Diogenes: Altes Handwerk trifft neues Design

Schöne Dinge rund ums Fass werden im traditionsreichen Familienunternehmen Diogenes erzeugt. Gegründet wurde das Unternehmen vor mehr als 150 Jahren.

„Die Ursprünge unserer Firma liegen eigentlich in Oberlienz“, erzählen Hans und Vinzenz Pramstaller. „Im 19. Jahrhundert begannen unsere Vorfahren dort, am Landgut Pramstaller, über eine Verbindung mit der Südtiroler Fassbinderei Heinz dieses traditionelle Handwerk auszuüben.“ Später übersiedelten die Pramstallers in den Grafenanger und schließlich an den aktuellen Standort in Nußdorf-Debant. Die Firmenbezeichnung „Diogenes“, so die beiden Brüder weiter, gehe auf ihren Vater zurück. „Er übte nicht nur selbst das Handwerk eines Fassbinders aus, sondern kaufte von Brauereien auch große, alte Lagerfässer auf, die er bald einer anderen Verwendung zuführte.
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In Anlehnung an den griechischen Philosophen Diogenes von Sinope, dem man nachsagt, dass er in einem alten Fass gelebt haben soll, wählte er den neuen Firmennamen aus.“ Doch damit nicht genug fertigte Hans Pramstaller auch noch ein überdimensionales „Haus-Fass“, in dem er zwar nicht selbst wohnte, das die Firma aber weit über die Grenzen des Bezirkes Lienz hinaus bekannt machte. Im Laufe der Jahrzehnte verminderte sich die Nachfrage nach Holzfässern. Während in früheren Zeiten eine Fassbinderei wie selbstverständlich zu jedem Ort gehörte – Fassbinder lieferten damals an Bauern und Bürgerhaushalte beinahe sämtlichen Hausrat – traten nun Behälter aus anderen Materialien, wie Kunststoff, Glas oder Niro, an deren Stelle. So musste sich der Familienbetrieb Diogenes nach Alternativen umsehen und fand diese in der Herstellung und im Design von Souvenirartikeln, Kleinmöbeln und Einrichtungsgegenständen.

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Heute sind in dem traditionsreichen Osttiroler Betrieb fünf Söhne von Hans Pramstaller tätig. Jeder von ihnen ist für einen eigenen Bereich verantwortlich. Während Hans in der Sparte Fasshandel arbeitet, hat Vinzenz die Leitung der Werkstatt in der Peggetz inne. Helmut, ein gelernter Fassbindermeister und Absolvent der Fachhochschule für Holzverarbeitung in Villach, designt die einzigartigen Möbelstücke und Einrichtungen aus dem Hause Diogenes. Gerhard ist für die Geschenksartikel zuständig und Christian im Außendienst unterwegs.

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Das „Fass-Haus“ in der Debant ist heute Büro und Ausstellungsraum zugleich, die Werkstatt inklusive großem Lager befindet sich im Neunerpark in der Peggetz. Dort entstehen, nach alter Handwerkstradition, nicht nur qualitativ hochwertige Holzfässer für verschiedenste Verwendungszwecke (Fleisch-, Sur- und Krautfässer, Essig-, Schnaps- oder Whiskyfässer), sondern auch Sonderanfertigungen wie Regenwassertonnen, Badewannen oder Blumenkübel. Zum Einsatz kommen verschiedenste Holzsorten, in überwiegendem Maße aber Eichenholz. „Das Holz, das wir verwenden, muss astfrei, feinporig und von bester Qualität sowie richtig gelagert sein. Wir kaufen bei verschiedensten Lieferanten ein, u.a. auch bei heimischen Bauern oder der Fa. Ortner in Nikolsdorf“, so Vinzenz und Hans Pramstaller.

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Dass beste Qualität und Bodenständigkeit in Kombination mit neuen Ideen der Unternehmerfamilie Pramstaller ein Herzensanliegen sind, zeigt sich aber nicht nur in der Produktion neuer Holzfässer. Verarbeitet aus alten Weinfässern, beweisen auch die individuellen Kunstwerke der Diogenes-Möbelkollektionen für Privathäuser und Gärten, Weinkeller, Büros oder den Gastro- und Eventbereich, dass Fässer mehr können als nur lagern. „Alte Fässer, die wir für unsere Möbel verwenden, wurden zu ihrer Zeit unter ganz besonderen Richtlinien hergestellt. Das Holz schlug man traditionell nach  speziellen Mondphasen und trocknete es lange an der Luft. So erhielt es einen ganz eigenen Charakter, ist etwas Einmaliges und auch mit modernster Technik heute nicht mehr so zu produzieren“, stellt Helmut Pramstaller fest.

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In der Peggetz werden die Fässer aus aller Welt getrocknet, um später den Weinstein, den der köstliche Tropfen während seiner Reifung hinterlassen hat, besser entfernen zu können. Kleine Mengen davon bewahren die Pramstallers auf und setzen diese des Öfteren auch für individuelle Gestaltungen, z.B. von Weinkellern, ein. Verarbeitet mit neuesten Methoden und kombiniert mit Materialien wie Glas, Edelstahl oder Leder, erfreuen die Diogenes-Fassmöbel inzwischen zahlreiche Kunden weit über die Grenzen Österreichs hinaus. Die Referenzliste des Familienunternehmens ist lang. Hier findet sich Klientel aus Monaco und Japan ebenso wie aus Deutschland, Italien oder Spanien.

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„Unsere Produkte erzählen allesamt eine Geschichte: die eines tradtionsreichen Handwerkes ebenso wie jene modernen Designs und hoher Innovationskraft“, so die Pramstaller-Brüder abschließend. Wer sich für ein neues Holzfass oder für modernes, individuelles Möbeldesign aus alten Holzfässern interessiert, ist bei der Fa. Gebrüder Pramstaller KG, Glocknerstraße 4, 9990 Nußdorf-Debant, Tel. 04852/62498, an der richtigen Adresse! Nähere Infos finden Interessierte auch unter www.diogenes.at

Text: E. Hilgartner, Fotos: Martin Lugger/Profer & Partner

26. September 2015 um