Diskussion um den Wolf: Osttiroler Bauernvertreter fordern rasches Handeln
Entsetzt über die getöteten und verletzten Schafe, die im Gemeindegebiet von Anras in Siedlungsnähe gefunden wurden, zeigen sich LA Bgm. Martin Mayerl und Landwirt Josef Gietl.
Zwei tote und zehn verletzte Schafe, wovon eines erlöst werden musste, wurden am Sonntag, 24. April, auf einer Heimweide im Gemeindegebiet von Anras aufgefunden. Zwei weitere Tiere werden vermisst. Die Rissbegutachtung durch den örtlich zuständigen Amtstierarzt erfolgte. Es besteht Verdacht auf einen Wolf als Verursacher.
Der Osttiroler Bezirksbauernobmann LA Bgm. Martin Mayerl und der Anraser Ortsbauernobmann Josef Gietl machten sich ein Bild vor Ort. Beide Bauernvertreter zeigten sich entsetzt über den Vorfall: „Neben dem Verlust der Schafe, die der Bauer zu verzeichnen hat, schockt in diesem Fall vor allem der Tatort. Der Wolf hat hier mitten im Ortsgebiet in unmittelbarer Nähe eines Kindergartens zugeschlagen, wo Kinder noch am Vorabend miteinander spielten. Wir haben es hier mit einem Raubtier zu tun, das sich nicht nur an Wild oder Weidetieren vergreift, sondern mit einem Exemplar, das die Nähe zum Siedlungsgebiet nicht zu scheuen scheint.“
Mayerl und Gietl verlangen gemeinsam mit den Entscheidungsträgern in der Gemeinde ein rasches Vorgehen in diesem Fall: „Wir haben auf Landesebene bereits die Möglichkeit zur Entnahme von Problemtieren geschaffen, jedoch wurde diese Möglichkeit im vergangenen Jahr durch eine Beeinspruchung von NGOs und der Entscheidung des Landesverwaltungsgerichtes im Keim erstickt. Diesmal muss zum Schutz für uns alle rasch gehandelt werden“, so Mayerl und Gietl.
„Ich habe bisher gehofft, dass die selbsternannten Wolfsexperten Recht behalten, wenn sie behaupten, dass der Wolf scheu ist, die Nähe des Menschen meidet und keine Gefahr besteht. Leider stellt sich jetzt heraus, dass das so nicht stimmt. Der Wolf ist ein Raubtier, der Wolf reißt, was er bekommt, und der Wolf geht auch ins besiedelte Gebiet“, meint Mayerl.
Unverständnis zeigt Gietl auch über die jüngsten Aussagen von Wolfsexperten in diversen Medien, wonach der Schutzstatus des Wolfes in Stein gemeißelt und weder der Aufschrei verzweifelter Bauern noch die explodierenden Populationszahlen daran auf EU-Ebene etwas ändern würden. „Mir kommt es manchmal so vor, als hätte das Wohlergehen dieser Raubtiere wesentlich mehr Wert als das Wohlergehen der Weidetiere, der Bauern und der Menschen in unseren Dörfern“, hält Gietl fest. Abschließend meint Mayerl: „Der strenge gesetzliche Rahmen lässt schnelle und zielgerichtete Entscheidungen nicht zu. Das ist ernüchternd und frustrierend zugleich und fordert praxistaugliche Lösungen!“
Text: Redaktion, Foto: privat