FAG wartet noch auf Zeichnungen der Gemeinden

Noch nicht alle an der Felbertauernstraße AG (FAG) beteiligten Gemeinden haben mitgeteilt, ob sie ihren Aktienanteil an der Gesellschaft aufstocken werden.

Das Land Tirol und der Bund als Haupteigentümer haben ihre Aktienanteile an der FAG um 10 Mio. Euro aufgestockt, um die Gesellschaft und vor allem auch ihre Tochter – die Osttiroler Investment GmbH (OIG) – weiterhin handlungsfähig zu halten. In diesem Zuge sollten jetzt auch die beteiligten Gemeinden ihre Aktienpakete aufstocken, damit der Anteil der Gemeinden – rund 2,9% – gleich bleibt. „Die Einflussmöglichkeit der Gemeinden sollte nicht geschmälert werden, deswegen wurden alle Gemeinden angeschrieben und eingeladen, eine Aufstockung vorzunehmen“, so der Matreier Bürgermeister BR Dr. Andreas Köll im Rahmen der Budgetsitzung des Gemeinderates. Die Iseltaler Marktgemeinde wird ihren Anteil um rund 76.000 Euro erhöhen, die Stadtgemeinde Lienz hat beschlossen, um ca. 70.000 Euro neue Aktien zu zeichnen. Die Nordtiroler Gemeinde Kitzbühel und die Felbertauern-Anrainergemeinde Mittersill im Pinzgau haben eine Kapitalaufstockung abgelehnt. Damit der Aktienanteil der Gemeinden gleich bleibt, müssten insgesamt 289.000 Euro von den Kommunen an die FAG fließen. „Kitzbühel und Mittersill haben leider abgewunken, ich kann mir gut vorstellen, dass die Gemeinde Matrei mit Hilfe von anderen Osttiroler Gemeinden – wie etwa Lienz – den nicht aufgegriffenen Teil übernimmt“, stellt der Matreier Bürgermeister in Aussicht.

Vorstand Mag. Karl Poppeller: „

Vorstand Mag. Karl Poppeller: „Die Errichtung der neuen Straße hat derzeit absoluten Vorrang. Sonstige Investitionen – beispielsweise in die Tourismuswirtschaft – müssen wir derzeit leider hintanstellen.“

„Es gibt einen Grundsatzbeschluss der Hauptversammlung, dass die Gemeinden mit der Kapitalaufstockung von Bund und Land mitziehen können. Alle Stellungnahmen der Gemeinden haben wir noch nicht im Hause. Die Frist läuft bis 15. Jänner 2014“, so FAG-Vorstand Mag. Karl Poppeller. Vor Weihnachten habe es mehrere Gemeindeverbands-Versammlungen gegeben, und in diesem Zuge hätten die Osttiroler BürgermeisterInnen signalisiert, dass sich alle Gemeinden an der Kapitalaufstockung beteiligen werden. „Ich glaube schon, dass alle Osttiroler Gemeinden aus Solidarität mit der Aktiengesellschaft und vor allem auch im Bewusstsein der großen Bedeutung der Straße bei der Aufstockung mitmachen werden“, zeigt sich Poppeller zuversichtlich. Nach Ablauf der Frist Mitte Jänner wird der FAG-Aufsichtsrat die Stellungnahmen der Gemeinden sichten und über die Kapitalaufstockung der Kommunen befinden. Dann müssen die Gelder auf ein Sperrkonto eingezahlt werden, wo sie bis zur Eintragung im Firmenbuch liegen bleiben.

Karl Poppeller bittet am Ende eines harten Jahres für die Felbertauernstraße AG um Verständnis, dass die Errichtung der neuen Straße im Tauerntal jetzt absoluten Vorrang vor allen anderen Investitionen hat. „Begehrlichkeiten der Tourismuswirtschaft und der Gemeinden müssen wir von der Gesellschaft aus derzeit leider hintanstellen“, so der Vorstand. Die EU-weite Ausschreibung für die Bauarbeiten laufe derzeit. „Hier können wir auch erst nach Vorliegen der Angebote sagen, wie viel die neue Straße tatsächlich kosten wird. Eine der größten Herausforderungen sind die Brückenbauwerke“, so Poppeller abschließend.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images

 

30. Dezember 2013 um