Bevölkerung beteiligt sich an Golzentipp-Projekt

Das Winter- und Sommerprojekt Golzentipp in Obertilliach ist fast ausfinanziert – 1 Mio. Euro sollen die Einheimischen zu den Gesamtkoten von 7,5 Mio. Euro beisteuern.

Die Obertilliacher Bergbahnen GmbH. betreibt auf der Sonnseite des Lesachtales das Skigebiet Golzentipp mit einer Doppelsesselbahn als Zubringer und vier Schleppliften. Im Rahmen eines neuen Projektes soll die veraltete Doppelsesselbahn durch eine moderne Achter- oder Zehnerkabinenbahn ersetzt werden. „Die Sesselbahn ist 33 Jahre alt, die neue Einseilumlaufbahn soll aus geschlossenen Panoramakabinen mit viel Glas bestehen“, erklärt dazu Sepp Lugger, Geschäftsführer der Obertilliacher Bergbahnen GmbH., der in seiner Heimatgemeinde auch den traditionsreichen Gasthof Unterwöger betreibt. Er sieht die neue Einseilumlaufbahn als Teil eines Gesamtprojektes, durch das  sowohl im Winter als auch im Sommer ein einzigartiges Angebot für den Gast und für die Osttiroler Tourismuswirtschaft geschaffen werden soll.

Geschäftsführer Sepp Lugger: „Schon 1976, als wir mit einem Lift aus Lech am Arlberg den Wintertourismus in Obertilliach gestartet haben, sammelten acht Funktionäre Kapital von den Einheimischen. Eine Aktion, die damals schon funktioniert hat, soll beim neuesten Projekt 1 Mio. Euro für den Eigenmittelanteil bringen."

Geschäftsführer Sepp Lugger: „Schon 1976, als wir mit einem Lift aus Lech am Arlberg den Wintertourismus in Obertilliach gestartet haben, sammelten acht Funktionäre Kapital von den Einheimischen. Eine Aktion, die damals schon funktioniert hat, soll beim neuesten Projekt 1 Mio. Euro für den Eigenmittelanteil bringen.“

Auf 2 200 Metern Seehöhe soll eine 10 Kilometer lange Höhenloipe realisiert werden. Im Sommer soll der „Sonnenweg“ Wanderer – vom Kind bis zum Senioren – in die einzigartige Naturlandschaft auf der Obertilliacher Sonnseite bringen. „Wir planen auch, unter Einbeziehung der bestehenden ,Kutteschupfen‘ im Bereich dieses Panoramaweges ein Almdorf zu errichten, in dem der Gast Alm- und Landwirtschaft in der bei uns noch ursprünglichen Form erleben kann“, so Lugger. Auf der Höhenloipe bzw. am Sonnenweg unterwegs, hat der Gast einen atemberaubenden Blick auf die Lienzer und Sextener Dolomiten, aber auch auf die Berge am Karnischen Kamm und die Südtiroler Berge. „Weil die Loipe bzw. der Weg größtenteils am Grat entlang geführt wird, kann man sogar bis zu den Hohen Tauern sehen“, kommt der Geschäftsführer und langjährige Tourismus-Funktionär ins Schwärmen.

Der Rundumblick von den Dolomiten über den Karnischen Kamm bis zu den Hohen Tauern ist am Golzentipp atemberaubend.

Der Rundumblick von den Dolomiten über den Karnischen Kamm bis zu den Hohen Tauern ist am Golzentipp atemberaubend.

Für das Gesamtprojekt am Golzentipp sind rund 7,5 Mio. Euro vorgesehen, rund 6,2 Mio. Euro kostet die Kabinenbahn, 1,3 Mio. Euro die Höhenloipe bzw. der Panoramaweg. Mit jeweils 1,5 Mio. Euro beteiligen sich die Osttirol Invest (Felbertauernstraße AG) und der Tourismusverband Osttirol als Gesellschafter. Eine Million soll durch Einheimische aufgebracht werden. „Die acht Funktionäre der Bergbahnen-Gesellschaft sind in der letzten Zeit von Haus zu Haus gegangen und haben für das Projekt geworben. Wir wollen eine Million Euro als Anteil von einheimischen Gesellschaftern zusammenbringen. Den Löwenanteil davon haben wir bereits durch Unterschrift bestätigt“, erklärt Sepp Lugger. Man sei bei den Obertilliacherinnen und Obertilliachern auf reges Interesse und Verständnis für das Projekt gestoßen, die Anzahl der Gesellschafter werde laut Lugger durch das neue Projekt von derzeit 120 auf 130 bis 140 anwachsen. „Auf unserem Schiff steigen immer mehr Passagiere zu, wir haben in Obertilliach immer schon sparsam und wohlüberlegt geplant, ein hoher Eigenmittelanteil war uns stets wichtig“, betont der Geschäftsführer.

Anstelle der Doppelsesselbahn soll eine Einseilumlaufbahn mit Achter- oder Zehnerkabinen die Gäste in das Skigebiet bringen.

Anstelle der Doppelsesselbahn soll in Zukunft eine Einseilumlaufbahn mit Achter- oder Zehnerkabinen die Gäste in das Skigebiet bringen.

Der  von Lugger als „Tilliacher Million“ bezeichnete Anteil der einheimischen Gesellschafter sei der Schlüssel, um das Gesamtprojekt finanzieren und Fördermittel lukrieren zu können. Neben einer kleineren Beteiligung soll auch eine Förderung des Tiroler Wirtschaftsförderungsfonds für Kleinstskigebiete fließen. „Einen großen Anteil am ausgezeichneten Funktionieren unserer kleinen Bergbahnen-Gesellschaft hat neben der Bevölkerung auch unsere überaus tüchtige Belegschaft“, so Sepp Lugger abschließend.

Übrigens: Am kommenden Sonntag, 1. Dezember 2013, stehen beim Gratis-Skitag der Obertilliacher Bergbahnen dem Wintersportler alle Anlagen kostenlos zur Verfügung.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Obertilliacher Bergbahnen, R. Mühlburger

 

28. November 2013 um