Bauernbund: „Pro-Wolf-Aktion des VGT ist weltfremd und realitätsfern!“
Bauernbunddirektor Peter Raggl kritisiert den Protest „Pro-Wolf“ in Innsbruck aufs Schärfste und ruft den VGT zu mehr Faktenübermittlung statt Märchenstunden auf.
Für Kopfschütteln beim Tiroler Bauernbund sorgt eine geplante Protestaktion des VGT in Innsbruck: „Im Herzen einer Stadt organisiert der VGT eine Transparentaktion PRO Wolf, also örtlich gesehen genau so weit weg vom Problem wie auch thematisch“, so Bauernbunddirektor Peter Raggl.
„Wenn Schafe auf den Almen gerissen werden und jämmerlich zu Grunde gehen, dann schweigen diese Tierschützer und fordern stattdessen eine Ansiedelung der großen Raubtiere Wolf und Bär in Tirol.“ Derzeit gibt es rund 25.000 Wölfe in Europa. Jedes Jahr kommen 30 Prozent dazu. Alleine in drei Jahren verdoppelt sich daher die Population. „Gibt es im Alpenraum keine Regulierung des Wolfsbestandes, wird das seit mehreren Jahrtausenden auf unseren Almen ausgeübte Kulturgut der Weidehaltung in sehr kurzer Zeit aussterben. Das nimmt der VGT als Gegenleistung für die ungebremste Ansiedlung der Wölfe gerne in Kauf”, heißt es in der Aussendung.
Raggl mahnt zudem vom VGT Hausverstand und mehr Sinn für die Realität und das Tierwohl heimischer Weidetiere ein. „Die Erzählungen von funktionierendem Herdenschutz insbesondere in der Schweiz sind erwiesenermaßen ein Märchen, das nicht wahrer wird, auch wenn man es immer wieder neu formuliert. Mehr als 30 Prozent der Schafhalter in der Schweiz sind vor den Raubtieren Wolf und Bär in die Knie gegangen und haben ihre Stalltüren bereits für immer geschlossen“, so Raggl.
Auch die zitierten Pilotprojekte im Tiroler Oberland seien laut Bauernbunddirektor nur mit einem übermäßigen finanziellen Aufwand und auf einigen wenigen Almen machbar und teilweise mit einem enormen Hirtenwechsel verbunden gewesen. „Im Übrigen weiß man nicht, ob die Herdenschutzprojekte auch bei tatsächlicher Anwesenheit eines Wolfes funktioniert hätten“, schließt Raggl.
Text: Redaktion, Symbolfoto: AdobeStock/Jutta Adam