neuen Perspektiven. Genau hier setzen wir an“, erklärt Vereinsobmann Lukas Patschg, der 2022 gemeinsam mit Susanne Keuschnig die Initiative „Kollektiv Zukunft“ gegründet hat. „Wir möchten mit kreativen und gemeinschaftsorientierten Lösungen Impulse geben – für junge Menschen, Selbstständige und Rückkehrer:innen.“
Lukas Patschg
Der Verein setzt dabei auf sechs zentrale Schwerpunkte: Bildung und Co-Working (Angebote am Land, flexible Arbeitsräume wie „ahoi“ und Netzwerkformate), Zuzug und Startups (Förderung von Firmenansiedelungen, Fachkräfteakquise), Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft (digitale Vermarktung, neue Gastro-Konzepte), Tourismus und Workation (Regionsmarketing, innovative Produkte, Arbeit und Urlaub in Kombination), Ortsbelebung (Leerstandmanagement, Pop-Up-Aktivierungen, kreative Ortsgestaltung) sowie Handwerk und Holzwirtschaft (Besucherwerkstätten, Manufakturen 2.0, Nachwuchsarbeit).
Der Co-Working-Space „ahoi“ ist Büro, Vereins-Treffpunkt und Andockstelle zugleich.
Erste Projekte: „ahoi“ und „Am Sand“
Mit dem Co-Working-Space „ahoi“ mitten im Ortszentrum von Obervellach konnte der Verein bereits die erste Infrastruktur schaffen. Der moderne Arbeitsraum bietet nicht nur flexible Plätze für Selbstständige, Kreative und Rückkehrer:innen, sondern ist auch ein Ort der Begegnung und des Austauschs. Hier sollen neue Ideen, Kooperationen und Projekte, die das Mölltal beleben, entstehen. „Unser Co-Working-Space ist Büro, Vereins-Treffpunkt und Andockstelle zugleich – ein Platz, an dem Menschen arbeiten, sich vernetzen und die Zukunft der Region mitgestalten können“, erklärt Susanne Keuschnig.
Im Sommer 2025 folgte die Auftaktveranstaltung „Am Sand“ – ein Pop-Up-Projekt mitten im Ortskern. „Es war eine Art City Beach. Unser Bestreben war es, mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen und über unsere Vision eines Innovationshubs zu informieren“, so Lukas Patschg.
Das Pop-Up-Parkplatzl „Am Sand“ im Ortskern von Obervellach
Innovationshub mit Fokus Handwerk
Das große Ziel des Vereins ist die Etablierung eines Innovationshubs. Innerhalb dieses Hubs liegt der Fokus auf dem Fachkräftemangel im Handwerk. „Wir wollen Fachkräfte durch Workation-Angebote aus urbanen Regionen ins Mölltal holen und zugleich junge Menschen durch Besucherwerkstätten für Handwerk und Lehre begeistern. Wir versuchen, Obervellach und die Region als einen attraktiven Ort zum Leben und Arbeiten zu etablieren – mit Innovationskraft sowie Möglichkeiten zum Netzwerken und einer starken Gemeinschaft.“

Aufbrechen in unbekannte Gewässer
Das Motto des Vereins spiegelt die Haltung wider: mutig neue Wege gehen, Brücken bauen und Netzwerke schaffen. „Es geht um neue Projekte und Produkte. Wir wollen die Region innovativ und resilient gestalten“, erklärt Lukas Patschg die Intention. Das „Kollektiv Zukunft“ arbeitet eng mit der Abteilung Orts- und Regionalentwicklung des Landes Kärnten sowie mit der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft zusammen. „Sie unterstützen uns in unserer Vision, die weit über Obervellach hinausreicht – hin zu einem ländlichen Innovationsnetzwerk für ganz Oberkärnten“, so Patschg weiter.
„Wir wollen eine Bühne für Lösungen sein“, ergänzt Susanne Keuschnig. Netzwerkpartner sind neben Privatpersonen auch Vereine, Organisationen und KMUs. „Obervellach soll stärker als Sehnsuchtsort positioniert werden. Leerstände sollen kreativ bespielt und neue Räume für Arbeiten, Leben und Netzwerken installiert werden.“ Damit versteht sich das Kollektiv Zukunft nicht nur als Impulsgeber für einzelne Projekte, sondern als Motor für Transformation im ländlichen Raum.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Kollektiv Zukunft


