Energiewende: Matreier Wärmepumpen-Hersteller iDM auf Rekordkurs
151 neue MitarbeiterInnen konnte das Osttiroler Paradeunternehmen 2020 einstellen. Nächstes Jahr soll die Grenze von 100 Millionen Euro Umsatz erreicht werden.
Der Osttiroler Wärmepumpenspezialist iDM blickt auf ein Rekordjahr zurück. „Der Absatz konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr um 44 Prozent gesteigert werden. Insgesamt haben wir am am Stammsitz in Matrei in Osttirol 2020 rund 10.000 Wärmepumpen produziert“, berichtete der kaufmännische Geschäftsführer Hans-Jörg Hoheisel bei einem Mediengespräch am Freitag, 18. Dezember. Für 2021 ist ein nächster Wachstumssprung auf 14.500 Geräte geplant. „Dabei werden wir erstmals die 100 Mio.-Umsatzgrenze erreichen“, so Hoheisel. Mit 400 Beschäftigten zählt das Unternehmen unter dem Dach der Tiroler Pletzer Gruppe inzwischen zu den größten Arbeitgebern im Bezirk Lienz.
Geschäftsführer Hans-Jörg Hoheisel: „Raus aus Öl, raus aus Gas, Treibhausgase reduzieren – der Siegeszug der Wärmepumpe steht erst bevor. Der sukzessive Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen in Verbindung mit den attraktiven Förderungen hat die Nachfrage in den letzten Monaten nahezu explodieren lassen.“
151 neue MitarbeiterInnen
„Wir haben in diesem Jahr 151 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt, um die hohe Nachfrage nach unseren Produkten bedienen zu können“, so Hoheisel. „2021 wird die iDM Gruppe auf insgesamt 600 Mitarbeiter kommen. Wir sind hier im Iseltal mit seiner Sondersituation der vielen Pendler zu einem beliebten Arbeitgeber geworden. Wir bieten sichere Ganzjahresarbeitsplätze, und unsere MitarbeiterInnen kommen aus einem großen Einzugsgebiet“, erklärte der technische Geschäftsführer Christoph Bacher.
iDM ist der größte österreichische Hersteller von Heizungswärmepumpen. Die hochinnovativen Geräte aus Osttirol werden international vertrieben. „Sehr großes Potential sehen wir vor allem in unserem Kernmarkt Österreich und Deutschland. Dort erzielen wir etwa 85 Prozent unseres Umsatzes, der Rest teilt sich auf verschiedene europäische Staaten auf“, so Hoheisel.
Nach der Inbetriebnahme einer zusätzlichen Produktionshalle und einem Schulungszentrum im Vorjahr platzt der Standort schon jetzt wieder aus allen Nähten. Im Frühjahr starten daher die Bauarbeiten für ein neues, automatisiertes Hochregal- und Kleinteilelager. Die Fertigstellung ist in zwei Baustufen bis Jänner 2022 geplant und für die weitere Entwicklung am Standort essentiell. „In die neue Halle im Ausmaß von rund 3.000 m² sowie weitere Einrichtungen, vor allem auch was die Forschung betrifft, investieren wir in den nächsten Jahren rund 8 Millionen Euro“, informierte Bacher.
Geschäftsführer Christoph Bacher: „Wir kommen mit unseren Wärmepumpen immer mehr vom Nischen- in den Massenmarkt. Man entwickelt sich immer mehr weg vom klassischen Heizkessel und interagiert stark mit dem Gebäude.“
Technologieführerschaft
Als technischer Vorreiter und Technologieführer wächst die iDM Gruppe weiterhin schneller als das Marktumfeld. Die Produkte aus Osttirol stehen für höchste Entwicklungskompetenz und wurden schon mehrfach ausgezeichnet. iDM setzt dabei neben der hausinternen Innovation auf Kooperationen mit Forschungspartnern und Energieversorgern. „Gemeinsam mit unserem engagierten Entwickler-Team wollen wir auch in Zukunft der Trendsetter für innovative Lösungen im Bereich der nachhaltigen Gebäudetechnik sein. Mit unseren Produkten wird die Energiewende greifbar und möglich“, betonte Bacher.
Neben der engen Kooperation mit dem Campus Technik Lienz wurde gemeinsam mit dem Management Center Innsbruck und weiteren Unternehmenspartnern der neue Studiengang „Smart Building Technologies“ entwickelt. „Diese duale Ausbildungsschiene startet im Herbst 2021. iDM bietet 13 vielfältige Ausbildungsplätze – verteilt auf fünf Jahre – an“, so der technische Geschäftsführer abschließend.
Wie funktioniert eine iDM Wärmepumpe?
Die Wärmepumpen heizen und kühlen über große Flächen in Boden- und Wandheizungen und arbeiten am Standort emissionsfrei. Kein Ruß, kein Rauch, kein Holzstaub kann die Atemluft belasten. Wird die Wärmepumpe mit Ökostrom (z.B. Wasserkraft, Photovoltaik) betrieben, ist der Vorgang der Energiegewinnung gänzlich emissionsfrei und CO2-neutral.
Die Wärmepumpe arbeitet im Prinzip wie ein Kühlschrank. Kühlschränke entziehen Lebensmitteln Wärme und geben diese über ihre Rückseite an den Raum wieder ab. Eine Wärmepumpe holt sich Wärme aus Luft, Wasser oder Erdreich.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger