„KLAR!“: Osttiroler Gemeinden werden zur Klimawandel-Anpassungsmodellregion
Rund 70 VertreterInnen aus Politik, Ämtern, Kammern und Wirtschaft nahmen an der Auftakt- und Info-Veranstaltung am Dienstag, 20. Feber, im Kultursaal Debant teil.
Bereits im Dezember 2022 haben alle 33 Gemeinden des Bezirkes Lienz auf Initiative des Regionsmanagements Osttirol (RMO) beschlossen, sich gemeinsam als Region auf die Klimaänderung vorzubereiten und den Auftrag für die Erstellung eines sogenannten Anpassungskonzeptes beauftragt.
„KLAR!” ist ein Programm des Klima- und Energiefonds, das rund 90 österreichische Regionen dabei unterstützt, mit den sich verändernden klimatischen Bedingungen und den daraus resultierenden Herausforderungen, wie beispielsweise Hitze oder Starkregen, bestmöglich umzugehen. Dabei sollen Probleme umsichtig und ohne negative Auswirkungen auf andere Bereiche gelöst, Schäden durch Klimafolgen vermindert und sich ergebende Chancen optimal genützt werden.
Einzigartig in ganz Österreich ist die Tatsache, dass alle 33 Gemeinden des Bezirks Lienz in den vergangenen Monaten den Grundstein für das Anpassungskonzept der KLAR! Region Osttirol (https://klar-anpassungsregionen.at/regionen/klar-region-osttirol) gelegt haben. Die darin integrierten 10 Maßnahmen wurden im Zuge der Auftaktveranstaltung am Dienstag, 20. Feber, vom beauftragten Planungsbüro Raum|Schmiede den lokalen Entscheidungsträgern vorgestellt.

Auftaktveranstaltung der KLAR! Region Osttirol
Von der Projekteinreichung über Teamsitzungen der drei Planungsverbände, Abstimmungsgesprächen mit Akteurinnen und Akteuren in der Region und der Festlegung von Themenschwerpunkten folgte ein längerer Weg, bis schließlich die Projektgenehmigung durch den Fördergeber gelang. Rund 70 VertreterInnen aus Politik, Ämtern, Kammern und Wirtschaft nahmen an der Informationsveranstaltung im Kultursaal Debant teil. Als ExpertInnen mit dabei waren Dr. Georg Kaser, Wissenschaftler und Leitautor des IPCC, sowie Mag. Franziska Weineiss, KLAR! Managerin der Nockregion. „Viele der Herausforderungen in den Gemeinden sind dieselben, und es ist leichter, diese gemeinsam zu meistern“, so die Empfehlung der KLAR! Managerin.
Best Practice im Bereich Klimaschutz und Klimawandelanpassung
Die Osttiroler Gemeinden engagieren sich schon seit einigen Jahren und versuchen, sich an veränderte klimatische Verhältnisse anzupassen. „Best Practice Beispiele lassen sich auf vielen Ebenen finden, in der regionalen Energieerzeugung, der Kreislaufwirtschaft, der Renaturierung, im Wald, aber genauso im Bereich Heizen (Fernwärme) oder der Mobilität (Klimaticket, regionale Radkonzepte, Mobilitätszentrum Lienz, Stellplatzbewirtschaftung)“, so die TeilnehmerInnen der Podiumsdiskussion rund um Bgm. Georg Rainer, Obmann des Abfallwirtschaftsverbandes Osttirol.
Prof. Dr. Georg Kaser arbeitete zweimal als Leitautor am IPCC mit, dem Weltklimarat der Vereinten Nationen, dem 2007 gemeinsam mit Al Gore der Friedensnobelpreis verliehen wurde.
„Jugend spricht mit“
Ein zentrales Anliegen war auch die Einbindung junger Menschen. Von allen informierten Schulen haben 16 engagierte Jugendliche die Gelegenheit wahrgenommen, mit Prof. Dr. Georg Kaser über Klimaänderung und Bewältigungsmaßnahmen am Campus Lienz zu diskutieren. Als Ergebnis liegen nun zukunftsweisende Ideen zu den Maßnahmen vor, die ebenfalls in das Konzept aufgenommen wurden.
Osttirol als Vorzeigeregion
Resümee der Veranstaltung war, dass in Sachen Klimawandel-Anpassung in Osttirols Gemeinden in den vergangenen Jahren schon vieles erfolgreich aufgebaut wurde. Nun gehe es darum, dieses Wissen auszubauen und dafür Sorge zu tragen, die bereits umgesetzten Projekte erfolgreich weiterzuführen bzw. bestmöglich in bestehende (Wertschöpfungs)strukturen zu integrieren. Klimawandelanpassung soll nicht als „add on“, sondern als integrativer Bestandteil der Regionalentwicklung verstanden werden. „Unserem Lebensraum verpflichtet, müssen die Regionen dafür Verantwortung übernehmen und die Herausforderungen gemeinsam annehmen. Wenn das gelingt, ist eine lebenswerte Zukunft (noch) möglich“, meint Prof. Dr. Georg Kaser.
Text: Redaktion, Fotos: AWV Osttirol