„Coworking“: Arbeitsgruppe sieht großes Potenzial für Osttirol
In Obertilliach entsteht im Zuge der Digitalisierung ein neuer Anlaufpunkt für Gäste und einheimische Auspendler mit acht Arbeitsplätzen. Info-Abend am 30. November in Lienz.
Der neue Coworking-Raum im Gemeindehaus von Obertilliach öffnet bereits nächste Woche. Bei der Präsentation der Räumlichkeiten hat sich die Arbeitsgruppe CoWorking Osttirol der Öffentlichkeit vorgestellt.
Coworking – das ist eine neue Form der Arbeit, bei der sich Angestellte, Start-ups, Freiberufler oder digitale Nomaden fernab vom Unternehmen einen größeren Büroraum teilen und zum Teil gemeinsam kreative Lösungen finden. Geschieht das zum Beispiel im Urlaub, nennt sich das Ganze „Coworkation“ (aus dem Englischen – Coworking und Vacation). Diese Verknüpfung von Urlaub und Arbeit voranzutreiben hat sich der überregionale Verein CoworkationAlps schon vor einigen Jahren zum Ziel gesetzt.
Seit dem vergangenen Sommer sorgt die Arbeitsgruppe CoWorking Osttirol für die Umsetzung in der Region. Ins Leben gerufen wurde sie von Gerti Brugger vom Kesslerstadl in Matrei und dem Innervillgrater Unternehmer Christof Schett. Die zwei Initiatoren bekommen Unterstützung vom Tourismusverband Osttirol und der Raumschmiede, einem Lienzer Netzwerk-Unternehmen für Regionalentwicklung.
„Uns alle verbindet der Glaube an das große Potenzial, das in dem Thema Coworking steckt. Viele Osttiroler Firmenchefs sind bereit, ihre MitarbeiterInnen tageweise an einem Coworking-Platz in der Nähe ihrer Heimatgemeinde arbeiten zu lassen. Das spart zum Beispiel Fahrtkosten und schont zudem die Umwelt“, betont Christof Schett.
In Osttirol gibt es bereits einige Coworking-Plätze, etwa das FoKus by N‘zyan im Defereggental, den Alblerhof im Villgratental oder den Kollreiderhof in Anras. Gerti Brugger: „Mit Obertilliach kommt nun ein weiteres Büro mit ca. 60 Quadratmetern Fläche hinzu – sicher nicht das letzte.“ Eine zusätzliche Facette ist, dass man durch Coworking und Coworkation leerstehenden Gebäuden neues Leben einhauchen kann. Davon ist jedenfalls Raumplaner Thomas Kranebitter von der Lienzer Raumschmiede überzeugt: „Coworking ist eine Option, um Leerstand wieder sinnvoll zu nutzen.“
Wer sich für das Thema interessiert, sollte sich den 30. November vormerken. Um 17.00 Uhr findet im Iselhof in Lienz ein Informationsabend zum Themenkreis Coworking/Coworkation und dem Potenzial für Kommunen und Tourismus statt. Anmeldung unter info@kesslerstadel.at erbeten.
Text: Redaktion, Foto: Thomas Kranebitter