Lienz und die ÖBB sind für neue Radsaison gerüstet

Rund 120.000 Freizeitsportler nutzten im Sommer 2016 die Rad-Shuttle-Züge zwischen Lienz und Innichen. Verantwortliche zogen Bilanz über Erfolgsgeschichte Drauradweg.

Vertreter der Stadt Lienz, der ÖBB und der Firma Papin Sport berichteten am Donnerstag, 1. Juni, am Lienzer Bahnhof von der Entwicklung des Radverkehrs zwischen Innichen und Lienz in den letzten zehn Jahren, über das beliebte Angebot der Bahn für die Radsportler und über Zukunftsaussichten. „Was für Kitzbühel das Hahnenkammrennen ist, ist für Lienz und Osttirol der Drauradweg, nämlich eine Erfolgsgeschichte. Etwa 120.000 Freizeitsportler nutzten in den Sommermonaten des Vorjahres unser grenzüberschreitendes Bahnangebot zwischen Innichen und Lienz“, freute sich René Zumtobel, Regionalmanager für den ÖBB-Personenverkehr in Tirol. Seit 1. Mai verkehrt an Wochenenden auf der Strecke wieder ein eigener Zusatzzug mit Fahrradwagen, im Laufe des Juni wird dieser Zug wieder täglich eingesetzt, und von 10. Juli bis 31. August stellt die Bahn pro Tag vier Reisemöglichkeiten mit Fahrrad zur Verfügung. „Im Juli und August kommen wieder klimatisierte Doppelstock-Wendezüge mit einer Kapazität von bis zu 340 Fahrrädern pro Zug zum Einsatz“, berichtete Zumtobel.

v.l.n.r.: Karl Fritz Schmidhofer (Papin Sport), René Zumtobel (ÖBB), Bgm. DI Elisabeth Blanik, Stadtmarketing-Leiter Mag. Oskar Januschke, Umweltausschuss-Obfrau GR Gerlinde Kieberl

Von einer Befragung, die jeweils im August 2006, 2010 und 2016 an rund 600 Nutzern des Drauradweges durchgeführt wurde, berichtete Mag. Oskar Januschke, Leiter des Stadtmarketings Lienz. „Der Anteil der Osttiroler Einheimischen bzw. Touristen, die den Radweg benutzen, ist von 7% im Jahr 2006 auf 18% im Vorjahr gestiegen. Besonders erfreulich ist auch, dass der Anteil der Nutzer, die in der Region übernachten, auf 69% gesteigert werden konnte. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt 6,1 Tage“, so Januschke. 50% befahren den Radweg gemeinsam mit der Familie, der Anteil der Leihräder ist in den vergangenen zehn Jahren von 24% auf 60% gestiegen. Das freut natürlich besonders auch die Firma Papin Sport. „Immer mehr Schulklassen – aus Trient bis Venedig – nutzen den Service. Der Anteil der E-Bikes steigt massiv, weswegen wir in diesem Segment stark aufgerüstet haben“, berichtete Karl Fritz Schmidhofer von Papin Sport.

Hauptmotive für einen Radausflug am Drauradweg sind laut Befragung, dass es sich um eine ideale Tagestour handelt, die sportliche Betätigung an der frischen Luft, das Kennenlernen neuer Ortschaften und das Beisammensein mit Familie und Freunden.

Die Lienzer Bgm. DI Elisabeth Blanik lobte besonders das Engagement der ÖBB-MitarbeiterInnen vor Ort, die für einen reibungslosen Ablauf am Bahnhof sorgen. „Die Promotoren, die in der Hauptsaison eingesetzt werden, haben sich außerordentlich bewährt. Derzeit spielt sich der ganze Rad-Shuttle-Verkehr am Bahnsteig 1 ab. Wenn das neue Mobilitätszentrum erst einmal fertig ist, wird dieser Bereich Richtung Süden verlagert, und der Bahnsteig steht dann wieder hauptsächlich für den Railjet zur Verfügung“, so Blanik. Sie betonte nicht nur, wie wichtig der Drauradweg für den Tourismus und die Wirtschaft Osttirols ist, sondern auch, dass Lienz – besonders auch durch das Bahn/Fahrrad-Kombiangebot – enorm an Bekanntheit gewonnen habe.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: TVBO/Eisenschink Gerhard, Osttirol heute/Mühlburger

01. Juni 2017 um