Als starker Partner in der Region die Zukunft gestalten!
2023 ist die „Raiffeisenbank Sillian – Lienzer Talboden eGen“ nach erfolgreicher Fusion in die Zukunft gestartet und setzt weiterhin auf Werte wie Stabilität, Kompetenz und Vertrauen.
„Aus der Region – für die Region“ – dieser Grundsatz drückt das nachhaltige Denk- und Wirtschaftsmodell von Raiffeisen aus und inkludiert auf Basis der genossenschaftlichen Organisation die unmittelbare Nähe zu den Menschen vor Ort. Die Rolle als „starke Regionalbank“ streichen auch die beiden Vorstandsdirektoren, Alois Ortner und Mag. Reinhard Webhofer, besonders heraus. Im Osttirol heute-Interview blicken sie auf das Jahr 2023 zurück, erläutern die Gründe für die Fusion mit der Raiffeisenkasse Lienzer Talboden sowie die daraus resultierenden Vorteile und sprechen mit Blick auf die Zukunft Chancen, aber auch schwierige Rahmenbedingungen an.

Herr Direktor Ortner, wie fällt die vorläufige Bilanz für 2023 aus?
Dir. Alois Ortner: Für uns als Regionalbank war es ohne Zweifel ein spannendes Jahr – mit vielen positiven, aber auch sehr vielen herausfordernden Aspekten. Während der Zeit der Null-Zins-Politik hatten wir eine lange Durststrecke zu durchtauchen, die Zinswende bedingt nun natürlich ein erfreulich gutes Ergebnis. Steigerungen konnten wir 2023 im Bereich des Finanzierungsvolumens (+5 %) und im Hinblick auf die Einlagen (+2 %) verzeichnen, während der Rückgang bei den Wohnbaukrediten (ca. -50 %) doch ein sehr massiver ist. Der Hauptschwerpunkt unserer Arbeit richtete sich im heurigen Jahr ganz klar auf die Fusion mit der Raika Lienzer Talboden. Außerdem standen auch die Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung hoch oben auf unserer Agenda.
Was waren die Gründe für die angesprochene Fusion mit der Raiffeisenkasse Lienzer Talboden?
Dir. Alois Ortner: Wir sind im September 2023 als „Raiffeisenbank Sillian – Lienzer Talboden eGen“ sozusagen neu durchgestartet, nachdem die Absichtserklärung im Dezember 2022 unterzeichnet und ab diesem Zeitpunkt die wichtigsten Themen von Arbeitsgruppen bearbeitet wurden. Die einstimmigen Beschlüsse zur Fusion fielen in den Generalversammlungen im Mai 2023. Im Prinzip zielt unsere Entscheidung zur Bündelung der Kräfte darauf ab, noch effizienter und kompetenter für die Kundinnen und Kunden da zu sein. Die Fusion entspricht aber auch einem allgemeinen Trend im Bankenwesen, um Kosten senken, Synergiepotenziale heben und die Spezialisierung vorantreiben zu können. Nicht zu vergessen ist der Vorteil, dass die regulatorischen Vorgaben in größeren Einheiten leichter umzusetzen sind.
Herr Direktor Webhofer, wo sehen Sie den Mehrwert für die Kundinnen und Kunden?
Dir. Reinhard Webhofer: Insgesamt kann man sagen, dass das gemeinsame größere Marktgebiet natürlich viele Chancen bietet. Dementsprechend sind unsere Erwartungen für die weitere mittel- und langfristige Entwicklung auch sehr positive. In Hinblick auf die Fusion war es uns wichtig, dass alle Arbeitsplätze sowie alle sieben Bankstellen erhalten bleiben. Zukünftig wollen wir, gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die professionelle Betreuung der insgesamt über 18.000 Kundinnen und Kunden weiter verbessern und ausbauen. Die Fusion eröffnet die Möglichkeit, dass unsere Expertenteams sich noch mehr Zeit für die individuelle Beratung nehmen können.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Raiffeisenbank Sillian – Lienzer Talboden eGen
Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählt die Raiffeisenbank Sillian – Lienzer Talboden?
Dir. Reinhard Webhofer: Aktuell gehören 67 Personen unserem Mitarbeiterteam an, womit wir in der Region doch zu den größeren Arbeitgebern zählen. Durch die Fusion konnten nicht nur alle Arbeitsplätze gesichert werden, den einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stehen zudem auch bessere Aufstiegschancen und Perspektiven offen. In einer größeren Einheit kann man sich wesentlich leichter auf eigene Interessens- und Kompetenzbereiche fokussieren als dies in einer kleinen Bank möglich ist.
Im Bild die Firmenkundenbetreuer
Beste Beratung im Bereich „Private Banking“
Die Spezialisten im Bereich Wohnbaufinanzierung
Inwieweit profitiert die Region von der Kooperation der beiden heimischen Bankinstitute?
Dir. Reinhard Webhofer: Mit einer Bilanzsumme von rund 532 Millionen Euro ist die Raiffeisenbank Sillian – Lienzer Talboden nun neben der DolomitenBank die größte Regionalbank im Bezirk Lienz. Von der Stabilität, Kompetenz, Stärke und regionalen Identität unseres Unternehmens, die auch in einem einheitlichen Marktauftritt deutlich werden, profitiert natürlich auch die Region. Als größeres Bankunternehmen können wir mehr bewegen, haben bessere Möglichkeiten in der Mitgestaltung des Wirtschaftsraumes und im direkten Sponsoring. Alleine 2022 haben wir mit über 70.000 Euro verschiedenste Kultur-, Jugend- und Sozialprojekte, Institutionen, Vereine, und damit Menschen in der Region unterstützt.
Herr Direktor Ortner, wie schätzen Sie die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Osttirol ein?
Dir. Alois Ortner: Aktuell präsentiert sich die Wirtschaft im Bezirk Lienz, basierend auf einem ausgewogenen Branchenmix und vielen fleißigen sowie innovativen Unternehmen, als sehr stabil. Die allgemeine Auftragslage ist eine durchaus zufriedenstellende, wenngleich es branchenspezifisch natürlich Unterschiede gibt. Trotz Inflation, deutlichen Zinsanhebungen und allgemeiner Teuerung verzeichneten wir 2023 im Kreditsektor gute Zuwachsraten, was bedeutet, dass die Betriebe nach wie vor in die Zukunft investieren. Eine Prognose für 2024 abzugeben, ist angesichts der vielen internationalen Krisenherde, der schwächelnden Konjunktur sowie verschiedener anderer Entwicklungen auf europäischer Ebene nicht einfach. Im Hinblick auf die Zinspolitik der EZB dürfte der Plafond erreicht worden sein.
Wenn man 2024 von einer niedrigeren Inflation, wie allgemein erwartet, ausgeht, dürfte sich dies auch in einem mittelfristig sinkenden Leitzinssatz niederschlagen. Durchaus schwierig ist die Situation bei den Wohnbaufinanzierungen, bedingt durch die KIM-Verordnung, die die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA erlassen hat und die seit Mitte 2022 zur Anwendung kommt. In Kombination mit den gestiegenen Kosten im Bausektor hat dies zu einer deutlichen Reduktion insbesondere im privaten Wohnbau geführt. Die Anzahl der Neubauten ist stark geschrumpft. Wenn investiert wurde, dann meist in Form von Anbauten oder Aufstockungen auf bestehende Gebäude. Für 2024 rechnen wir mit einer leichten Entspannung am Bausektor. Es sind auch wieder einige neue Wohnbauprojekte gemeinnütziger Bauträger in Vorbereitung, wobei es dabei vor allem um die Realisierung von Miet-Kauf-Wohnungen geht.
Was sind die Zielsetzungen der Raiffeisenbank Sillian – Lienzer Talboden für 2024?
Dir. Alois Ortner: Unser Kerngeschäft wird weiterhin das Einlagen- und das Kreditwesengeschäft bleiben. Wir werden alles daransetzen, für unsere Firmenkunden die jeweils richtigen Lösungen zu suchen. Wir unterstützen die Betriebe bei Finanzierungen, Förderungen oder bei Vorsorgelösungen für die Unternehmer ebenso wie für deren Mitarbeiter. Auch im Bereich „Private Banking“ können wir viele attraktive Angebote bieten. Nicht geändert hat sich unser Fokus auf den Dienstleistungsbereich mit Wertpapieren, Bausparen, Versicherungen und die Vorsorgeberatung. 2024 werden außerdem auch wieder die Themen „Nachhaltigkeit“ und „Digitalisierung“ eine sehr große Rolle spielen.
Das Team „Lienzer Talboden“
Herr Direktor Webhofer, was ist konkret mit „Nachhaltigkeit“ gemeint?
Dir. Reinhard Webhofer: Es geht darum, dass Banken den Nachhaltigkeitsgedanken fest in ihrer Unternehmensphilosophie verankern und bestrebt sind, Finanzaktivitäten zunehmend auch an den Themen Ethik und Ökologie auszurichten. Nachhaltige Banken investieren in Unternehmen und Projekte, die zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen bzw. die Bereiche Bildung und Soziales fördern. Diesen „Green Deal“ wollen auch wir als Raiffeisenbank Sillian – Lienzer Talboden schaffen, wobei für uns der Themenbereich „Nachhaltigkeit“ wesentlich weiter gefasst ist. Nachhaltigkeit heißt für uns auch, Aufträge regional zu vergeben, eine Praxis, die wir als heimische Bank übrigens schon seit vielen Jahrzehnten pflegen. Nachhaltig versuchen wir beispielsweise auch in der Gestaltung von Arbeitszeiten zu agieren, indem wir Teilzeitbeschäftigungsmodelle sowie die Möglichkeit des Homeoffice anbieten. Und nicht zuletzt hat für uns der Nachhaltigkeitsgedanke auch sehr viel mit dem richtigen Einsatz von Ressourcen zu tun. Wir prüfen, was Sinn macht, und entscheiden mit Weitblick und Hausverstand.
In den Bildern die Bankstellen der Raiffeisenbank Sillian – Lienzer Talboden eGen in Abfaltersbach, Nußdorf-Debant, Dölsach, Kartitsch, Obertilliach und Thal sowie die SB-Standorte in Anras, Nikolsdorf und Strassen
Wie weit ist die digitale Transformation in der Raiffeisenbank Sillian – Lienzer Talboden vorangeschritten?
Dir. Reinhard Webhofer: Wir beobachten schon seit einigen Jahren eine Verschiebung hin zu einem „hybriden“ Kundenklientel, das sowohl digitale als auch lokale Dienstleistungen im Bankensektor sehr schätzt. Dementsprechend haben auch wir unsere digitalen Bankdienstleistungen kontinuierlich ausgebaut – und werden dies auch weiterhin tun. Wie die Ergebnisse der aktuellen Tiroler Bankenstudie zeigen, nützen heute bereits 72 % der Kundinnen und Kunden das Online-Banking für den Zahlungsverkehr. Gleichzeitig kann sich mehr als die Hälfte der Befragten eine Zukunft ohne Bankfilialen vor Ort nicht vorstellen. Diese Ergebnisse unterstreichen, dass wir als Raiffeisenbank Sillian – Lienzer Talboden auf dem richtigen Weg sind. Wir werden auch in Zukunft alles daransetzen, den Spagat zwischen dem traditionellen Bankgeschäft und modernen, digitalen Ansätzen zu meistern.
Danke für das Gespräch!
Fotos: © Martin Lugger, Axel Springer