Raiffeisenbank Sillian: Eine Bank für die Zukunft!
Aus dem einstigen Spar- und Kassenverein hat sich im Laufe der Zeit eine erfolgreiche, in der Region tief verwurzelte Genossenschaftsbank entwickelt.
1897 haben 25 Gründungsmitglieder aus Sillian und Umgebung einen Spar- und Vorschusskassenverein gegründet. 125 Jahre später sind daraus 2.570 Mitglieder geworden. Basierend auf dem Weitblick und den richtigen strategischen Überlegungen der Entscheidungsträger sowie dem Einsatz aller Beschäftigten belegen heute beeindruckende Zahlen und Fakten die Bedeutung und den Stellenwert der Bank, die den ausgezeichneten 6. Rang unter den Raiffeisenbanken in ganz Tirol einnimmt: Die Bilanzsumme beläuft sich auf 445 Millionen Euro und das Kreditvolumen auf rund 200 Millionen Euro. 58 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in den fünf Bankstellen tätig, die durch zwei SB-Standorte ergänzt werden.
Das Vorstands-Duo im Jahre 2022: Dir. Alois Ortner und Dir. Mag. Reinhard Webhofer
14.000 Kundinnen und Kunden vertrauen auf die Leistungen der Raiffeisenbank Sillian, darunter 510 Firmen- und Geschäftskunden. Dem Aufsichtsrat unter dem aktuellen Vorsitzenden Peter Mair gehören 11 gewählte Persönlichkeiten und zwei vom Betriebsrat entsandte Aufsichtsräte an, die operativen Geschäfte leiten die beiden Vorstände Alois Ortner und Mag. Reinhard Webhofer. Ihr Credo ist es, gemeinsam mit dem gesamten Team auch in Zukunft Ansprechpartner in allen finanziellen Angelegenheiten für alle Menschen in der Region zu sein – und dabei, neben modernsten digitalen Banklösungen, immer auch den Fokus auf eine persönliche Beratung und Betreuung der Kundinnen und Kunden zu legen.
Die Raiffeisenbank Sillian machen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus. Im Blick das Team im Frühjahr 2022
Das 125-Jahr-Jubiläum war und ist nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch dafür, Danke zu sagen – an alle, die in den vergangenen Jahrzehnten am Erfolg der Raiffeisenbank mitgearbeitet haben und an alle Kundinnen und Kunden. Einen Höhepunkt des Jubiläumsjahres bildeten so auch ein „Tag der offenen Tür“ und das Jubiläumsfest Mitte Juni. Bei Kaiserwetter folgten rund 350 Besucherinnen und Besucher der Einladung, um gemeinsam mit ihrer Regionalbank das stolze Jubiläum zu begehen. Den Auftakt nahm der Festtag mit der Segnung der neu umgebauten Büros im 1. und 2. Stock der Zentrale im Herzen der Pustertaler Marktgemeinde. Anschließend konnten alle Bankräumlichkeiten besichtigt werden.
Reger Zuspruch und großes Interesse am „Tag der offenen Tür“ mit Segnung der neuen Räumlichkeiten im 1. und 2. Stock des Bankgebäudes in Sillian
Für die weiteren Feierlichkeiten wechselte man ins Kulturzentrum Sillian, wo ein ebenso würdiges wie unterhaltsames Fest für Jung und Alt über die Bühne ging. Das bestens organisierte Programm umfasste neben Speis und Trank auch eine musikalische Unterhaltung und ein abwechslungsreiches Kinderprogramm. Mit großem Interesse verfolgten die Besucherinnen und Besucher die Präsentation des Filmes „125 Jahre Raiffeisenbank Sillian“. Fünf Gewinnerinnen und Gewinner freuten sich über regionale Geschenkskörbe, die im Rahmen der Veranstaltung verlost wurden.

Das Jubiläumsfest im Kulturzentrum Sillian begeisterte Jung und Alt.
Aus der Geschichte der Raiffeisenbank Sillian
Große Umwälzungen prägten die Jahrzehnte spätestens ab der Mitte des 19. Jahrhunderts. Nach den Napoleonischen Kriegen, der Märzrevolution von 1848 und der damit einhergehenden Befreiung der Bauern und der Grundentlastung zeichnete sich, trotz sozialer Fortschritte, ab, dass Teile der Bevölkerung auf die neue Zeit und ihre Umstände wenig bis gar nicht vorbereitet waren. So resultierten beispielweise aus dem Wechsel von der Natural-, in die Geldwirtschaft große Probleme. Zudem verlangte die große Bevölkerungszunahme höhere Bodenerträge, die nur durch technische Neuerungen zu leisten waren. Dies erforderte jedoch im Gegenzug auch wieder Kapital – und dieses war rar beziehungsweise teuer. Wer damals einen Kredit aufnehmen musste, sah sich mit großen Schwierigkeiten konfrontiert, diesen auch zurückzahlen zu können. Um den Bauern und Handwerkern eine Möglichkeit zu bieten, sich an die neue Zeit anzupassen, die Höfe zu retten und die Wirtschaft anzukurbeln, beschäftigte sich die Tiroler Landesregierung ab 1883 mit der Gründung von Raiffeisenkassen – nach der Genossenschaftsidee und dem Prinzip des deutschen Sozialreformers Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Jeder neu gegründeten Raiffeisenkasse sicherte die Landesregierung daher 250 Gulden an Startkapital zu.

Blick auf Sillian um das Jahr 1880 (Bild links), Josef Schraffl, der 1. Obmann der heutigen Raiffeisenbank Sillian (Bild Mitte) und die Stiftungsurkunde aus dem Jahre 1897 (Bild rechts)
So wurde 1897 auch in Sillian ein Spar- und Darlehenskassenverein ins Leben gerufen. Federführend bei der Gründung war Josef Gasser, der Pfarrer von Vierschach. Zum ersten Obmann wurde der Gastwirt und Bäckermeister Josef Schraffl aus Sillian gewählt. Er gilt als Gründer des Tiroler Bauernbundes, der Christlich-Sozialen Partei und war von 1917 bis 1921 Landeshauptmann von Tirol. Das erste Kassenlokal in Sillian befand sich im „Forcher Haus“ und wurde nach wiederholtem Wechsel schließlich im Gemeindehaus untergebracht. Die wirtschaftliche Entwicklung der Kasse ließ in der Anfangszeit zu wünschen übrig. Während des Ersten Weltkrieges und in der Zwischenkriegszeit herrschten eine geringe Prosperität und leere Kassen vor. Die Stunde der Raiffeisenbank Sillian sollte erst nach dem Zweiten Weltkrieg schlagen.
Denn mit dem wirtschaftlichen Aufschwung im Nachkriegseuropa wurde auch das Geschäft der Raiffeisenbank Sillian angekurbelt. Anfang der 50er-Jahre wurde ein neuer Standort am Marktplatz bezogen. Hier errichtete man 1973/74 auch das heutige Raiffeisengebäude. Das Team wurde stetig erweitert und bald kamen neue Geschäftsfelder, wie das Geldwechselgeschäft, hinzu. Dieses sicherte der Bank in Ergänzung zu den Kernbereichen – der Hereinnahme von Spareinlagen und der Kreditvergabe – ein gutes Einkommen. Ab den 1980er-Jahren verlor das Geldwechselgeschäft an Bedeutung. An seine Stelle traten andere beratungsintensive Geschäftsfelder, wie die Bereiche Wohnbau, Unternehmensfinanzierungen sowie Vorsorge und Veranlagung, die heute wichtige Säulen der Bank darstellen.
Mit den Jahren erwirtschaftete die Raiffeisenbank Sillian genug Kapital, um größere Unternehmen im operativen Geschäft unterstützen zu können. Außerdem wuchs man kontinuierlich weiter: In den 1970er-Jahren fusionierte man mit den Raikas in Strassen, Abfaltersbach, Untertilliach, Obertilliach und Anras. 2014 kamen Kartitsch und Assling hinzu. Heute ist die Raiffeisenbank Sillian die führende Regionalbank im Osttiroler Pustertal und – basierend auf Werten wie Stabilität, Kompetenz und Vertrauen – für die Zukunft bestens gerüstet!
Die Entwicklung der Raiffeisenbank Sillian von 1897-2022 im Überblick
Text: J. Hilgartner, Fotos: © Raiffeisenbank Sillian/Elias Bachmann












