Innos GmbH zog Bilanz über sechs Monate Arbeit

Sechs Betriebsansiedlungs-Projekte sind konkret, ein neues Unternehmen mit drei Arbeitsplätzen in der Anfangsphase eröffnet im April 2017 im Defereggental.

Im Juli 2016 wurde in Osttirol die Innos GmbH gegründet. Die Gesellschaft mit dem ehrenamtlichen Geschäftsführer Dr. Richard Piock hat das Ziel, den Standort Osttirol weiterzuentwickeln, neue Betriebe anzusiedeln und bestehende Unternehmen in ihrer Innovationskraft zu stärken. Das jährliche Budget beläuft sich auf 330.000 Euro. Finanziert wird die Gesellschaft je zur Hälfte vom Land Tirol und von regionalen Unternehmen. Am Freitagvormittag zog Richard Piock bei einem Pressegespräch Bilanz über ein halbes Jahr Innos und stellte den neuen Vorsitzenden des Beirates, Prof. Dr. Gottfried Tappeiner vom Institut für Wirtschaftstheorie, -politik und -geschichte an der Uni Innsbruck, vor.

Geschäftsführer Dr. Richard Piock: „Wir von der Innos wollen eine Umgestaltung des Denkens in Bewegung setzen. Eine Region lebt von der Wertschätzung der eigenen Bevölkerung. Es geht aber nicht nur um ein verbales Bekenntnis zur Region, sondern vor allem um ein materielles, nämlich in Form von Tun.“

„Die Innos wurde nicht nur gegründet, um Unternehmen in Osttirol anzusiedeln, sondern auch um bestehende Betriebe im Innovationspotenzial zu stärken, damit die Wertschöpfung und die Beschäftigung gesteigert, der Wohn- und Arbeitsraum attraktiviert und damit die Abwanderung möglichst verhindert werden kann“, so Richard Piock einleitend.  Es gäbe in Osttirol laut Piock eine Vielzahl kleiner innovativer Unternehmen, es mangle aber hauptsächlich auf der Vertriebsebene. „Wir unterstützen die Betriebe sowohl im Formulieren von Förderanträgen, als auch in der Erstellung von Businessplänen. Wir wollen einen strategischen Weg aufzeigen, um die Produkte besser am Markt zu platzieren“, erklärte der Geschäftsführer.

Prof. Dr. Gottfried Tappeiner: „Osttirol ist eine spannende Aufbruchswelt mit günstigen Voraussetzungen für die lokalen Kreisläufe. Der Trend zur Regionalität und zu spezialisierten Betrieben kommt peripheren Regionen sehr entgegen.“

Vier Projekte seien bisher abgeleitet worden. In einem haben sich Handwerksbetriebe zu einer Plattform zusammengeschlossen und entwickeln einen Online-Shop und eine gemeinsame Marke. Im „Club der Innovationen“ arbeiten die Gesellschafter der Innos eng mit der Universität zusammen, um das Potenzial – vor allem was Praktikumsarbeitsplätze betrifft – zu heben. „Im Rahmen eines anderen  Projektes unterstützen wir drei Unternehmer bei ihren Innovationsvorhaben durch die Ausarbeitung von Forschungsprojekten sowie durch Patent- und Marktrecherche. Für fünf Unternehmen, die sich verändern und wachsen wollen, entwickeln wir Szenarien für die nächsten fünf bis zehn Jahre“, so Piock.

In Sachen Neuansiedlung von Betrieben gäbe es sechs konkrete Projekte. „Wenn alle verwirklicht werden, würden in Osttirol 150 neue Arbeitsplätze entstehen. Ein neuer Betrieb, der sich mit Effektiven Mikroorganismen (EM) und deren Einsatz im Umweltschutz beschäftigt, wird im kommenden April in Hopfgarten i.Def. eröffnet. Zu Beginn werden dort drei Mitarbeiter tätig sein. In Virgen siedelt sich ein Betrieb aus dem Bereich diätische Lebensmittel an – ein Joint Venture zwischen einem Osttiroler und einem italienischen Unternehmen“, nannte der Geschäftsführer konkrete Betriebsansiedlungen.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

 

20. Januar 2017 um