Dölsach: Museum „Aguntum Stadt“ wird neu aufgestellt

Im Sommer 2024 soll das neu gestaltete Museum eröffnet werden. Im Grabungsgebäude wird ein Teil des Depots begehbar gemacht. Investiert werden rund 870.000 Euro.

Bei einem Medientermin stellten Vertreter des Vereins Curatorium pro Agunto nicht nur das neue Museumskonzept vor, sondern auch den Film „Vernetzte Archäologie: Die frühen Bewohner der Ostalpen“, der im Rahmen eines Interreg-Projektes gemeinsam mit dem Museum Mansio Sebatum in St. Lorenzen und dem Archäologischen Museum in Pieve di Cadore gestaltet wurde. „200.000 Euro hat der Film für alle drei Museen gekostet. 80 Prozent werden über Interreg gefördert. Der Film soll Dölsach, St. Lorenzen und Pieve di Cadore als drei lebendige Orte der Geschichte und die drei Museen, ihre Eigenheiten und Gemeinsamkeiten vorstellen“, erklärte dazu Obmann Dr. Leo Gomig.

Das Museum Aguntum wurde 2005 eröffnet und soll nun neu gestaltet werden. „Das Museum blieb 17 Jahre mehr oder weniger unverändert. Für die Neugestaltung sind 870.000 Euro vorgesehen. In einer ersten Etappe werden wir für die Planung 150.000 Euro investieren. 55 Prozent davon sind durch Interreg gefördert, 24.000 trägt der Verein und für den Rest wollen wir eine Förderung durch das Land Tirol erreichen“, so Gomig.

 

 

Geschäftsführer Dr. Manfred Hainzl stellte das neue Konzept vor. „Normalerweise müssen Museen alle zehn bis fünfzehn Jahre erneuert werden, weil sich sowohl die Besucher, als auch die Erkenntnisse und die technischen Möglichkeiten der Präsentation ändern. Wir orientieren uns bei unserem Konzept insbesondere am Österreichischen Museumsgütesiegel. Aguntum ist für mich ein Paradebeispiel für ein Museum, in dem Objekte in enger Zusammenarbeit geborgen, aufbewahrt, interpretiert und der Öffentlichkeit präsentiert werden“, erklärte Hainzel.

Auch der Archäologische Park und das Grabungsgebäude werden natürlich in das neue Konzept eingearbeitet. „Über einen Schauraum soll ein Teil des Depots im Grabungsgebäude für unsere Besucher*innen begehbar gemacht werden. Im Museumsgebäude werden die drei Bereiche Dauerausstellung, wechselnde Ausstellungen sowie der Bereich Eingang/Kassa/Service neu durchdacht. Auch zeitgenössische Kunstausstellungen sollen in Zukunft im Museum Platz finden“, so Hainzl.

 

 

Die Dauerausstellung soll möglichst umfassend über die Römer der Antike im alpinen Raum, das politische System, das Rechtswesen, wirtschaftliche Grundlagen sowie über die Architektur und das Bauwesen in Aguntum informieren. „Wichtig ist mir persönlich auch, das Verhältnis des alpinen Raums zu Rom in der damaligen Zeit zu thematisieren. Wir wollen auch ausloten, wie wir das Thema Archäologie im Museum abbilden können. Es geht dabei darum, wie man Spuren liest und auch versteht, aber auch allgemein, wie Archäologie arbeitet“, so Hainzl.

Erste Ergebnisse der Planungsphase sollen im Dezember 2022 präsentiert werden. „Das Jahr 2023 verwenden wir für die Detailplanung. Bereits Ende 2023 wollen wir mit der Umsetzung beginnen, und wir planen, das neue Museum Aguntum Stadt im Sommer 2024 eröffnen zu können“, erklärten Leo Gomig und Manfred Hainzl abschließend.

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

10. Mai 2022 um