Bergbäuerliche(r) LandschaftsführerIn: Ausbildung in Osttirol über Maschinenring

Botschafter bäuerlichen Lebens werden. Der Maschinenring Osttirol und die Firma REVITAL Integrative Naturraumplanung planen den Lehrgang-Auftakt für Freitag, 9. April 2021.

Wie ist unsere Kulturlandschaft entstanden? Was unterscheidet sie von der Naturlandschaft? Welche Tiere und Pflanzen leben hier? Welche Rohstoffe und bäuerlichen Produkte bringt sie hervor? Welchen Beitrag können wir für den Erhalt der bergbäuerlichen Landschaft leisten? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die TeilnehmerInnen des zweiteiligen Lehrgangs, den der Maschinenring Osttirol in Zusammenarbeit mit den Naturraumexperten der Firma REVITAL organisiert. Der Beginn wurde auch wegen Corona mehrmals verschoben, wird aber jetzt wieder ins Auge gefasst.

 

 

Besonders in Hinblick auf Urlaub am Bauernhof erhält man wichtiges Know-How über die landschaftsverträgliche, touristische Vermarktung, und auch der Blickwinkel sowie die Wertschätzung der bergbäuerlichen Kultur wird erweitert. Die Ausbildung eröffnet dadurch die Möglichkeit, sich ein zusätzliches Einkommen zu schaffen und richtet sich vor allem an BewohnerInnen der bergbäuerlichen Kulturlandschaft, bevorzugt LandwirtInnen mit und ohne Urlaub am Bauernhof, aber auch an SchutzgebietsbetreuerInnen, WanderführerInnen, Tourismusvereine, Hotellerie, Gastwirtschaft und naturinteressierte Personen.

Landschaftsplaner, Biologen, Erlebnispädagogen und Tourismusexperten führen in zwei Modulen durch den vom Maschinenring angebotenen Lehrgang. Die Teilnehmenden erfahren dabei noch viel Unbekanntes über ihre Kulturlandschaft. Sie gewinnen Kenntnisse in Sachen Biologie, Ökologie und Naturschutz, lernen Wichtiges zu alten Nutztierrassen und kulturellen Zeugnissen.

 

 

Das Wissen weitergeben

Ihr Wissen gibt auch die Bäuerin Margit Steiner vom Gerlhof am Nußdorfer Berg weiter. „Unsere Gäste bekommen einen Einblick in eine Welt, nach der sie sich irgendwie sehnen – mit all den Schätzen und der Apotheke vor der Haustür. Bei dem Kurs kann ich lernen, wie ich das am besten vermitteln kann.“  Und so bekommen die KursteilnehmerInnen das richtige Werkzeug an die Hand, um ihr Wissen weiterzugeben, in Erinnerung zu bleiben, selbstständig Ideen zu entwickeln und umzusetzen. „Wenn ich meinem Gast viel erzählen kann, fühlt er sich wie wir auch als Teil der Geschichte“, ist die Bäuerin überzeugt.

 

 

Blick über den Tellerrand

Zwar liegt der Fokus auf den regionalen Besonderheiten. Doch als „Transnationales LEADER-Projekt“ wird der Kurs länderübergreifend mit Landwirtschaften in der italienischen Region Veneto/Venetien stattfinden. Und wer bisher meinte, er hätte nichts zu erzählen, wird über die Vielfalt staunen, aus der sich unzählige interessante Geschichten ergeben. „Hier wird der Bauer zum Storyteller, und mit all den lässigen Geschichten kann man jeden Tag etwas Neues erfahren, ohne das Gefühl des Lernens zu haben.“ Die KursteilnehmerInnen haben über das RMO die Möglichkeit, zwei Tage lang bei und mit den italienischen Projektpartnern zu verbringen. Das ermöglicht interessante Einblicke in andere Sicht- und Arbeitsweisen.

Der Lehrgang-Auftakt ist gemeinsam mit dem Maschinenring Osttirol und REVITAL Integrative Naturraumplanung für den 9. April 2021 geplant. Derzeit sind noch Plätze frei.

Weitere Informationen:
https://www.maschinenring.at/maschinenring-service-tirol-reg-genmbh/lehrgang-zum-bergbaeuerlichen-landschaftsfuehrer-ab-herbst-2020

 

Text: Redaktion, Fotos: Martin Lugger, Gerlhof, Maschinenring Osttirol

11. März 2021 um