Kals am Großglockner: WWF begrüßt Abweisung des Kraftwerksprojekts Haslach

Das Land Tirol lehnt das Kraftwerksprojekt am Kalserbach im Naturschutzverfahren ab. Für den WWF ist eine intakte Flussstrecke wesentlich in der Klima- und Biodiversitätskrise.

Die Naturschutzorganisation WWF Österreich begrüßt die Entscheidung der Tiroler Landesregierung, die Kraftwerkspläne am Kalserbach – einem Zubringerfluss der Isel – naturschutzrechtlich abzulehnen. „Die Absage an die hoch problematischen Kraftwerkspläne am Kalserbach bestätigt die hohe ökologische Bedeutung des Isel-Gletschersystems. Diese Entscheidung ist besonders in Zeiten der Klima- und Biodiversitätskrise ein wichtiges Zeichen, dass eine Zunahme an erneuerbarer Energie nicht auf Kosten der Natur gehen darf”, sagt Bettina Urbanek, Gewässerschutz-Expertin beim WWF Österreich.

Ein nächster konsequenter Schritt sei jetzt ein besserer Schutz für den Kalserbach und die anderen Flüsse des Isel-Gletscherflusssystems sowie ökologische Verbesserungsmaßnahmen.

„Es braucht auch konkrete Festlegungen von Schutzgütern, Schutzzielen und Haltungsmaßnahmen für das Naturschutzgebiet. Das Iselgebiet zählt neben dem Tiroler Lech und dem Tagliamento in Oberitalien zu den letzten drei Gebieten im Ostalpenraum, in denen die Ufertamariske noch in hoher Anzahl vorkommt. Dazu kommen weitere geschützte und gefährdete Tier- und Pflanzenarten, die in der natürlichen Wildflusslandschaft des Isel-Systems zuhause sind: etwa Fischarten wie die Koppe, der Huchen oder die Äsche, Vogelarten wie der Uferläufer und der Regenpfeifer, aber auch Fledermäuse wie die europaweit gefährdete Kleine Hufeisennase. An der internationalen Bedeutung des Gebietes für den Naturschutz besteht kein Zweifel“, heißt es in einer Aussendung des WWF.

 

Text: Redaktion, Foto: Marianne Götsch/WWF

16. Mai 2024 um