E-Bikes und Gesundheit bei Kongress thematisiert
Die 1. Dolomiti SuperEbike von 27. bis 30. Juni ist der Auftakt zur Förderung des grenzüberschreitenden Elektro-Radtourismus im Süd- und Osttiroler Pustertal.
Unter dem Motto „Eine Region denkt grenzüberschreitend“ hat das Komitee der Südtirol Dolomiti Suberbike gemeinsam mit dem Stadtmarketing Lienz die Dolomiti SuperEbike ins Leben gerufen – eine Plattform, die im Pustertal auf italienischer und auf österreichischer Seite vorhandene Stärken und Kompetenzen bündeln soll. Am 29.6. wurde bei einem Kongress im Grandhotel Lienz die gesundheitsfördernde Wirkung des Elektrorades thematisiert. Univ.-Prof. Dr. Peter Lechleitner sprach zum Thema „Bewegung für jedes Alter und jedes Niveau – neue Möglichkeiten durch das E-Bike“, anschließend konnte mit ihm und Ex-Skistar Mario Scheiber sowie mit Mountainbikerin und Olympionikin Eva Lechner aus Südtirol diskutiert werden. „150 Minuten moderate Bewegung in der Woche reichen, um eine positive Wirkung für das Herz-Kreislauf-System zu erzielen“ so Lechleitner. Bewegung sei der beste Blutdrucksenker, wirke positiv gegen Stress und sei sogar antikrebswirksam. Das Pedelec – wie das E-Bike auch bezeichnet wird – erfordere 30% weniger Kraftaufwand als das nur mit Muskelkraft betriebene Rad. Durch eine Stunde Bewegung auf dem Elektrorad würden mindestens 300 kcal verbraucht werden – viel im Vergleich zum Verbrauch von 400 kcal bei einem herkömmlichen Rad.
Mit dem E-Bike unterwegs zu sein, ist laut Prof. Lechleitner der ideale Einstieg in ein Bewegungsprogramm. Menschen, die sich bisher nur wenig oder gar nicht körperlich betätigt haben, kämen so auch in Regionen auf mittleren Höhen. „Bereits ein dreiwöchiger Aufenthalt auf einer Seehöhe zwischen 1 200 und 2 500 Metern bewirkt eine Senkung der Herzfrequenz und des Blutdrucks sowie eine Abnahme des Körperfettanteils und ist vor allem auch stressmindernd“, erklärte Lechleitner die Wirkung von dynamisch-konzentrischen Sportarten, zu denen neben dem Radfahren auch Bergwandern und Langlaufen gehören. Ab dem 40. Lebensjahr sei es besonders wichtig, Gesundheitssport zu betreiben. Er wirke präventiv gegen Bluthochdruck, Diabetes, Darmkrebs, Herzinfarkt und Schlaganfall.
Ex-Skistar Mario Scheiber strich hervor, dass das Radfahren eine Sportart ist, bei der die Gelenke geschont werden. „Ohne Schmerzmittel zu nehmen konnte ich in den sieben Jahren, bevor ich aus dem Spitzensport ausgestiegen bin, keinen Sport mehr betreiben. Beim Radfahren spüre ich von meinen Verletzungen überhaupt nichts, deswegen bin ich viel mit dem Bike unterwegs“, so Scheiber. Der immer wieder vom Verletzungspech verfolgte Deferegger bereut es nicht, aus dem Ski-Weltcup ausgestiegen zu sein. „Ich bin am liebsten daheim in St. Jakob auf knapp 1 400 Metern Seehöhe und habe überhaupt keine Sehnsucht danach, so viel unterwegs zu sein wie während meiner aktiven Zeit“, so Scheiber, der in Zukunft bei einer Versicherungsgesellschaft tätig sein wird.
Anschließend an den Kongress verabschiedete die Lienzer Bürgermeisterin, DI Elisabeth Blanik, die Teilnehmer zu einer Genussfahrt mit dem E-Bike über die Pustertaler Höhenstraße nach Sillian.
Text und Foto: Raimund Mühlburger