Felbertauern: „Bypass“ soll Ende Juli fertig sein
Landesregierung beschloss am Montag Maßnahmenpaket für Felbertauern. In Matrei wurde Straßeninteressentschaft zum Bau einer Ersatzstraße gegründet. Eine Osttiroler Delegation mit dem Vorstandsdirektor der Felbertauernstraße AG, Mag. Karl Poppeller, besprach am Montag, 3. Juni 2013, mit Landeshauptmann Günther Platter und Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf in Innsbruck die weitere Vorgangsweise am Felbertauern. Die Landesregierung beschloss daraufhin ein Maßnahmenpaket. Wichtigster Inhalt: Eine Ersatzstraße für Fahrzeuge bis zu einem Gesamtgewicht von 25 Tonnen soll vom Matreier Tauernhaus bis zum Tunnel-Südportal gebaut werden. Landeshauptmann Platter wünscht sich, dass mit dem Bau möglichst rasch begonnen wird. Die Bauzeit beträgt laut Schätzung von Karl Poppeller rund eineinhalb Monate. Die Straße könnte somit schon Ende Juli für Pkw und kleinere Lkw zur Verfügung stehen.
Die Marktgemeinde Matrei hat einen ungefähren Verlauf der Ersatzstraße in einem Luftbild eingezeichnet (rote Linie), der bestehende Weg vom Südportal Richtung Tauern (gelbe Linie) soll in weiterer Folge über die neu gegründete Straßeninteressentschaft einer gesetzlichen Regelung zugeführt werden.
Indes wurde in Matrei die neue Straßeninteressentschaft „Großvenediger Hochalpenstraße“ unter Federführung von Bgm. BR Dr. Andreas Köll gegründet. Alle 33 Osttiroler BürgermeisterInnen, der Tourismusverband Osttirol sowie die Bezirksstellen von Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer und Landwirtschaftskammer forderten in Schreiben an die Bezirkshauptmannschaft Lienz die möglichst rasche Umsetzung der Ersatzstraße. Gründungsmitglieder der beschränkt öffentlichen Straßeninteressenschaft sind die Felbertauernstraße AG mit 60%, die Markgemeinde Matrei mit 36%, die Landwirte Gerhard Steiner und Georg Fuetsch mit jeweils 1% und der Wirt des Tauernhauses, Andreas Brugger, mit 2%. Später sollen weitere Mitglieder zur Straßeninteressenschaft hinzukommen, um den von der Felbertauernstraße AG gebauten Weg vom Tunnelportal in Richtung der auf der Landesgrenze zwischen Tirol und Salzburg gelegenen St. Pöltner Hütte einer gesetzlichen Regelung zuzuführen. Die Marktgemeinde Matrei teilte am Dienstag, 4. Juni 2013, mit, dass die detaillierten Operate für die Errichtung der Ersatzstraße bereits bei der BH Lienz eingereicht wurden. Eine Einreichung durch die von der neuen Straßeninteressentschaft bevollmächtigte Felbertauernstraße AG sei bereits am 27. Mai 2013 erfolgt, sodass der Bürgermeister der Marktgemeinde Matrei als Straßenbehörde I. Instanz die Verhandlung nach Tiroler Straßengesetz schon für 10. Juni 2013 ausschreiben könne.
Nähere Details zum Projekt Ersatzstraße und zum zeitlichen Horizont der Umsetzung werden die Felbertauernstraße AG und Bezirkshauptfrau Dr. Olga Reisner heute Mittwoch, um 10.00 Uhr, bei einer Pressekonferenz bekannt geben.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Brunner Images, Plan: Marktgemeinde Matrei
