Fischzucht Ludwiger in Obervellach: Wo der Saibling langsam wächst

Hannes und Irmhild Ludwiger züchten im Mölltal seit 15 Jahren Saiblinge – natürlich und mit viel Respekt vor Tier und Natur. Ihr Geheimnis: reinstes Gebirgswasser, Tannenholzbecken und ganz viel Geduld.

Drei Teiche aus Tannenholz, kristallklares Gebirgswasser und viel Ruhe: Auf den ersten Blick wirkt die Fischzucht von Hannes und Irmhild Ludwiger wie ein Ort der Stille. Und genau das ist sie auch – für die Fische wie für ihre Züchter. Seit 15 Jahren betreiben Hannes und Irmhild Ludwiger in der Mölltaler Gemeinde Obervellach eine kleine, feine Saiblingszucht. Von der Anlage der Teiche über die Aufzucht bis hin zur Verarbeitung der Fische: Alles haben sich die beiden Oberkärntner selbst angeeignet, Schritt für Schritt.

 

 

Die drei 16-eckigen Tannenholzbecken hat der befreundete Tischler Klaus Reiter entwickelt. Jedes fasst 56.000 Liter Wasser und ist Heimat für eine vergleichsweise kleine Zahl an Fischen. „Eine geringe Besatzdichte ist uns enorm wichtig. Die Saiblinge haben viel Platz, ständig Frischwasser und leben in einer dauerhaften Strömung – das fördert die Muskelbildung und ein natürliches Wachstum“, erklärt Hannes. Gefüttert wird ausschließlich mit Biofutter erster Qualität, auf Antibiotika gänzlich verzichtet.

 

 

Wichtig ist den Ludwigers vor allem eines: dass ihre Tiere stressfrei leben – und dass man das auch schmeckt. Geschlachtet wird höchstens drei Mal im Jahr – fix zu Ostern und zu Weihnachten, gelegentlich auch im Sommer. Der Fisch kommt aus dem Wasser, wird noch am selben Tag verarbeitet, ab Hof verkauft und auf Wunsch auch direkt zu den Abnehmern gebracht. „Frischer geht’s nicht. Die Fische werden nach der Verarbeitung im Ganzen oder als Filets vakuumverpackt. Dann kommen sie direkt zum Kunden oder in die Tiefkühltruhe“, erzählt Irmhild.

 

 

Besonders beliebt sind die Räuchersaiblinge, die vor allem zu Ostern und zu Weihnachten angeboten werden. „Das Fischfleisch zieht zwei Tage in einer milden Lake, wird dann 45 Minuten bei 90 Grad geräuchert, ausgekühlt und anschließend vakuumverpackt“, erklärt Hannes. Die Teiche werden einmal im Jahr händisch gereinigt. Jeder Fisch wird sorgsam behandelt und ist mindestens 2,5 Jahre alt, bevor er geschlachtet wird.

 

 

Für die Ludwigers ist ihre Fischzucht kein Betrieb im klassischen Sinn, sondern Ausdruck eines Lebensstils. Naturverbundenheit, Achtsamkeit und ein sorgsamer Umgang mit den Ressourcen prägen ihren Alltag. „Wir produzieren kleine Mengen, aber dafür höchste Qualität. Mit unseren Fischen versorgen wir ausschließlich Stammkunden in Obervellach und in der näheren Umgebung“, betont Hannes.

 

 

Wo Fische in klarem Gebirgswasser langsam wachsen dürfen, entsteht Qualität, die man schmeckt – und die auch Fachjurys überzeugt: Der geräucherte und der gebeizte Saibling aus der kleinen Fischzucht in Obervellach wurden wiederholt im Rahmen der Alpe-Adria-Fischprämierung mit Gold ausgezeichnet. Auch bei der „Genusskrone“ durften sich Hannes und Irmhild bereits mehrfach über den Kärntner Landessieg freuen.

 

 

„Obwohl die Fischzucht viel Arbeit bedeutet, ist sie für uns vor allem Leidenschaft. Dabei liegt uns ein sorgsamer Umgang mit der Natur, den Tieren und den Ressourcen besonders am Herzen. Alles soll langsam und ehrlich geschehen. So wachsen unsere Saiblinge gesund heran und bereiten den Menschen echte Freude und besonderen Genuss“, betonen die beiden begeisterten Fischzüchter abschließend.

 

 

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Martin Lugger

23. Juni 2025 um