Einsatz von Drohnen: In Osttirol erfolgt Wiederbewaldung „von oben“

Im Rahmen eines Pilotprojektes wurden kürzlich in unzugänglichen Waldabschnitten 250 Kilogramm speziell ummanteltes Saatgut mittels Drohnen aus der Luft abgeworfen.

Die notwendige Aufforstung der Osttiroler Wälder schreitet voran – Hilfe kommt nun auch „von oben“: Im Rahmen eines Pilotprojektes für Wiederbewaldung wurden kürzlich Baumsamen in unzugänglichen Waldabschnitten mittels Drohnen aus der Luft abgeworfen. Damit kann die Wiederbewaldung auch auf jenen Waldstellen erfolgen, die vom Boden aus nur schwer bzw. gar nicht erreichbar sind.

Neben der speziellen Saatmethode zeichnet sich das Pilotprojekt durch eine besondere Beschaffenheit des Saatguts aus. Die Probeflächen für die Erstbefliegung befinden sich in den Gemeinden Ainet, Assling, Iselsberg-Stronach, Oberlienz und Sillian. Das Pilotprojekt wurde in enger Kooperation der Landesforstdirektion sowie der Bezirksforstinspektion Osttirol entwickelt.

„Mit diesem innovativen Pilotprojekt gehen wir neue Wege. Sind die Versuche erfolgreich, kann uns das bei der Aufforstung unzugänglicher Lagen nicht nur in Tirol, sondern im gesamten Alpenraum helfen“, erklärt Forstreferent LH-Stv. Josef Geisler.

 

Für das Pilotprojekt in Osttirol wurde speziell ummanteltes Saatgut entwickelt.

 

Eigens entwickelt: 250 Kilogramm ummantelte Samen als Erfolgsrezept

Für das Projekt zum Einsatz kam eine spezielle Agrardrohne mit einer Nutzlast von rund 20 Kilogramm. Diese lud die Samen auf, bevor sie anschließend über dem Zielgebiet verstreut wurden. Verwendet wurden Samen von unterschiedlichsten Baumarten – darunter Birken, Vogelbeeren, Lärchen, Weißkiefern und Faulbaum.

Neu ist nicht nur die Verwendung von Aussaatdrohnen, sondern auch die spezielle Beschaffenheit des Saatgutes, wie Landesforstdirektor Josef Fuchs erklärt: „Es gab bereits verschiedenste Projekte mit Aussaatversuchen. Diese zeigten jedoch sehr geringe Anwuchserfolge. Deswegen haben wir eine spezielle Ummantelung für die Samen entwickelt. Konkret ist jeder einzelne Samen von einer Schicht von Tonmineralien ummantelt. Damit wird gewährleistet, dass die Samen punktgenau ausgebracht werden können und nicht durch allfällige Windströmungen verfrachtet werden. Die Ummantelung schützt zudem das Samenkorn vor Mäusefraß und speichert Feuchtigkeit für die Phase der Keimung.“

Im Rahmen des Pilotprojektes wurden insgesamt 250 Kilogramm an ummanteltem Saatgut in verschiedenen Waldstücken in den Gemeinden Ainet, Assling, Iselsberg-Stronach Oberlienz und Sillian verteilt. „Insgesamt 20.000 Quadratmeter an kahler Waldfläche wurden beflogen. Dabei wurden in Zusammenarbeit mit der Gebietsbauleitung der Wildbach- und Lawinenverbauung jene Flächen ausgesucht, die einen direkten Objektschutz bieten und dringend wiederbewaldet werden müssen. Weitere Kriterien für die Auswahl der Hänge waren die fehlende Begehbarkeit der Flächen oder die direkte Gefährdung von Arbeitskräften durch Steinschlag. Erste Erfolge des Pilotprojektes zeigen sich frühestens in zwei bis drei Jahren“, erklärt Erich Gollmitzer, Leiter der Bezirksforstinspektion Osttirol.

Mehr Informationen zum Projekt finden sich auch im Landesfilm:

 

 

 

Text: Redaktion, Fotos und Video: Land Tirol, YouTube

07. März 2024 um