Jägertag: „Druck auf die Natur und das Wild steigt!“

Mit der Abschusserfüllung zufrieden zeigten sich  die Osttiroler JägerInnen bei ihrer Bezirksversammlung – Nutzung der Natur für Freizeit und Sport als größte Herausforderung.

An diesem Wochenende findet in der Dolomitenhalle in Lienz die Trophäenschau der Bezirksstelle Lienz des Osttiroler Jägerverbandes statt. Am Samstagvormittag, 9. April, lud Bezirksjägermeister Ing. Martin König zur Bezirksversammlung, die von der Jagdhornbläsergruppe Kartitsch musikalisch umrahmt wurde. „Die Witterung im vergangenen Herbst mit ungewöhnlich wenig Schnee war für das Wild zwar sehr positiv, für die Abschusserfüllung aber nicht gerade leicht. Trotzdem können wir mit einem Abschuss von 90% beim Gamswild, 78% beim Rehwild und 67% beim Rotwild durchaus zufrieden sein“, so König in seinem Bericht. Insgesamt wurden 4.476 Stück Schalenwild (darunter sechs Muffel) abgeschossen, der Gesamtabgang lag bei 5.130 Tieren.

 

Bezirksjägermeister Ing. Martin König: „Die Natur sollte nicht nur als Freizeitpark, sondern insbesondere auch als Lebensraum von Tieren gesehen werden."

Bezirksjägermeister Ing. Martin König: „Die Natur sollte nicht nur als Freizeitpark, sondern vor allem auch als Lebensraum von Tieren gesehen werden.“

 

Rund 164.000 Hektar macht in Osttirol die bejagbare Fläche aus, es gibt 147 Jagden und 22 Hegebezirke. 1.845 Jagdkarten und 680 Jagdgastkarten wurden im Jagdjahr 2015/2016 ausgestellt. 53 „Jungjäger“ traten zur Jagdprüfung an, 39 davon haben bestanden. „Ab 18 Jahren kann man zur Prüfung antreten. Es gibt viele Junge, die die Prüfung machen, aber auch viele über 60-Jährige. Der älteste Kandidat war diesmal 77 Jahre alt, auch neun Frauen machten die Ausbildung“, berichtete der Bezirksjägermeister.

 

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Als größte Herausforderung bezeichnete er die verstärkte Nutzung der Natur durch Freizeitsportler. „Der Druck auf die Natur – und damit auch auf das Wild – wird immer größer. Damit wird auch die Abschusserfüllung immer schwieriger. Das betrifft vor allem das Rotwild als sensibelste Wildart. Das Rehwild kann besser mit Änderungen und Eingriffen umgehen“, betonte König. Auf dem ersten Projekt im Bezirk betreffend Skitourenlenkung im Villgratental könne man gut aufbauen. „Diese Maßnahmen der Lenkung der Freizeitsportler – wie zum Beispiel eine sanfte Beschilderung – sollten auch auf andere Täler ausgedehnt werden. Wir Jäger haben sehr gute Erfahrungen damit“, so König. Großer Wert wurde im Berichtsjahr auch auf die Aus- und Weiterbildung gelegt. „Zum Beispiel haben wir die Wildbret-Verwertung thematisiert. Das ist ein wichtiges Thema auch für unser Image, weil es um ein hochwertiges Produkt und um Wertschöpfung geht. Mit Berno Mühlburger als neuen Stadtmarkt-Wirt wurde hier ein wichtiger Schritt gesetzt“, so Martin König.

 

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Die Trophäenschau läuft heute Samstag noch bis 19.00 Uhr. Am Sonntag, 10. April, kann man die Trophäen von 9.30 bis 16.00 Uhr bestaunen. Von 11.30 bis 15.30 Uhr sorgen die Mödris Musikanten bei einem Frühschoppen für Stimmung, und die Kinder können von 12.30 bis 15.30 Uhr in der Halle unter Aufsicht klettern.

 

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images

08. April 2016 um