Holzbaupreis Tirol 2019: Zwei Osttiroler Objekte erhielten Anerkennungspreise

Das Haus Unterrainer von Miriam und Leonhard Unterrainer in Thurn und das Giatlahaus von Martin Steinlechner in Innervillgraten erhielten Anerkennungspreise.

Der Holzbaupreis ist eine Auszeichnung für das angemessene Bauen mit dem Werkstoff Holz im Spannungsfeld von Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Dabei spielen die regionale Wertschöpfung, das Handwerk, die Baukultur und nicht zuletzt der Umgang mit dem Ressourcen eine wesentliche Rolle. „Wenn man eine Flut von Holzbauten der letzten Jahre vorgeführt bekommt, verzerrt dies kurz die Gewichtung im Vergleich zum gesamten Bauvolumen im Land, wo der Holzbau nach wie vor die Möglichkeit für mehr Präsenz hat. Aber es zeigt deutlich auf, wie sinn- und qualitätsvoll der heimisch nachwachsende Werkstoff Holz die unterschiedlichen Lebensräume und Arbeitswelten bereichert”, so Markus Klaura, Vorsitzender der vierköpfigen Jury des Holzbaupreises Tirol 2019. Zur Einreichung eingeladen haben proHolz Tirol gemeinsam mit der Kammer für ZiviltechnikerInnen sowie Arch+Ing Tirol und Vorarlberg.

 

Das Giatlahaus in Innervillgraten

 

Auszeichnungen erhielten das Bildungshaus St. Michael in Pfons, das Dorfhaus Steinberg, die Aromapflege in Lechaschau, Qwstion in Reith bei Seefeld und die mobile MotoGP Energy Station. Mit dem Giatlahaus in Innervillgraten und dem Haus Unterrainer in Thurn sind zwei Osttiroler Holzbauten unter den 13 Objekten, die einen Anerkennungspreis erhielten.

 

Haus Unterrainer, Thurn

Eine geschwungene Form mit neuen, konstruktiven Ansätzen

„Die Würdigung einer innovativen Weiterentwicklung der Brettsperrholztechnik in Richtung freier Formen ist der Jury eine Anerkennung wert. Der Einsatz einseitig geschwungener Platten eröffnet neue konstruktive Ansätze, die in ihren Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft sind. Durch die gebogenen Brettsperrholzplatten gelingt eine harmonische Einbindung des Gebäudes in die leichte Hanglage.”

Bauherr: Miriam und Leonhard Unterrainer, Thurn
Planung, Statik und Ausführung: Holzbau Unterrainer, Ainet

 

Giatlahaus, Innervillgraten

Die Idee – ein Blockbau im Blockbau – wurde in traditioneller Handwerkskunst umgesetzt

„Die Erhaltung der traditionellen Bauten in unserer Kulturlandschaft ist ein wichtiges Thema. Dies geschieht am sinnvollsten, indem man sie nutzt. Da sich die Anforderungen geändert haben, verändert man die Häuser, was im gegebenen Fall gut gelungen ist. Die Idee – ein Blockbau im Blockbau – wurde in traditioneller Handwerkskunst umgesetzt. Dadurch gelingt es, die Anforderungen für das Wohnen auf den neuesten technischen Stand zu bringen, und das trotz Einhaltung der denkmalpflegerischen Sorgfalt.”

Bauherr: Martin Steinlechner, Innsbruck
Architektur: Madritsch Pfurtscheller, Innsbruck
Ausführung: Alpiner Holzbau Frank Bürkle, Virgen

 

Text: Redaktion, Fotos: Martin Lugger (Haus Unterrainer), Lukas Schaller (Giatlahaus)

31. Januar 2019 um