Großbrand in Recycling-Anlage in Debant: Land schreibt Sanierungskonzept vor
Der Bescheid wurde dem Betreiber vom Land Tirol bereits zugestellt. Auf dem Areal in Nußdorf-Debant ist ein Mess- und Überwachungsprogramm verpflichtend einzurichten, und alle Messungen sind unter fachlicher Aufsicht zu dokumentieren.
Um nach dem Großbrand im Abfallwirtschaftszentrum in Nußdorf-Debant mittel- bis langfristige Folgen sowohl für die Bevölkerung als auch für die Umwelt weitestmöglich auszuschließen, hat das Land Tirol nun per Bescheid ein Sanierungskonzept vorgeschrieben – also einen detaillierten Plan, der alle notwendigen Maßnahmen zur Wiederherstellung eines durch Feuer beschädigten Gebäudes oder Bereichs umfasst.
Dieses Konzept sieht unter anderem vor, dass das Areal des Abfallwirtschaftszentrums zügig geräumt werden muss. Für Abfälle, die nicht zeitnahe entsorgt werden können, muss vom betroffenen Unternehmen bis Mitte Juli ein Entsorgungskonzept vorgelegt werden. Ebenso bis Mitte Juli muss ein Mess- und Überwachungsprogramm zur Sicherung der Grundwasserqualität erstellt werden.
Zudem ist vom Betreiber ein Untersuchungsprogramm für den festen Untergrund bis Ende Juli auszuarbeiten. Dieses beinhaltet die Nachsorge auf dem betroffenen Areal – z.B. Behandlung und Reinigung von Oberflächen – und die Untersuchung des Untergrundes auf mögliche Verunreinigungen. Alle behördlich vorgeschriebenen Untersuchungen, Beprobungen und Messungen müssen von fachlich geeigneten Personen begleitet und dokumentiert werden.
„Das detaillierte Sanierungskonzept beinhaltet klare Vorgaben für die notwendigen Nachsorgemaßnahmen und ein entsprechendes Mess- und Überwachungsprogramm für die Recyclinganlage. Damit wollen wir verhindern, dass es vor Ort zu mittel- und langfristigen Folgen kommt. Der Bescheid zur gesetzlich verpflichtenden Umsetzung des Konzepts unter externer fachlicher Aufsicht wurde dem Betreiber bereits zugestellt und ist nun unmittelbar umzusetzen“, informiert Umweltlandesrat René Zumtobel.
Franz Rossbacher, Betreiber der betroffenen Recycling-Anlage: „Wir haben den Bescheid des Landes Ende letzter Woche erhalten und arbeiten bereits unter Hochdruck daran, die darin genannten Punkte schnellstmöglich umzusetzen. Wir haben bereits Fachfirmen hierfür beauftragt.“
Neben dem Sanierungskonzept direkt bei der Recycling-Anlage wird die Situation auch im erweiterten Umfeld weiter beobachtet, indem weitere Messungen durchgeführt wurden und werden. Die bisher vorliegenden Messergebnisse der Analytischen Taskforce München sowie die Zwischenergebnisse der Berufsfeuerwehr Bozen haben zum Zeitpunkt der Probennahme keine Hinweise auf besondere Gefahren für Bevölkerung und Umwelt ergeben.
Der Endbericht der Analytischen Taskforce München sowie weitere Informationen zu den bereits durchgeführten Messungen wurden bereits veröffentlicht. Der Endbericht der Berufsfeuerwehr Bozen wird vonseiten des Landes voraussichtlich noch in dieser Woche, sobald die Genehmigung der BF Bozen vorliegt, dass die Originaldaten publiziert werden dürfen, veröffentlicht.
Text: Redaktion, Foto: EXPA pictures/Groder