Getreideernte für Osttiroler Whisky eingefahren
In der Brennerei Webhofer und der Naturbrennerei-Kuenz entstehen derzeit die ersten Osttiroler Whiskys. Die Gerste dafür bauen Landwirte aus Lavant und Dölsach an.
Acht heimische Kooperationspartner haben sich das Ziel gesetzt, unterschiedliche Getreidesorten für die Herstellung von Whisky zu testen. In den nächsten fünf Jahren sollen dabei die für Osttirol am besten geeigneten Sorten gefunden werden. Die Kuenz-Naturbrennerei in Dölsach und die Brennerei Webhofer in Gaimberg veredeln das Getreide zu Whisky. Obwohl in den letzten Wochen bereits die erste Gerste gedroschen wurde, ist es noch ein langer Weg, bis der erste Whisky verkostet werden kann. Das Korn muss noch getrocknet, gereinigt und vermälzt werden. Dann wird es zu Maische verarbeitet und schlussendlich destilliert.
Der erste Whisky aus Osttiroler Getreide wird frühestens zu Weihnachten diesen Jahres gebrannt und muss dann noch mindestens drei Jahre im Holzfass reifen. Dann wird man Osttiroler Wasser, Boden und Luft erstmals in einem Whiskyglas schmecken und riechen können. Am Simiterhof in Lavant und am Stadtlerhof in Dölsach wird unter anderem Gerste für den Osttiroler Whisky angebaut. „Unsere Böden und unser Klima sind bestens geeignet, höchste Qualität zu produzieren, und das Getreide stellt zudem eine willkommene Abwechslung in der Fruchtfolge dar“, erklärt Herta Gumpitsch vom Stadtlerhof. Logistik und Trocknung übernimmt die Bioenergie Nikolsdorf.
Nach der Trocknung wird das Getreide von Marcel Pondorfer aus Dölsach gereinigt. Erst dann kann das Getreide in die Mälzerei geschickt werden. „Jetzt wird das Korn angekeimt, und im Keimling entstehen wichtige Enzyme, die uns helfen, die Stärke in Zucker umzuwandeln. Diesen Zucker vergären wir dann zu Alkohol“, beschreibt Florian Kuenz diesen wichtigen Arbeitsschritt. Man darf gespannt sein, welche besonderen Produkte Friedrich Webhofer aus Gaimberg und die Naturbrennerei-Kuenz aus der Osttiroler Gerste kreieren.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Pfleger
