Felbertauern: Ab Montag wird Ersatzstraße gebaut

Die Verfahren zum Bau der Ersatzstraße am Felbertauern wurden Freitagmittag, 14. Juni 2013, abgeschlossen. Nach dem Wochenende wird mit dem Bau begonnen. Die Verfahren zum Bau der Ersatzstraße am Felbertauern fanden genau einen Monat nach dem Felssturz am Vormittag des Freitag, 14. Juni 2013, in der Bezirkshauptmannschaft Lienz mit den mündlichen Verhandlungen ihren Abschluss. Behördenleiterin Bezirkshauptfrau Dr. Olga Reisner und Mag. Karl Poppeller, Vorstandsdirektor der Felbertauernstraße AG (FAG), gaben im Anschluss Auskunft über das Ergebnis und die weitere Vorgangsweise. „Am 5. Juni wurde der Antrag der Straßeninteressentschaft auf Bau einer Ersatzsatzstraße eingebracht. Heute wurden die notwendigen Verfahren positiv abgeschlossen“, so die Bezirkshauptfrau. Vorstandsdirektor Karl Poppeller erklärte, dass die Verfahren in Rekordtempo abgewickelt wurden und bedankte sich dafür bei allen Beteiligten – bei der Bezirkshauptmannschaft, bei den Landesstellen, bei den Grundeigentümern und sonstigen Beteiligten und bei den FAG-MitarbeiterInnen.

Vorstandsdirektor Mag. Karl Poppeller: „Mit allen Grundeigentümern haben wir uns einigen können, und auch mit den sonst am Verfahren Beteiligten konnte Konsens hergestellt werden.“

 

„Obwohl es zeitlichen Druck gibt, müssen wir selbstverständlich die rechtsstaatlichen Voraussetzungen einhalten. Von den ersten Überlegungen, eine Ersatzstraße zu bauen, bis zum Abschluss des Verfahrens sind nur wenige Wochen vergangen. Am Montag, 17. Juni, werden die Bagger auffahren, und wir werden an drei, vier oder auch fünf Stellen gleichzeitig zu bauen beginnen“, so Poppeller. Eine Notverordnung sei für dieses Verfahren niemals in Erwägung gezogen worden und rechtlich die Voraussetzungen dafür auch gar nicht gegeben. „Für eine Notverordnung muss Gefahr in Verzug sein – das heißt, Menschen oder der Dauersiedlungsraum müssten gefährdet sein. Diese Voraussetzungen sind im Fall des Felssturzes am Felbertauern nicht gegeben“, erklärte dazu die Juristin Olga Reisner. Damit der Bescheid rechtsgültig wird, muss die Rechtsmittelfrist von zwei Wochen verstreichen. Poppeller geht aber davon aus, dass alle Beteiligten über das Wochenende schriftlich auf ihr Rechtsmittel verzichten. „Wir haben Signale für den Rechtsmittelverzicht von allen Beteiligten, das dürfte somit gleich ablaufen wie beim Verfahren in der Marktgmeinde Matrei“, so Poppeller.

Bezirkshauptfrau Dr. Olga Reisner: „Sowohl die Projektplaner als auch mein Team in der BH haben hervorragende Arbeit geleistet, somit konnte das Verfahren in der kürzest möglichen Zeit abgewickelt werden.“

 

Die reine Bauzeit für die 1,4 Kilometer lange Ersatzstraße bemisst der FAG-Vorstand mit eineinhalb Monaten; die Straße könnte somit mit Ende Juli fertig sein. „Diese eineinhalb Monate können aber wieder nur ein Zeitrahmen sein, weil wir befinden uns im hochalpinen Gelände, und es handelt sich vor allem wegen der Wasserführung um ein durchaus kritisches Gebiet“, betonte Poppeller. Auch wenn die Straße nur kurze Zeit in Betrieb sein sollte, müssten alle Maßnahmen – was die Sicherheit betrifft – trotzdem gesetzt werden. Das Alpgebäude am oberen Ende der Ersatzstraße sei bereits abgetragen worden, die ehemalige Jausenstation werde in nächster Zeit abgerissen. Auch die Bezirkshauptfrau bedankte sich abschließend für die effektive Zusammenarbeit beim Verfahren. „Das Team um Dr. Bettina Heinricher als Verhandlungsleiterin hat fast Tag und Nacht gearbeitet, und ich möchte mich ausdrücklich auch bei den Verantwortlichen und MitarbeiterInnen der Felbertauernstraße sowie bei allen sonstigen beteiligten Behörden, Firmen und Privatpersonen für das Miteinander bedanken“, so Reisner.

Das Alpgebäude von Gerhard Steiner wurde laut Abbruchbescheid der Marktgemeinde Matrei bereits abgerissen, die ehemalige Jausenstation (rechts im Bild) soll in nächster Zeit abgetragen werden.

 

Der beschädigte Straßenabschnitt unterhalb des Felssturzes soll Ende September wieder wintersicher befahrbar sein und so die Felbertauernstraße wieder geöffnet werden. „Ich möchte mich aber auch bei diesem Zeitrahmen nicht festlegen, weil in diesem Gebiet – wie wir wissen – immer etwas Unvorhergesehenes passieren kann. Der Lawinenschutz wird vorerst in das Gelände gebaut“, erklärte Poppeller. Ob danach wieder eine Lawinengalerie an Stelle der größtenteils zerstörten Schildalmgalerie errichtet wird, ließ der Vorstandsdirektor offen, weil das von der Beurteilung der Geologen, Techniker und sonstigen Fachleute abhängt.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images, Raimund Mühlburger

14. Juni 2013 um