Ein Familienbetrieb mit langer Tradition am Zettersfeld
Am Sonnendach der Lienzer Dolomiten, auf etwa 1.800 Meter Höhe, liegt der Alpengasthof Bidner, der sich seit mehr als 100 Jahren in Familienbesitz befindet.
Heute leitet Sylvia Schneider gemeinsam mit ihrer Familie den Betrieb, zu dem seit 2011 auch die Pension Zettersfeld gehört. Begonnen hat alles im Jahr 1913: Damals bestand am Zettersfeld, oft auch als das „Sonnendach“ von Lienz bezeichnet, eine Almhütte, zunächst ohne Bewirtung, aber mit einfachen Übernachtungsmöglichkeiten. 1953 brannte die Alm vollständig ab, wurde von der Eigentümerfamilie Bidner mit Natursteinen vom Zettersfeld aber wieder neu aufgebaut.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich aus der ursprünglichen Alm der „Alpengasthof Bidner“. 1975 wurde das Gebäude durch einen Speisesaal erweitert, 1980 entschloss man sich für die Modernisierung der Zimmer, stattete diese mit WC- und Badbereichen aus, erneuerte die Küche und baute den Dachboden in Gästezimmer um. 11 Jahre später folgte ein Anbau in Richtung Westen: Der Westtrakt bot Platz für die Vergrößerung des Speisesaals und für neue Zimmer. 2008 wurde nach Osten hin um weitere Zimmer sowie eine WC-Anlage erweitert und ein Jahr später der bestehende Südbalkon zu einer Wintergartenterrasse ausgebaut. „2011 habe ich die Pension Zettersfeld gekauft, die 1980 öffnet worden war“, blickt Sylvia Schneider zurück und erzählt, dass ihr Vater in der Beda-Weber-Gasse im Herzen der Osttiroler Bezirkshauptstadt aufgewachsen ist. „Er erbte später den Almgasthof, während das Haus in Lienz vis-à-vis von der Michaelskirche an seine Schwestern ging. „Seit 1985 befindet es sich in meinem Besitz“, ergänzt sie.
Den Alpengasthof Bidner und die Pension Zettersfeld bezeichnet die Unternehmerin als typischen Familienbetrieb, in dem mehrere Generationen mithelfen. „Opa ist mit 85 Jahren immer noch aktiv dabei“, berichtet Sylvia und freut sich, dass auch der Jüngste mit sechs Jahren schon Interesse am Familiengeschäft zeigt. „In einem Tourismusunternehmen wie dem unseren hört die Arbeit nie auf. Man muss immer mit der Zeit gehen und das Angebot den jeweiligen Ansprüchen der Gäste anpassen.“ Wenig verwunderlich wurde so auch in den letzten Jahren weiterhin Geld und Zeit in die Renovierung der beiden Häuser gesteckt.
Ein größeres Investitionsprojekt, die Errichtung eines eigenen Heizhauses, wurde 2021 in Angriff genommen. „Unser Ziel war es, eine neue Heizanlage für beide Häuser zu schaffen und mit dem Ausstieg aus Öl ein nachhaltiges System zu installieren“, so Sylvia Schneider. Der Spatenstich erfolgte im August 2021, im Dezember 2021 konnten die Arbeiten abgeschlossen werden. Das neue Heizhaus liegt in Hanglage östlich des Alpengasthofes Bidner und wurde als dreistöckiger Bau in Beton und Holz umgesetzt. Kernstück ist eine moderne Biomasseheizung mit 2 x 120 kW, zu der auch ein Lager mit rund 400 Kubikmeter Fassungsvermögen gehört. Hier lagert das Hackgut, das überwiegend aus dem eigenen Wald stammt. Vom Heizhaus, an dessen südseitiger Wand sich eine neue Solaranlage zur Warmwassererzeugung befindet, führen eigene Leitungen zum Alpengasthof Bidner und zur Pension Zettersfeld. In das Heizsystem eingebunden sind je zwei Pufferspeicher pro Haus sowie Verteiler. Die dafür notwendigen Räumlichkeiten waren vorhanden und mussten nur adaptiert werden.
Das neue Heizhaus sichert mit modernstem technischen Equipment die Energieversorgung des Alpengasthofes Bidner und der Pension Zettersfeld.
Kernstück der auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Heizanlage ist eine moderne Biomasseheizung, in den beiden Häusern wurden Pufferspeicher sowie Verteiler installiert. An der südseitigen Wand des Heizhauses befindet sich eine neue Solaranlage zur Warmwasseraufbereitung.
Rund 900.000 Euro flossen in das Projekt, das neben dem neuen Heizsystem auch die Errichtung eines neuen Wintergartens mit Terrasse einschloss. „Der Wintergarten wurde westlich an den Alpengasthof Bidner angebaut und in Holzbauweise mit Glas umgesetzt. Er bietet Platz für rund 40 Personen und verfügt über einen eigenen Aufgang“, informiert Sylvia Schneider. Auch der Bereich direkt unterhalb des Wintergartens wurde einer Nutzung zugeführt: Hier befinden sich heute ein Personalraum, der Skistall und ein Lager.
Blick auf den neuen Wintergarten
Der Alpengasthof Bidner und die Pension Zettersfeld werden als Saisonbetriebe geführt. Insgesamt stehen in beiden Häusern 110 Betten zur Verfügung, die Verpflegung erfolgt über die Großküche im Alpengasthof Bidner. Im gemütlichen Restaurant mit rund 400 Sitzplätzen werden zu Spitzenzeiten in der Skisaison zwischen 800 und 1.200 Mittagessen an einem Tag serviert.
Text: Elisabeth Hilgartner, Fotos: © Elias Bachmann





