Lienz: Mechatronik-Standort testet Beatmungsmasken für Spitäler
Das Universitätsinstitut für Mechatronik in Lienz prüft in internationaler Zusammenarbeit Prototypen von Adaptersystemen. Erfolgversprechende Ansätze.
Die Division für Mechatronik Lienz der Universität UMIT testet derzeit Möglichkeiten, Schnorchelmasken, Schnarchgeräte etc. mittels spezieller Adapter an die medizinische Sauerstoffversorgung anzuschließen. Die Prototypen könnten helfen, Beatmungsgeräte in Spitälern zu entlasten. Dies berichtet der Leiter der universitären Einrichtung, a.o. Univ.-Prof. DDI Dr. Fadi Dohnal.
Die Entwicklungen haben das Ziel, Gesundheitssysteme zu unterstützen, in denen es auf Grund der Vielzahl von Intensivpatienten zu Engpässen bei der medizinischen Sauerstoffversorgung kommt. Gedacht sind die Adaptersysteme für Patienten, die noch beatmet werden müssen, die schlimmste Phase einer Corona-Erkrankung mit schwerem Verlauf jedoch bereits überstanden haben. Man könnte sie auf solche Masken umstellen. So stehen schneller klassische Beatmungsgeräte für Notfälle zur Verfügung.
a.o. Univ.-Prof. DDI Dr. Fadi Dohnal, der wissenschaftliche Leiter der universitären Einrichtung in Lienz
„Das österreichische Gesundheitssystem ist auf die Covid-19-Krise gut vorbereitet. Global gesehen, ist das aus verschiedenen Gründen leider nicht überall so. In unserem Projektteam prüfen wir aus diesem Grund internationale Entwicklungen, die zum Ziel haben, zusätzliche Beatmungsmöglichkeiten zu schaffen. Die erfolgversprechendsten Ansätze werden von uns weiterentwickelt und aufgebaut, um sie Medizinern weltweit für Testzwecke zur Verfügung stellen zu können”, skizziert Dohnal das Projekt.
Tests mit Schnorchelmasken, Schnarchgeräten & Co
Hoffnung macht zurzeit ein in Italien entwickelter (und in der Krisenregion Lombardei bereits eingesetzter) Prototyp einer kommerziellen Schnorchelmaske. Eigens konstruierte Ventile stellen eine Verbindung zwischen der Glasfront-Maske und der medizinischen Sauerstoffversorgung her. Die Adapter ermöglichen getrennte Kanäle für die Ein- und Ausatmung der Patienten. Auch andere in Frage kommende Systeme werden geprüft: so etwa ein Schnarchgerät, an dem auch deutsche Forscher seit geraumer Zeit arbeiten. Bevor die Adaptersysteme für die Zertifizierungsprozesse in den jeweiligen Gesundheitssystemen eingereicht werden können, müssen sie noch strengen medizinischen Tests (u.a. an speziellen, dafür vorgesehenen Beatmungspuppen) unterzogen werden. Solche sind aktuell bei Kooperationspartnern in Mexiko und Brasilien in Vorbereitung.
Kooperation mit internationalen Fachkollegen und regionalen Unternehmen
In das Projekt der Division für Mechatronik Lienz sind Fachkollegen der Universität Innsbruck eingebunden sowie freiwillig teilnehmende Studierende. Regionale Unternehmen wie die Firma dreiDP aus Dellach in Oberkärnten produzieren erfolgreiche Adapter im 3D-Druck. Bei der Entwicklung der Prototypen ist internationale Vernetzung wichtig, um auf das jeweilige nationale Gesundheitssystem eingehen zu können. „Wir stehen in laufendem Kontakt mit der Universidade Estadual de Campinas in Sao Paulo (Brasilien) sowie dem National Polytecnic Institute in Mexico City (Mexiko) ebenso wie mit dem Polytecnico in Mailand (Italien)”, so Fadi Dohnal.
Text: Redaktion, Fotos: © Campus Technik Lienz