In der Umweltberatung weht ein frischer Wind
Der AWVO setzt auf die Ausbildung von praxisorientierten UmweltpädagogInnen. Das neue Bildungsprogramm startet im November 2023 in Osttiroler Kindergärten und Schulen.
Umweltbildung ist heute wichtiger denn je. Das Heranführen von Kindern an komplexe Themen wie Abfallvermeidung, Recycling, Kreislaufwirtschaft, Klimaschutz und Nachhaltigkeit ist eine große Herausforderung und bedarf neben Fachwissen vor allem einer guten pädagogischen Herangehensweise. Erst kürzlich absolvierten daher Katrin Huber, Silvana Ortner und Gerhard Lusser vom Abfallwirtschaftsverband Osttirol (AWVO) die Ausbildung zum/zur praxisorientierten UmweltpädagogIn „Umpädicus“ mit ausgezeichnetem Erfolg.
Der vom Umweltministerium ins Leben gerufene Lehrgang vermittelt nach neuesten pädagogischen Grundsätzen und Erkenntnissen der Neurodidaktik und Neuropädagogik den richtigen Zugang zur Umweltbildung in Kindergärten und Schulen. Im Zuge der Ausbildung konnte ein umfangreiches Umweltbildungsprogramm für Osttirol ausgearbeitet werden, welches in sechs Modulen die Themenbereiche Abfallvermeidung, Abfalltrennung und Ressourcenwirtschaft aufarbeitet. „Unser Ziel ist es, dass wir einen Großteil der Kinder im Bezirk mit unserem Programm erreichen. Für alle Altersstufen konnte ein entsprechendes Anschauungsmaterial erstellt werden. In den letzten Monaten wurde dafür auf Hochtouren gearbeitet und das Ergebnis lässt sich sehen. Das Repertoire reicht von speziell angefertigten Abfalltrennspielen bis hin zu Modellen eines Recyclinghofes, einer Papierfabrik, einer Glasfabrik, einer Metallhütte und vielem mehr“, informiert der Obmann des Abfallwirtschaftsverbandes Osttirol, Bgm. Georg Rainer.
In Osttirol haben sich alle Gemeinden im Rahmen eines Umweltberatungsvertrages verpflichtet, am neuen Bildungsprogramm des Abfallwirtschaftsverbandes teilzunehmen. Ab November 2023 wird in den ersten Bildungseinrichtungen gestartet, wobei die Module aufbauendgestaltet sind. Das Basismodul zum Thema „Müllvermeidung und -trennung“ gilt als Pflichtmodul und richtet sich an alle Vorschulkinder. Aufbauend darauf werden im Zuge von fünf weiteren Modulen die gängigsten Abfallarten, die zu Hause getrennt gesammelt werden (Leichtverpackungen, Metallverpackungen, Altglas, Papier/Karton sowie Biomüll) vertiefend behandelt. Damit die jungen Menschen das Gelernte auch in der Praxis umsetzen können, werden die Bildungseinrichtungen im Zuge des Basismoduls mit einem neuen Mülltrennsystem ausgestattet. Und um auch nach dem Besuch der UmweltpädagogInnen einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, erhält jeder Kindergarten beim Erstbesuch eine Schatzkiste mit diversen wiederverwendbaren Abfalltrennspielen, Lernplakaten, Geschichten rund um die Abfalltrennung und vielem anderem mehr. Die Kisten wurden regional vom ökosozialen Betrieb „Schindel und Holz“ produziert. Das enthaltene Lernmaterial wurde von den MitarbeiterInnen erstellt und wird seitens des AWVO je nach Bedarf und Jahresthema mit zusätzlichem Material ergänzt.
Die Kreislaufwirtschaft erfordert nicht nur unsere Aufmerksamkeit, sondern benötigt ein Angebot zur Bewusstseinsbildung aller Altersgruppen in unserer Gesellschaft, damit alle ihren Beitrag für die bevorstehenden Herausforderungen leisten können. Das Team des AWVO freut sich auf einen erfolgreichen Start des neuen Umweltprogramms und ist überzeugt, dass das Umweltbewusstsein der jungen Generation durch die gezielte Bildungsarbeit weiter gestärkt werden kann und der Weg hin zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft vorangetrieben wird.
Text: E. Hilgartner, Fotos: AWVO





