Jahresbericht AMS Lienz: Arbeitslosigkeit beinahe wieder auf Vorkrisen-Niveau

Die Arbeitslosenquote lag mit 6,8 % nur knapp über dem Rekordtiefststand von 6,5 % im Jahr 2019. In den Sommermonaten wurde sogar Vollbeschäftigung erreicht.

„2021 war der Arbeitsmarkt im Bezirk Lienz geprägt von Lockdowns sowie starker Nachfrage nach Arbeits- und Fachkräften quer durch alle Branchen. Kurzarbeit wurde in verringertem Maße in Anspruch genommen“, berichtet Doris Batkowski, Leiterin des AMS Lienz. So lag die Arbeitslosenquote 2021 in Osttirol mit 6,8 Prozent nur knapp über dem Rekordtiefststand von 6,5 Prozent im Jahr 2019. In den Sommermonaten Juni bis September wurde im Bezirk Lienz sogar Vollbeschäftigung erreicht (ab unter ca. vier Prozent – nach nationaler Definition).

„Der seit Jahren positive Trend am Arbeitsmarkt wurde durch die Pandemie nur kurz gebremst. Die Nachfrage nach Arbeitskräften war 2021 sehr hoch, und die Zahl der unselbstständig Beschäftigten hat sich wieder auf Vor-Krisen-Niveau eingependelt“, freut sich die AMS-Leiterin.

Im Jahresschnitt gab es 1.438 Arbeitslose (minus 433) und 19.819 unselbstständig Beschäftigte (Plus 411). Am meisten Arbeitslose waren im Jänner 2021 beim AMS Lienz gemeldet (2.896), am wenigsten im September (672).

3.095 Stellen waren 2021 beim AMS Lienz gemeldet, das bedeutet ein Plus von 791 Stellen oder 34,3 Prozent. 309 offene Lehrstellen waren gemeldet (+ 47 Lehrstellen gegenüber 2020).

Kosten der Arbeitslosigkeit 2021

21,767 Millionen Euro wurden vom AMS Lienz 2021 für Arbeitslosengeld, Notstandshilfe und Übergangsgeld aufgewendet, 2,338 Mio. Euro weniger als 2020. 5,869 Mio. Euro wurden für aktive Arbeitsmarktpolitik ausgegeben (Aus- und Weiterbildung, Unterstützung zur Aufnahme einer Beschäftigung sowie sonstige Unterstützungsleistungen und Beihilfen).

2.497 Mitarbeiter*innen in 352 Betrieben befanden sich 2021 in Kurzarbeit. 2020 – im ersten Jahr der Pandemie – waren es noch 8.613 Mitarbeiter*innen in 628 Betrieben. 5,229 Mio. Euro wurden 2021 beim AMS Lienz an Kurzarbeitsbeihilfe ausbezahlt (2020: 25,811 Mio. Euro).

Den positiven Entwicklungen des Jahres 2021 zum Trotz bleiben laut Doris Batkowski für 2022 noch viele Herausforderungen bestehen: „Der hohe Arbeits- und Fachkräftebedarf, der immer noch verhältnismäßig hohe Anteil an Langzeitarbeitslosen, der demografische Wandel, Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und die hohe Inflation beschäftigen uns derzeit stark.“

 

Text: Redaktion, Foto: Sabine Kelz

06. April 2022 um