Fohlenhof Astner in Nikolsdorf: Wertvolles aus biologischer Landwirtschaft

Ob Rindfleisch vom Bio-Almochsen, Kartoffel, Hanfprodukte, Getreide oder Mais – auf eine biologische Wirtschaftsweise legen Bernhard und Sylvia Astner besonders großen Wert.

Bernhard Astner hat den Bauernhof, der ursprünglich ein typischer Noriker-Zuchtbetrieb war, von seinen Eltern übernommen. Er sieht es als großes Privileg an, dass heute drei Generationen am Hof leben und gemeinsam „ein so schönes Stückchen Erde“ bewirtschaften können. Derzeit ist der Nikolsdorfer gerade damit beschäftigt, auf dem Anwesen in Lengberg, in unmittelbarer Nähe zum Flugplatz, einen neuen Reitplatz zu installieren. „Wir wollen hier einen Pferdeeinstellbetrieb aufbauen und damit Pferdeliebhabern ermöglichen, bei uns am Hof eine schöne Zeit mit ihren Tieren zu verbringen. Der ,Offenstall‘ ist schon fertig, die Pferde werden hier in Gruppen untergebracht“, informiert er.

 

 

Seine Frau Sylvia, eine ausgebildete Sozialpädagogin und Kinesiologin, ist eine begeisterte Bäuerin. „Die Liebe zu Mensch, Tier und Natur ist die Grundlage unseres Tuns“, betont sie. Als „Bauerfrau“ bietet sie Vorträge und Kurse an – insbesondere für Bäuerinnen. Als „LEBENSmittel“ bezeichnet Sylvia die am Fohlenhof produzierten Nahrungsmittel. „Wenn wir unser kollektives Ernährungsverhalten analysieren, zeigt sich deutlich, dass das Wissen über die natürlichen Kreisläufe und das Gespür für das, was uns guttut, schon längst in den Hintergrund getreten ist. Nahrungsmittel können reine Magenfüller oder LEBENSmittel sein. Sie können uns körperlich, geistig und seelisch gesund erhalten oder krank machen, unsere Lebensenergie stärken oder schwächen.“

 

 

Im Laufe der Jahre haben Bernhard und Sylvia ihren Betrieb auf Bio umgestellt. „Wichtig ist uns, den Bauernhof immer wieder neu und entsprechend unseren Stärken, Interessen und Ressourcen anzupassen. Nur so kann man auch erfolgreich wirtschaften.“ Das Rindfleisch vom Bio-Almochsen wird, wie alle anderen Lebensmittel vom Fohlenhof Astner auch, regional vermarktet – ab Hof und über Partnerbetriebe. Am Hof leben auch Schweine und Hühner, die Eier, das Schweinefleisch und Speck dienen aber hauptsächlich dem Eigenverbrauch.

 

 

Auf den Feldern gedeiht Speisemais, und beim Getreide liegt der Schwerpunkt in der Kultivierung alter Sorten. Eine jahrzehntelange Tradition hat der Kartoffelanbau am Fohlenhof. „Früher lag der Fokus auf der Saatgutvermehrung, heute produzieren wir Speisekartoffeln. Seit zwei Jahren sind unsere LEBENSmittel von BIO Austria zertifiziert“, freuen sich die beiden. Seit fünf Jahren setzt Familie Astner auch auf die alte Kulturpflanze Hanf. Für Sylvia ist die Pflanze weit mehr als ein modernes Superfood. „Hanf ist eine hochwertige Eiweißquelle, enthält alle acht essenziellen Aminosäuren sowie mehrfach ungesättigte Fettsäuren und ist reich an Ballast- und Vitalstoffen, Antioxidantien und Biophotonen.“

 

Mit Bernhards Eltern, seiner Frau Sylvia und den Kindern Franziska, Magdalena, Samuel und Anna Maria leben heute drei Generationen am Fohlenhof Astner.

 

Am Fohlenhof werden die Hanfpflanzen zu hochwertigem Hanfsamenöl, zu Hanfsamen oder Hanfmehl verarbeitet. „Unser kaltgepresstes Hanfsamenspeiseöl erhielt bei der Ölprämierung 2020 die Goldmedaille. Ich verwende es für Salatmarinaden sowie zum Dünsten und Dämpfen. Zu stark erhitzen darf man das Öl allerdings nicht“, erklärt die Bäuerin. „Hanfsamen schmecken“, wie sie weiter meint, „… im Müsli und im Joghurt besonders gut. Mit dem Hanfmehl backe ich Brot, verwende den Hanf aber genauso für Aufstriche oder Kräutersalz.“

 

 

Seit August 2020 gibt es am Fohlenhof Astner ein neues Angebot: Gäste können mit ihrem Campingbus kostenlos auf dem Hofgelände übernachten. „Es ist in den letzten Jahren zum Trend geworden, dass man mit dem Campingbus von Bauernhof zu Bauernhof fährt und jeweils ein Mal auf dem Hofgelände übernachtet. Diese Möglichkeit wird über verschiedene Plattformen im Internet angeboten, denen wir uns angeschlossen haben. Die Gäste lernen so das Leben und Arbeiten am Bauernhof kennen und können Ruhe finden. Auch wir Bauern können durch viele schöne Begegnungen nur gewinnen. Es ist eine ideale Möglichkeit, eine Brücke zwischen Produzenten und Konsumenten zu schlagen“, halten Sylvia und Bernhard dazu abschließend fest.

 

 

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Martin Lugger

06. Oktober 2021 um