Holzbau Unterrainer in Ainet: Sägebox setzt neue Maßstäbe
Die bereits wiederholt mit Auszeichnungen bedachte Holzbaufirma ließ im heurigen Jahr mit der Inbetriebnahme eines europaweit einzigartigen Sägewerks erneut aufhorchen.
Mit zahlreichen innovativen Bauten hat Leonhard Unterrainer seit der Gründung des Unternehmens vor 17 Jahren bereits für Aufsehen gesorgt. Das Spektrum reicht, um nur einige Beispiele zu nennen, vom „Ufogel“, einem Vorbild der heutigen Generation von Tiny Häusern, über den Prototypen einer Biwakschachtel oder Doppelbrücken-Konstruktionen für deutsche Autobahnen bis hin zum modularen Baumhaus „Bert“, das vom Pinzgauer Holzbaubetrieb Maier aus den gebogenen Wandelementen von Holzbau Unterrainer errichtet wurde. Möglich wurden die Rundformen und geschwungenen Holzelemente durch eine Erfindung von Leonhard Unterrainer, der dafür 2008 mit dem Tiroler Jungunternehmerpreis ausgezeichnet wurde. Sein „Radiusholz“ bildet die Lösung für gestalterische und statische Problemstellungen, die vorher dem Holzbau Grenzen aufgezeigt hatten.
Sich produktiv, nachhaltig und gestalterisch mit dem Baustoff Holz zu beschäftigen – das ist die Passion des Unternehmers Leonhard Unterrainer.
„Wir sind das einzige Unternehmen in Europa, das eine gebogene Brettsperrholzplatte schnell und kosteneffizient herstellen kann. Die Radiusplatte ist sowohl für den privaten Hausbau als auch für Museen und Opern oder moderne Bürogebäude geeignet und kann mit hohem Vorfertigungsgrad erzeugt werden“, informiert der Firmenchef. „Die Platten gibt es natürlich auch in gerader Form. Alle unsere Objekte basieren auf diesen mehrschichtig aufgebauten Elementen, die im Bereich von Wand, Decke und Dach zum Einsatz kommen.“

Begonnen hat der gebürtige Iseltaler und gelernte Zimmerer 2006 mit zwei Mitarbeitern. Heute zählt die Holzbau Unterrainer GmbH 40 MitarbeiterInnen und damit zu den größten Handwerksbetrieben in der Region. Seit 2013 befindet sich der Firmenstandort in Ainet. Auf dem rund 1 Hektar großen Gelände wurde 2016 eine zusätzliche Lagerhalle errichtet. 2018 folgten die Erweiterung der Produktionshalle auf 1.600 m² Fläche sowie die Realisierung eines neuen Bürogebäudes.

Die Idee zur neuen „Sägebox“, die 2023 in Betrieb ging, entstand im Zusammenhang mit einer Entwicklung am Holzmarkt vor einigen Jahren. „Die Preise schnellten in die Höhe und es war beinahe unmöglich, Holz geliefert zu bekommen. Die Sägewerke waren ausgelastet und neue Lieferanten nicht zu gewinnen“, erinnert sich Leonhard Unterrainer zurück. So machte er sprichwörtlich aus der Not eine Tugend und entwickelte das Konzept eines eigenen, kleinen Sägewerks. Zwei Jahre wurde geplant, konstruiert und an Details getüftelt, bis sich das Ergebnis schließlich mehr als sehen lassen konnte.

Die neue Sägebox sichert auf einer Fläche von nur 400 m² und gesteuert bzw. betrieben von nur einem Mitarbeiter genau das, wofür herkömmliche Sägewerke Unmengen an Platz sowie ungleich mehr Mitarbeiter benötigen. „Mit der Sägebox können wir unseren Jahresbedarf an rund 10.000 m³ Schnittholz für den Massivholzbau nun selbst zur Gänze decken“, freut sich der heute 43-jährige Unternehmer über das Einmann-Sägewerk, das weltweit das erste dieser Größenordnung und damit einzigartig ist. Die Technologie, die hinter der Innovation steckt, ist CNC-gesteuert. Bis auf das Entrinden der Baumstämme durch einen Mitarbeiter laufen alle weiteren Arbeitsvorgänge in hochentwickelter und -technologisierter Eigenregie ab.

„Die CNC-Fräsanlage läuft automatisch. Eine Software entscheidet, welche Bearbeitungsweise die optimalste ist. Damit ist der größtmögliche Ertrag aus den beschickten Baumstämmen garantiert“, so der Osttiroler, der einen weiteren Vorteil der neuen Anlage herausstreicht: „Das Holz für die Brettsperrholzplatten muss weder lange gelagert noch getrocknet, sondern kann direkt nach der Anlieferung verarbeitet werden.“ Stolz ist Unterrainer auch darauf, dass die Transportwege so kurz wie möglich gehalten werden können. „Unser Holz stammt fast ausschließlich aus dem Bezirk Lienz. 2023 haben wir die für uns notwendigen Kontingente vor allem von Anbietern aus Nikolsdorf und dem Osttiroler Oberland bezogen.“

Die Zukunft des Holzbaues sieht Leonhard Unterrainer abschließend positiv. „Aktuell liegen die Holzpreise wieder auf dem Niveau der Vor-Coronazeit. Mit Holz zu bauen, kann man sich also wirklich wieder leisten!“, lässt er wissen und verweist auf die Vielfältigkeit des Angebotes seines Unternehmens. „Wir sichern Häuslbauern und jenen, die aufstocken wollen, ein attraktives Komplettpaket – von der Planung bis hin zur Montage vor Ort. Unser Angebot umfasst das gesamte Zimmereigeschäft, von Dachstühlen, über ganze Holzhäuser und Aufstockungen, Tiny Häuser bis hin zu Hallenbauten und vielem anderen mehr. Für Informationen und Anfragen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.“
Text: Redaktion, Fotos: Martin Lugger