Holzbau Hofer aus Nikolsdorf gewinnt „Holzbaupreis Kärnten“ für Drauforum

Neben dem Holzbaupreis für das Drauforum in Oberdrauburg erhielt die Holzbau Hofer GmbH auch Auszeichnungen für Projekte in Mallnitz und Lendorf.

Der Holzbaupreis Kärnten wird alle zwei Jahre von proHolz Kärnten und dem Architektur Haus Kärnten ausgeschrieben. Im Rahmen des Wettbewerbs 2023 wurden zwölf Bauten ausgezeichnet. Die beiden Hauptpreise gingen an das Drauforum in Oberdrauburg und den Gewerbebau „Arbeiten im Hof“ in Pörtschach. Die Preisträger wurden am Donnerstag, 19. Oktober, im Architektur Haus Kärnten in Klagenfurt bekanntgegeben.

 

v.l.n.r.: Christoph Kulterer (CEO Hasslacher Gruppe), Christian Hopfgartner (1. Vize-Bgm. Oberdrauburg, Mitarbeiter Holzbau Hofer), Ing. Gregor Fehlmann (Holzbau Hofer), Architektin Eva Rubin, Architekt Florian Anzenberger, Bgm. Stefan Brandstätter (Oberdrauburg), Siegbert Pucher (2. Vize-Bgm. Oberdrauburg), Martin Lackner (Amtsleiter Oberdrauburg, Bgm. Heiligenblut)

 

82 Bauten wurden eingereicht, aus denen die Jury die Preisträger kürte. Holzbaumeisterin Birgit Maier aus Salzburg, Architekt Peter Riepl aus Oberösterreich und Anton Kraler, assoziierter Professor am Arbeitsbereich Holzbau der Universität Innsbruck, bewerteten die eingereichten Objekte und nominierten 19 Bauten. Sie vergaben schließlich zwei Holzbaupreise, drei Auszeichnungen und vier Anerkennungen.

 

Für das Einsatzzentrum Mallnitz erhielt Holzbau Hofer eine Auszeichnung.

 

In der Kategorie Export, in der Kärntner Unternehmen und Planungsbüros Bauten einreichen konnten, die sie außerhalb ihres Bundeslandes realisiert haben, wurden eine Auszeichnung und zwei Anerkennungen verliehen. Die beiden Holzbaupreise waren mit je 3.500 Euro dotiert, die vom Kärntner Energiedienstleister Kelag zur Verfügung gestellt wurden.

Die Firma Holzbau Hofer GmbH aus Nikolsdorf erhielt neben dem Holzbaupreis für das Drauforum in Oberdrauburg Auszeichnungen für das Einsatzzentrum Mallnitz und das Gemeinschaftshaus Hühnersberg in Lendorf.

 

Ausgezeichnet wurde Holzbau Hofer auch für das Gemeinschaftshaus Hühnersberg in Lendorf.

 

HOLZBAUPREIS FÜR DAS DRAUFORUM IN OBERDRAUBURG

Planung: Architekturbüro Eva Rubin
Tragwerksplanung: Bauingenieure | Lackner | Egger | ZT GmbH
Ausführung: Holzbau Hofer GmbH
Seiwald Bau GmbH
Bauherrschaft: Marktgemeinde Oberdrauburg

Jurybegründung:
Mit großer Sensibilität und gestalterischer Sicherheit gelingt Außergewöhnliches. Ganz selbstverständlich fügt sich der Neubau in das historische Zentrum von Oberdrauburg. Bei näherer Betrachtung erkennt man die wohlkalkulierte, entspannte Modernität des Hauses. In Verbindung mit dem Umfahrerhaus, das mit besonderer Feinheit revitalisiert wurde, entsteht ein vielschichtiges Ensemble. Abwechslungsreiche Raumsequenzen bieten ein eindrückliches Erlebnis.
Je nach deren Möglichkeiten werden unterschiedliche Materialien eingesetzt. Kein dogmatisches Entweder-Oder, sondern eine stimmige, gut austarierte Melange. Nicht nur konstruktive Eigenschaften spielen bei der Wahl eine Rolle, es scheinen auch Tradition, emotionale Potentiale wie Haptik etc. bestimmende Kriterien zu sein.
Eine großartige Holz-Dachkonstruktion verleiht dem großen Saal sein außergewöhnliches Gepräge. Ergänzt durch eine raffinierte Lichtführung, teils gestreut durch ein fein gesponnenes Ziegel-Gitterwerk, entsteht eine besondere Atmosphäre. Innen und Außen bilden ein variantenreiches, spannungsvolles Wechselspiel.

Mit diesem ausgeklügelten Haus hat Oberdrauburg einen besonderen Kristallisationspunkt gewonnen. Es belegt, welche einzigartigen Möglichkeiten die kreative wie präzise Verwendung von Holz bietet.

 

AUSZEICHNUNG FÜR DAS GEMEINSCHAFTSHAUS HÜHNERSBERG IN LENDORF

Planung: Hohengasser Wirnsberger Architekten
Tragwerksplanung: Bauingenieure | Lackner | Egger | ZT GmbH
Ausführung: Holzbau Hofer GmbH
Bauherrschaft: Gemeinde Lendorf

Jurybegründung:
Ein großer (Ent-)Wurf, der mit sympathischer Unbefangenheit realisiert wurde. Sehr lustvoll zu erleben in einer Zeit voll von glattgebügelten Routinen und eine stimmige Antwort auf die besondere „pionierhafte“ Situation.
Hoch droben auf 1.000 Meter, im steilen Gelände, behauptet sich das Feuerwehrhaus bravourös zwischen vereinzelten alten Bauernhäusern und verwitterten Scheunen. Vertikal aufgerichtet und mit einem gegen den Hang geneigten Pultdach präsentiert sich der neue Bau dementsprechend stolz. Er bildet die kommunikative Mitte des weit verstreuten zweiten Ortsteils von Lendorf.
Das steil abfallende Gelände erlaubt es, zwei der drei Geschosse unmittelbar von außen zu begehen, die Feuerwehr im massiven Sockelgeschoss und das Gemeinschaftshaus aus Holz darüber. Räumliche Verschränkungen, Durchblicke sowie gezielte Ausblicke öffnen und bereichern das Innenleben.
Der Schlauchturm wurde ins Bauwerk integriert und ist erst auf den zweiten Blick durch die Vertikal-Lamellen an der Fassade erkennbar. Nichts dominiert, alles ist eins, das ist durchaus eine der konzeptionellen Stärken des Entwurfs.

 

AUSZEICHNUNG FÜR DAS EINSATZZENTRUM MALLNITZ

Planung: Hohengasser Wirnsberger Architekten
Tragwerksplanung: ZT Wolfgang Steiner
Ausführung: Holzbau Hofer GmbH
Bauherrschaft: Gemeinde Mallnitz

Jurybegründung:
Das Einsatzzentrum (für Feuerwehr und Bergrettung) in Kombination mit dem zukünftigen Gemeindezentrum als Gesamtkonzept für ein neues Zentrum im Ort.
Das Einsatzzentrum, ein Hybridbau aus Stahlbeton und Holzmassivbau, wird über zwei Zugänge bespielt. Der Zugang zu den Gruppenräumen und Büros an der Längsseite des Gebäudes kommuniziert mit dem zukünftigen Gemeindezentrum und bildet einen Raum für gemeinsame Aktivitäten. Die Zu- und Ausfahrt der Einsatzfahrzeuge ist um 90 Grad versetzt und ermöglicht eine schnelle und direkte Zufahrt bei Einsätzen zur Bundesstraße. Im Inneren gibt es klare und übersichtliche Raumzuteilungen für die jeweilige Einsatzorganisation und trotzdem die Möglichkeit der gemeinsamen Nutzung.
Als besonders kann bei diesem Gebäude hervorgehoben werden, dass der Einsatz des Materials Holz entsprechend der Nutzung eingesetzt wird. Im Bereich der Lagerung von Einsatzmaterialien und der Einsatzfahrzeuge wird das Material Holz einfach und reduziert auf die benötigte statische Konstruktion, entsprechend Werkstätten und Garagen, eingesetzt. Die Ausführung in den Aufenthalts- und Gruppenräumen entsprechen hingegen der Qualität von Wohn- bzw. Büroräumlichkeiten.
Die Auszeichnung besteht darin, dass das Holz materialgerecht, reduziert und entsprechend der Nutzung eingesetzt wird. Auch die Eingliederung in das Umfeld kann als gelungen bezeichnet werden.

 

Text: Redaktion, Fotos: Elias Bachmann, Stefan Brandstätter

02. November 2023 um