Die Chinesen – sie kommen also doch!

Relativ unbemerkt nutzte die Weltmacht China Finanzturbulenzen einzelner EU-Staaten und kaufte sich über Staatsfonds in europäische Infrastruktur- und Schlüsseltechnologien ein. Nach einer aktuellen Veröffentlichung des internationalen Consultingunternehmens PWC (Price Waterhouse Coopers) investierte China 2011 erstmals mehr Geld in europäische Unternehmensbeteiligungen (€ 11 Mrd.) als Europa in China (€ 7 Mrd.). Bis Ende September des heurigen Jahres sanken die Investitionen europäischer Unternehmen in China bereits auf unter € 5 Mrd., wobei Frankreich als größter China-Investor gilt. Der Schluss liegt nahe, dass den EU-Staaten, entsprechend ihrem jahrelangen Credo, in China als in dem Welt-Wachstumsmarkt zu investieren, durch die permanenten Rettungsaktionen des EU-Geldkreislaufes zunehmend freies Investitionskapital fehlt. Was begehren nun die Chinesen besonders? Gekauft wurden 7 Prozent am europäischen Satellitenbetreiber Eutelsat, 9 Prozent am britischen Wasserversorger Thames Water, 21 Prozent am portugiesischen Energieunternehmen EDP und eine nicht genannte Prozentzahl am britischen Flughafen Heathrow, bzw. erfolgte auch die gänzliche Übernahme des deutschen Betonpumpenspezialisten und Weltmarktführers Putzmeister durch den chinesischen Baumaschinenkonzern Sany um € 500 Mio.. Der hiefür operativ tätige chinesische Staatsfonds CIC hat noch ca. 3 Billionen Dollar am Konto. Wahrscheinlich werden wir doch noch Chinesisch als zweite Fremdsprache lernen müssen, um in zehn Jahren unsere Stromrechnung zu verstehen.

21. November 2012 um