FoodCoop Osttirol feierte 3-jähriges Bestandsjubiläum
„FoodCoop Osttirol – die gute Speis“ ist eine bunte, vielfältige Gemeinschaft mit der Vision einer solidarisch organisierten Lebensmittelgemeinschaft.
724 nachhaltige Lebensmittel, die je nach Saison übers Jahr verfügbar sind, 32 Lieferant:innen, 11 Speisereisen, 18 interne Veranstaltungen, 5 „Mitglieder für Mitglieder Veranstaltungen”, 3 öffentliche Veranstaltungen und viele kleine und große Momente sowie Begegnungen dazwischen – das ist die stolze Bilanz von drei Jahren „FoodCoop Osttirol“. Bei der Vollversammlung am Freitag, 24. Mai, und der anschließenden FoodCoop Celebration mit DJ Eclectic Patrick wurde das dreijährige Vereinsjubiläum gefeiert.

Der Vereins-Vorstand wurde im Amt bestätigt. Obfrau Evelyn Brunner, Obfrau-Stv. Christine Bukowski, Schriftführerin Eva Hinterbichler und Kassierin Sara Weiß leisten eine tolle Arbeit und machen die gute Speis gemeinsam mit dem ganzen Team zu einer Erfolgsstory. „Alle zusammen leben wir unsere Vision einer solidarischen Gemeinschaft, die biologisch produzierte Lebensmittel selbstorganisiert an die Vereinsmitglieder verteilt.
Denn wir wollen wissen, was wir essen“, hält die Obfrau fest.
Evelyn Brunner und Christine Bukowski haben den Verein „FoodCoop Osttirol – die gute Speis“ vor drei Jahren ins Leben gerufen.
Evelyn Brunner (38 Jahre, Biologin, ursprünglich aus Südtirol) und Christine Bukowski (40 Jahre, selbständige Physiotherapeutin/Osteopathin in Lienz, ursprünglich aus Wien) wollten sich vor drei Jahren in ihrer Wahl-Heimat Osttirol engagieren und haben eine FoodCoop ins Leben gerufen. „Uns beide eint die gemeinsame Lebenseinstellung, das Interesse an nachhaltiger Landwirtschaft und die Leidenschaft am permakulturellen Gärtnern. Daraus entwickelte sich der Wunsch, an einem zentralen Ort den Bedarf an biologischen Grundnahrungsmitteln – möglichst aus der Region – beziehen zu können. Seit dem Jahr 2019 tüftelten wir intensiv an der Umsetzung in Form einer FoodCoop und haben uns bei Besuchen von unterschiedlichen Lebensmittelnetzwerken in Österreich und Südtirol Anregungen dazu geholt“, blicken die beiden Initiatorinnen zurück.

Der Wunsch einer nachhaltigen Versorgung mit Lebensmitteln fand nach Aussendung eines ersten Infoblattes zur FoodCoop Ende Jänner 2021 breiten Widerhall. Auf Anhieb haben sich etwa 30 Menschen zusammengefunden, die gemeinschaftlich die Idee der FoodCoop verwirklichen wollten. „Diese 30 Akteure und Akteurinnen haben in einem breiten partizipativen Prozess die Vision der guten Speis – FoodCoop Osttirol zur Wirklichkeit werden lassen. All diese Menschen bringen unterschiedliche Erfahrungen, Talente und Fähigkeiten für ein gemeinsames Ziel mit ein“, erklärt die Obfrau. Ziel des Vereins ist eine solidarische Gemeinschaft, die biologisch produzierte Lebensmittel direkt von Produzent:innen möglichst aus der Region bezieht und diese selbstorganisiert an die Vereinsmitglieder verteilt.

„Wichtig sind uns Natur-, Umwelt- und Ressourcenschutz, der Kontakt mit den Produzent:innen und das Wissen, dass die Lebensmittel ökologisch nachhaltigen Ursprungs sind. Wir beziehen vorwiegend biologische, nicht industriell verarbeitete Lebensmittel entsprechend der Jahreszeit und achten auf möglichst kurze Transportwege, um die Umwelt zu schonen (saisonal und regional). Verpackungen werden u.a. durch Großgebinde bestmöglich eingespart und Abfälle vermieden. Wertschätzung gegenüber der bäuerlichen Arbeit und den von uns konsumierten Lebensmitteln ist uns ein zentrales Anliegen: Fair für alle, im Einklang mit Ökologie, Ökonomie und Soziologie“, erklären Evelyn Brunner und Christine Bukowski.

Eine Lebensmittelgemeinschaft (Food Cooperative) ist ein Zusammenschluss von Menschen, welche die Bestellung sowie die Verteilung von nachhaltig produzierten Lebensmitteln gemeinschaftlich selbst organisieren. Eine FoodCoop ist somit kein „Geschäft“, sie versteht sich als nachhaltige Alternative zum gängigen Lebensmittel- und Agrarsystem. Die FoodCoop strebt dabei eine bewusste Auseinandersetzung mit dem Thema Ernährung, Landwirtschaft und Natur an. Sie ist ein Lernort für Verantwortungs-Bewusstsein und nachhaltigen Konsum.

Konkret sieht die Osttiroler FoodCoop folgendermaßen aus: Ein paar dutzend Haushalte schließen sich zu einer Einkaufsgemeinschaft zusammen und bestellen gesammelt bequem über eine eigens verwaltete Internetplattform bei Bio-Betrieben, bevorzugt aus der Region. Einmal pro Woche werden die Waren in das „FoodCoop-Lager“, das sich in Lienz in der Tammerburg befindet, geliefert und von den Konsument:innen abgeholt. Die Mitglieder kommen mit eigenen Behältern und Pfandflaschen, wodurch der Transport möglichst plastikfrei gestaltet werden kann. Das Lager dient zudem als wöchentlicher Begegnungsort, wo auch Vorträge, Seminare, Workshops usw. abgehalten werden.

Zum Kennenlernen und für den persönlichen Austausch mit Produzent:innen werden „Speisereisen“ durchgeführt. Die FoodCoop ist somit eine Plattform für den Austausch zwischen Stadt und Umland und will neben der Förderung von nachhaltigem Konsum die soziale Verantwortung und den Zusammenhalt stärken.
Am 22. Oktober 2021 konnte „FoodCoop Osttirol – die gute Speis” erstmals ihre Tore in der Tammerburg für die Mitglieder öffnen. „Mittlerweile sind wir auf 39 Haushalte gewachsen. Die Mitglieder sind Herz, Hand und Hirn unseres Vereins und als Gemeinschaft eng zusammengewachsen. Sie erledigen Woche für Woche ehrenamtlich sämtliche anfallende Aufgaben im Verein – wie Lieferanten suchen und betreuen, Shop verwalten, Lagermanagement, Buchhaltung, Reinigungsarbeiten, Verköstigung am Abholtag, Veranstaltungen planen und umsetzen und so weiter”, informiert die Obfrau.

„Unser Ziel, ein möglichst umfassendes Sortiment an Bio-Produkten mit den höchsten Nachhaltigkeits-Kriterien anzubieten, haben wir mit derzeit rund 720 Produkten nahezu erreicht. Durch die unterschiedliche Saisonalität sind 400 bis 500 Produkte wöchentlich erhältlich. Unsere wertvollsten Partner:innen sind dabei die insgesamt 32 Lieferant:innen, wovon uns 23 aus Osttirol und den umliegenden Regionen Südtirol, Oberkärnten und Pinzgau beliefern“, informiert die Obfrau.
Im Juni 2023 hat FoodCoop Osttirol erstmals die Tore der Tammerburg für die Öffentlichkeit im Rahmen eines Tages der offenen Tür geöffnet, und in dieser Zeit ist der Verein auch eine Kooperation mit dem Bildungshaus Osttirol eingegangen. „Gemeinsam wollen wir Veranstaltungen zu Natur-, Umwelt-, Klimaschutz und weiteren Themen durchführen“, so Christine Bukowski und Evelyn Brunner.
Text: Redaktion, Fotos: FoodCoop Osttirol