Hannes Stocker: Der kreative Holzbaumeister aus Assling
Mit 21 Jahren hatte Hannes Stocker bereits den Meisterbrief in der Sparte Holzbau in der Tasche. Die Zimmerei Stocker in Thal-Wilfern baute er in den letzten Jahren kontinuierlich aus.
Als planender Bau- und Holzbaumeister setzt die Zimmerei Stocker hochwertige und ökologische Fertigteilhäuser genauso um wie individuelle Zu- und Umbauten, landwirtschaftliche Wirtschaftsgebäude oder große Hallen. Etwas ganz Besonderes sind die innovativen Gebäude aus dem Hause Stocker, wie beispielsweise das Stocker ModulHaus, eine Art Tiny House in einem Stück.

„Seit 15 Jahren arbeite ich nun schon in diesem Gewerbe – und das regelmäßig bis in die Nacht hinein. Untertags bin ich vor allem mit Kundenkontakten und Beratungsgesprächen beschäftigt. Bei den meisten Projekten habe ich auch die Bauleitung über. Mich fasziniert es sehr, wenn in relativ kurzer Zeit etwa ein großes Futterhaus montiert werden kann, und so bin ich oft und gerne auf den Baustellen unterwegs. Am Abend, wenn alle Mitarbeiter aus dem Haus sind, finde ich dann die Ruhe zum Planen, Organisieren oder für den einen oder anderen kreativen Gedanken an zukünftige Entwicklungen“, berichtet er.

Hannes‘ Großvater Josef hat den Zimmereibetrieb 1934 in Assling gegründet. 1987 übernahm nach kurzer Unterbrechung Ing. Karl Stocker den Betrieb. Hannes, der heutige Firmenchef, hat im Unternehmen die Zimmerer-Lehre absolviert und 21-jährig die Meisterprüfung abgelegt. 2018 stieg er als Geschäftsführer in den Betrieb ein. Die Firmenübernahme erfolgte im Jahr 2020.

Die Energie, die Begeisterung und natürlich auch das planerische und organisatorische Talent des jungen Unternehmers waren die Basis dafür, dass die Firma in den letzten Jahren stetig gewachsen ist. Aktuell arbeiten für den „AUFSTOCKER“ 20 MitarbeiterInnen. Einen wichtigen Meilenstein stellte die Inbetriebnahme der Montagehalle im Ausmaß von 600 m² im Vorjahr dar. „Die alte Halle war für die Herstellung der Fertigteile einfach zu klein geworden. Gleichzeitig haben wir einen neuen Spänesilo mit einem Fassungsvermögen von 350 Kubikmetern errichtet“, berichtet der Unternehmer über die jüngsten Investitionen.

Auch in den Fuhrpark der Zimmerei wird laufend investiert. „Ich habe ein Faible für Spezialtransporte. Mit unserem LKW mit Anhänger samt gelenkten Achsen und Wechselpritschen können wir die Teile eines ganzen Stockwerkes zur Baustelle transportieren. Unser 30-Meter-Kran macht extrem kurze Montagezeiten möglich“, so Hannes Stocker. Besonderen Wert legt er auf Nachhaltigkeit. „Wir verwenden als Baustoff den nachwachsenden Rohstoff Holz, den wir ausschließlich aus der unmittelbaren Umgebung beziehen. Da sich unsere Baustellen zu 95 Prozent in Osttirol und Oberkärnten befinden, halten wir auch beim Transport den Energieverbrauch möglichst klein. Den Großteil des Stroms für unser Werk erzeugen wir mit unserer eigenen Photovoltaikanlage.“

Da die Firma Stocker ihren Kunden von der Planung bis zur schlüsselfertigen Übergabe ein Komplettservice anbietet, arbeitet sie mit regionalen Partnerbetrieben, wie z.B. Baufirmen, Installateuren, Fliesenlegern und Malern, zusammen. „Mich fasziniert an meinem Beruf vor allem, dass man von der Planung über die Fertigung in unserem Werk bis hin zur Montage auf der Baustelle mit jedem Projekt etwas Hochwertiges, Nachhaltiges und Einzigartiges schafft, das oft mehreren Generationen Nutzen stiftet und vor allem auch Freude bereitet“, fasst Hannes Stocker zusammen, was ihn tagtäglich für seine Arbeit motiviert.

„Kundengespräche, Baustellen, Planen, Kalkulieren, Organisieren, die Personaleinteilung – mit all diesen Aufgaben kann es zeitweise natürlich auch stressig werden. Inzwischen stehen mir aber auch fünf Mitarbeiter zur Verfügung, die mich bei Planung und Arbeitsvorbereitung optimal unterstützen. Ich bin sehr froh darüber, dass mir mein Vater Karl mit seinem Wissen und seiner Erfahrung immer noch tatkräftig zur Seite steht.“

Und wie erholt sich ein Unternehmer von einem derartigen Arbeitspensum, wollen wir zum Abschluss unseres Besuches in der Zimmerei Stocker wissen. „Ich liebe Oberkrainer-Musik und spiele beim Osttirol Quintett das Akkordeon. Wenn meine Musiker-Kollegen und ich bei Festen für gute Stimmung sorgen und die Menschen unterhalten können, dann ist das für mich der ideale Ausgleich zur Arbeit unter der Woche. Außerdem kann ich mich beim Wandern, Bergsteigen und Skifahren optimal erholen.“
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Martin Lugger, Christof Gaggl, Zimmerei Stocker