INNOS GmbH: Fachkräftemangel, Innovation und Digitalisierung im Fokus

Kurt Matzler, Professor für Strategisches Management an der Universität Innsbruck, hat den Beiratsvorsitz der INNOS GmbH übernommen. „Mutig in die neuen Zeiten“ lautet das Motto der Gesellschaft in wirtschaftlich turbulenten Zeiten.

Im Anschluss an ihre Generalversammlung am Mittwoch, 30. Oktober, lud die INNOS GmbH zu einem Medientermin in die Wirtschaftskammer Lienz. Dabei wurde auch der neue Beiratsvorsitzende Kurt Matzler vorgestellt. „Die INNOS wurde gegründet, um den Bezirk neu zu denken und Impulse zu setzen, welche die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung vorantreiben. Der Fokus liegt dabei auf Initiativen und Projekten in den Bereichen Innovation, Digitalisierung und Nachhaltigkeit“, so Geschäftsführer Reinhard Lobenwein einleitend.

Wirtschaftslandesrat Mario Gerber ging auf die aktuelle wirtschaftliche Situation ein. „Die Wirtschaft steht unter Druck – insbesondere auch die Industrie. Der Fachkräftemangel und die ausufernde Bürokratisierung sind große Herausforderungen. Wir brauchen im Bund große Reformen, und dazu ist es nötig, schnell eine neue Regierung zu bilden. Die INNOS beweist, dass in Osttirol der richtige Weg eingeschlagen wurde. Dies zeigt sich auch daran, dass die Technologieförderprogramme von den Unternehmen hervorragend angenommen werden“, erklärte der Landesrat.

René Schmidpeter hat seine Funktion als Beiratsvorsitzender Ende 2023 zurückgelegt, interimistisch wurde er von Hannes Theurl vertreten. „Die Unternehmen schaffen mit Arbeitsplätzen die Lebensgrundlage für unsere Familien. Wir brauchen nicht nur eine größere Anzahl an neuen Arbeitskräften, sondern insbesondere auch Fachkräfte mit den richtigen Fähigkeiten. Österreich ist eine von nur 14 Regionen in Österreich, die das MINT-Qualitätslabel tragen. Mir ist es wichtig, dass insbesondere bei jungen Menschen das Interesse an MINT-Themen und den damit verbundenen beruflichen Chancen möglichst früh geweckt wird“, betonte Theurl.

„If you can dream it, you can do it“, heißt der Leitspruch von Dr. Kurt Matzler, Professor für Strategisches Management an der Universität Innsbruck und Leiter des Executive MBA-Programms am MCI, der nun die Funktion des Beiratsvorsitzenden der INNOS GmbH übernommen hat. „In den letzten Jahren war ich oft privat in Osttirol und habe die Menschen und die beeindruckende Natur schätzen gelernt. Besonders faszinierend finde ich auch die wirtschaftliche Entwicklung mit einigen herausragenden Unternehmen, die als Leuchttürme dienen“, so Matzler. Ihm reicht es nicht, sich nur auf den Weg zu machen, er verfolgt auch als Extremsportler Ziele. So wurde er heuer Ultracycling-Weltmeister und ist Solo-Finisher des Race Across America, das als härtestes Radrennen der Welt gilt. 2022 beendete er das Rennen als Sechster in der Gesamtwertung.

 

Beiratsvorsitzender Kurt Matzler: „INNOS ist für mich eine echte Erfolgsgeschichte, und ich bin beeindruckt, wie viel das kleine, engagierte Team in zentralen Zukunftsthemen leistet. In den kommenden Jahren stehen neue Herausforderungen an, die Themen Innovation, Digitalisierung und Nachhaltigkeit bleiben aber wichtig. Ich freue mich darauf, gemeinsam darüber nachzudenken, welche Akzente hier gesetzt werden können.“

 

Über das „High Performance Mindset“ – so lautet auch der Titel seines neuen Buches – berichtete Kurt Matzler Mittwochabend im Werk der Brüder Theurl GmbH in Assling über seine Teilnahme am Race Across America 2022 und die wesentlichen Prinzipien und Strategien, die ihn immer wieder zu außergewöhnlichen sportlichen und beruflichen Erfolgen führen.

In Osttirol bleibt die Verfügbarkeit von Arbeitskräften ein Dauerbrenner. Die INNOS GmbH hat deshalb im Rahmen des laufenden Projekts „Innovation & Karriere“ eine umfassende Arbeitsmarktstudie in Auftrag gegeben, aus deren Ergebnissen entsprechende Schlussfolgerungen gezogen und konkrete Maßnahmen abgeleitet werden, um Arbeitskräfteangebot und -nachfrage noch besser miteinander in Einklang zu bringen.

„Der Arbeitsmarkt in Osttirol hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt. Während die Arbeitslosenrate noch vor ein paar Jahren bei rund 10 Prozent lag, hatten wir Ende September 2024 mit einer Quote von 3 Prozent praktisch Vollbeschäftigung. In den nächsten 10 Jahren fehlen in Osttirol etwa 1.300 Arbeitskräfte. Mit der Jobmesse Osttirol wollen wir Fachkräfte für unsere Unternehmen gewinnen. Um der Nachfrage Rechnung zu tragen, ist Zuzug unbedingt notwendig“, erklärte Wirtschaftskammer-Bezirksstellenleiter Johann Kollreider.

Der Gründer:innen HUB Osttirol wurde 2022 als Workshop-Reihe ins Leben gerufen. Das entsprechende LEADER-Projekt lief zur Jahresmitte aus. „An einer Fortsetzung der erfolgreichen Reihe wird mit regionalen Partnern gearbeitet. Wir brauchen in unserer Region Menschen, die etwas unternehmen und ihre eigenen Geschäftsideen zum Leben erwecken. Mit Workshops zum Themenkreis Unternehmertum und Start-ups wollen wir insbesondere auch junge Menschen ansprechen“, so Kollreider.

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

31. Oktober 2024 um