Die Meister des Gebirgshonigs aus dem Mölltal

Die beiden Imker Johann Ebner und Horst Plössnig aus Mörtschach beflügeln und stärken mit ihrem Gebirgshonig die Imkerei im Oberen Mölltal und darüber hinaus.

„In Mörtschach ist Qualität zu Hause“ – dies beweisen Johann Ebner und Horst Plössnig mit ihrem Gebirgshonig, der nicht nur ein besonders genussvolles und gesundes Lebensmittel ist, sondern immer wieder auch Preise bei österreichweiten Prämierungen einheimst. Auf das Arbeiten im Einklang mit der Natur legen die beiden Imker besonders großen Wert – und so ist ihr Gebirgshonig auch ein „Regionsprodukt des Nationalparks Hohe Tauern“.

 

Horst Plössnig ist einer von rund 15 so genannten „Wanderlehrern“ in Kärnten.

 

Beide Oberkärntner besitzen jeweils 35 Bienenstöcke und arbeiten eng zusammen. „Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht in Kontakt sind. Uns verbindet nicht nur das Imkern, sondern auch die Leidenschaft für die unberührte Berg- und Naturlandschaft des Nationalparks Hohe Tauern“, betont Johann Ebner, der sich auch als Obmann des Bienenzuchtvereins Mörtschach engagiert.

 

 

Horst Plössnig ist einer von rund 15 so genannten „Wanderlehrern“ in Kärnten und leitet in dieser Funktion Schulungen und Fortbildungskurse – insbesondere auch für Jungimker. „Kaiserin Maria Theresia hat die Imkerei sehr forciert und die erste Imkerschule in der damaligen Monarchie gegründet. Seit dieser Zeit gibt es auch die Wanderlehrer, die vor allem die Imker am Land weiterbilden sollten“, erzählt Horst, der vor seiner Pensionierung als Religionslehrer arbeitete.

 

 

Etwa Mitte Oktober beginnen die Imker mit dem Einwintern. „Wenn der Honig geschleudert und die Ernte vorbei ist, besteht die Hauptaufgabe des Imkers darin, die Bienen mit Winterfutter zu versorgen, damit sie ein starkes Wintervolk aufbauen können. Es geht darum, dass die Bienen gesund durch die kalte Jahreszeit kommen und im Frühjahr wieder voll einsatzfähig sind. Sie bilden eine so genannte Wintertraube und wärmen sich so gegenseitig“, gibt Horst einen Einblick, wie sich die Bienen in der kalten Jahreszeit vor der Kälte schützen.

 

 

Beginnend mit etwa Anfang März werden die Bienen dann an wärmeren Tagen wieder den Bienenstock verlassen und zunächst sogenannte „Reinigungsflüge“ durchführen. „Das Bienenleben beginnt wieder. Die Königin geht in Eilage und fängt an, Nachkommen zu produzieren. Sobald Nachwuchs vorhanden ist, sterben die Winterbienen ab, und es werden die Sommerbienen gebildet. Dieser Austauschprozess ist je nach Witterung bis etwa Mitte/Ende Mai abgeschlossen“, berichtet Johann, ein pensionierter Bank-Filialleiter.

 

 

Im Frühjahr müssen die Honigräume vorbereitet und die Bienen mit Futtervorrat gut versorgt sein. Wenn das Bienenvolk zu wachsen beginnt, erwacht auch die Natur, und die Landschaft verwandelt sich in ein farbenfrohes Blütenmeer. „Der Tisch ist zu dieser Zeit für die Bienen mit der Weideblüte, der Kirschblüte, mit Löwenzahn und später mit Almrausch reichlich gedeckt. Sie beginnen, Nektar und Pollen zu sammeln“, erzählt Horst.

Die „Schwarmzeit“ Ende Juni ist eine der arbeitsintensivsten Perioden für die Imker. „Die Völker müssen nun verstärkt kontrolliert werden. Zur Zeit der Ernte nimmt man den Honig dann aus dem Bienenstock und schleudert ihn. Gleichzeitig wird der Futtervorrat mit Zuckerwasser aufgefüllt. Dank des feuchten und warmen Wetters im Frühjahr und Sommer konnten wir heuer eine besonders ertragreiche Honigernte einfahren“, freuen sich die beiden Imker, die auch der gleiche Geburtsjahrgang 1954 verbindet.

 

 

Die beiden seit vielen Jahren miteinander befreundeten Mölltaler bezeichnen ihren Gebirgshonig als besonders rein und wertvoll. „Echter Honig hat bis zu 200 wertvolle Inhaltstoffe und gilt deshalb als sehr gesund. Wenn man mit Honig erfolgreich sein will, muss man sich der Natur und den Bienen anpassen. Jedes Jahr und jedes Bienenvolk ist anders und damit auch jeder Honig“, betont Johann. Sein Imkerkollege Horst schätzt an der Imkerei vor allem auch, dass man dem Alltag entfliehen und ruhiger werden kann.

 

 

„Wenn man sich mit seinen Bienenvölkern beschäftigt, taucht man in einen faszinierenden Mikrokosmos ein und vergisst die hektische und oft von schlechten Nachrichten geprägte Welt. Vor allem entdeckt man beim Imkern jeden Tag etwas Neues und lernt dabei nie aus.“ Horst vertreibt seinen „Honig vom Bergimker“ größtenteils ab Hof, beliefert aber z.B. auch die Handwerksstube in Mörtschach. Johanns „Mölltaler Bienenhonig“ ist auch in Lebensmittelgeschäften in der Region erhältlich.

„Über den Bienenzuchtverein Mörtschach bieten wir Stammtische für Mitglieder und regelmäßig auch Fortbildungen an. Vor allem sind uns der Erfahrungsaustausch und die Geselligkeit wichtig. Mit einem Törggele-Abend schließen wir das Bienenjahr immer ab“, meint der Obmann. In einem sind sich die beiden begeisterten Imker abschließend absolut einig: „Je intensiver wir uns mit den Bienen und der Natur beschäftigten, desto stärker enthüllt sich uns das großartige Wunder der Schöpfung!“

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Elias Bachmann

01. Dezember 2023 um