Der Redlerhof in Prägraten a.G.: Ein Paradies für Mensch und Tier
Die Themen Nachhaltigkeit und natürliche Kreisläufe spielen am Bio-Hof der Familie Berger eine wichtige Rolle. Diese Werte und das vielfältige Landleben gibt sie auch an Gäste weiter.
Am westlichen Ortsrand von Prägraten am Großvenediger liegt der rund 200 Jahre alte Redlerhof. Hier auf 1.300 Metern Seehöhe haben nicht nur drei Generationen der Familie Berger ihr Zuhause, hier leben auch zahlreiche Tiere – Kühe, Kälber, Jungvieh, Schweine, Hasen und Hauskatze Olga. Bernhard Berger hat den Bio-Bauernhof vor drei Jahren von seinen Eltern Arnold und Elisabeth übernommen und führt ihn heute gemeinsam mit seiner Frau Viktoria als Fleckviehzuchtbetrieb. Die Kinder Adrian (4), Paulina (2) und Isabella (8 Monate) machen das Familienglück perfekt.

In den letzten Jahren wurde der idyllische Bauernhof umfassend renoviert. Im Zuge der Bauarbeiten konnte sich die junge Familie auch einen eigenen Wohnbereich schaffen und drei Ferienwohnungen mit insgesamt zehn Betten modernisieren bzw. ausbauen. Während sich Bernhard vor allem um die Versorgung des Viehs und die Arbeit im Stall, auf den Feldern, im Wald und auf der Alm kümmert, nimmt Viktoria alle Aufgaben rund um „Urlaub am Bauernhof“ wahr.

Auch Bernhards Eltern Elisabeth und Arnold helfen am Redlerhof noch kräftig mit. Elisabeth ist nach wie vor der „gute Geist“ des Hauses. Ihre große Leidenschaft ist der Kräutergarten, sie kümmert sich aber auch um die Verarbeitung der Milch, stellt Butter, Graukäse und Topfen her und bäckt Brot. „Wir mahlen das Korn dafür selbst“, sagt sie und erzählt, dass auf dem Hof jeder seine Aufgaben hat. „Das ist gut für die Familiengemeinschaft. Es bedeutet aber auch, dass man 365 Tage im Jahr im Einsatz ist“, erklärt die gebürtige Matreierin, die auf dem Kerschbaumerhof in der Iseltaler Marktgemeinde aufgewachsen ist.

Jungbäuerin Viktoria ist eine diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin und stammt von einem landwirtschaftlichen Betrieb in Hopfgarten im Defereggental ab. „Mir ist es sehr wichtig, dass unsere Kinder inmitten der Natur, mit den Tieren und mit der bäuerlichen Kultur aufwachsen können. Dieses Bauernhof-Erlebnis wollen wir auch an unsere Gäste weitergeben. Sie können bei der Stallarbeit mit dabei sein oder mithelfen, die Kühe auf die Weide oder auf die Alm zu treiben. Das kommt vor allem bei den Kindern der Urlauber sehr gut an“, erzählt Viktoria.

Der Redlerhof ist nicht nur ein Paradies für Kinder und Naturliebhaber. Auch Wanderer, Bergsteiger und Wintersportler schätzen die Vorzüge des Bauernhofes. Im Winter kann man direkt vor dem Haus die Skier anschnallen und in das kleine, aber feine Skigebiet mit seinen zwei Schleppliften abfahren. Der sonnige Garten bietet einen kleinen Spielplatz für die Kinder, eine Grillmöglichkeit und auch ein Teleskop für die Wildtierbeobachtung. Und dass man hier während seines Urlaubs die hofeigenen Produkte aus biologischer Landwirtschaft – wie Speck, Milch, Butter und Brot – genießen kann, trägt wohl auch dazu bei, dass zahlreiche Stammgäste den Redlerhof Jahr für Jahr als Standort für ihren Urlaub auswählen.

Die Sommer verbringen die Kühe auf der Lasnitzenalm, wo die Milch zu Butter und Graukäse verarbeitet wird. Das Jungvieh weidet in der warmen Jahreszeit auf der Gemeinschaftsalm im Dorfertal. Das Thema Nachhaltigkeit hat für Jungbauer Bernhard einen besonders hohen Stellenwert: „Das Futter für unsere Tiere kommt aus der eigenen Heuproduktion, nur Kraftfutter für unsere Kühe kaufen wir in geringen Mengen zu. Als Selbstversorger bauen wir Erdäpfel, Bohnen und Kraut an. Das Holz für unsere Hackschnitzelheizung kommt aus dem eigenen Wald, und wir planen, demnächst auch eine Photovoltaikanlage zu installieren.“

Bernhard hat nach dem Besuch der Landwirtschaftsschule eine Tischlerlehre absolviert, danach elf Jahre als Zimmerer gearbeitet und führt den Bio-Betrieb jetzt im Vollerwerb. Auch sein Vater Arnold ist bis heute gerne handwerklich tätig. Die beiden haben sich im Keller eine kleine Werkstatt eingerichtet und im Zuge der Sanierung des Hofes beispielsweise die Balkone selbst angefertigt.

Bernhard ist außerdem ein passionierter Jäger. „In der Ruhe des Waldes kann ich so richtig abschalten. Oft bin ich den ganzen Tag unterwegs. Das Wildbret verarbeite ich selbst. Auf natürliche Kreisläufe legen wir am Redlerhof besonders großen Wert. Nachhaltigkeit wollen wir jeden Tag selbst leben und dieses Bewusstsein vor allem auch an unsere Gäste und an die nächste Generation weitergeben“, betont Bernhard Berger abschließend.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Elias Bachmann





