Heinfels: Loacker kämpft für bessere Öffi-Anbindung
Der Betriebsrat und das Unternehmen versuchen schon länger, zusätzliche Busverbindungen zwischen Lienz und Heinfels zu erreichen. Diese wurden bis heute nicht umgesetzt. Konkret geht es um Verbindungen vor 6.00 Uhr und nach 22.00 Uhr.
Zu einem Pressetermin lud Sabine Walder, Betriebsratsvorsitzende des Waffelherstellers Loacker in Heinfels, am Donnerstag, 23. April. Unterstützt wurde sie vom gewerblichen Geschäftsführer Gerhard Figl und Mitarbeiter Lukas Prautzsch.
„Hier bei unserem Werk wurde eine Bushaltestelle errichtet – und man hat uns zusätzliche Busverbindungen zwischen Lienz und Heinfels zugesagt. Im Herbst 2024 wurden konkrete Gespräche mit dem ÖPNV (öffentlicher Personennahverkehr) und dem VVT (Verkehrsverbund Tirol) geführt – mit dabei war damals auch noch der damalige Loacker-Geschäftsführer Frank Hess. Wir haben sogar schon einen Vordruck des Fahrplans für die neuen Verbindungen geliefert bekommen und Tafeln für die Haltestelle. Umgesetzt wurde bis heute nichts“, erklärte die Betriebsrätin.
Vor allem für die Bediensteten im Schichtdienst würden die fehlenden Busverbindungen ein massives Problem darstellen. „Konkret geht es darum, dass es für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Früh vor 6.00 Uhr und in der Nacht nach 22.00 Uhr keine Möglichkeit gibt, das Unternehmen mit Öffis zu erreichen. Wir wünschen uns eine Pilotphase von zwei bis drei Jahren. Die Firma Loacker wäre auch bereit, dafür einen finanziellen Beitrag zu leisten“, erklärte Gerhard Figl.
Laut Sabine Walder hätte der zuständige Verkehrslandesrat René Zumtobel im vergangenen September mitgeteilt, dass „jetzt Mittel vom Land für dieses Projekt frei wären“. „Die Gemeinden von Lienz bis Heinfels sind jedoch nicht bereit, einen Beitrag zu leisten – es geht um rund 100.000 Euro pro Jahr“, berichtete die Betriebsratsvorsitzende.
Die Firma Loacker beschäftigt in Heinfels derzeit rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – viele davon pendeln mit dem PKW täglich zwischen Lienz und Heinfels. Einer von ihnen ist Lukas Prautzsch. „Ich fahre seit 14 Jahren mit dem Auto von Lienz zur Arbeit nach Heinfels und wieder zurück – das sind 12.000 bis 15.000 km jährlich. Mein Hauptdienst ist zwar zwischen 8.00 und 17.00 Uhr – manchmal arbeite ich aber auch im Schichtdienst. Ich würde mich über diese geforderten Busverbindungen sehr freuen“, erzählte er.
Die vollständig errichtete Haltestelle beim Loacker-Werk bezeichnete Walder als „Geisterbushaltestelle“. „Eine Zufahrt über das Gewerbegebiet beim Hofer wäre problemlos möglich. Konkret geht es uns um eine Verbindung vor 6.00 Uhr und nach 22.00 Uhr. Das Potenzial ist schwierig zu schätzen, aber ich glaube, dass wir einen Bus in der Früh und einen in der Nacht vollbringen würden“, erklärte Gerhard Figl.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Osttirol heute/Mühlburger


