Austrian Power Grid stellte in Osttirol Pläne für Südverbindung Lienz vor

Die vor rund 70 Jahren in Betrieb genommene 220-kV-Leitung vom Umspannwerk Lienz bis zur italienischen Staatsgrenze wird erneuert. Die neue Leitung ist 34,9 km lang und hat 122 Maste.

Die APG lud am 30. August im Lindensaal in Amlach und am 31. August im Kultursaal in Obertilliach GrundeigentümerInnen sowie interessierte BürgerInnen zu Projekt-Informationsveranstaltungen ein, um die Details zur Erneuerung der Südverbindung Lienz zu besprechen.

Um die sichere Stromversorgung in der Region auch für die nächsten Generationen zu gewährleisten, wird die 220-kV-Leitung der APG vom Umspannwerk Lienz bis zur italienischen Staatsgrenze (Südverbindung Lienz) erneuert. Damit stellt die APG die erforderlichen Kapazitäten für die Energiezukunft bereit und sorgt für eine sichere Stromversorgung sowie nachhaltige Zukunftschancen für Gesellschaft, Wirtschaft und Tourismus in der Region.

Die Anforderungen der Stromzukunft steigen stetig an, so auch in Osttirol und Kärnten. Der Zuwachs an Verbrauchern, der regionale Bedarf an erneuerbaren Energien sowie künftige energiewirtschaftliche Entwicklungen in der Region erfordern ein leistungsstarkes Stromnetz. Daher muss auch die Südverbindung Lienz neu gebaut werden.

Die Erneuerung wird zum größten Teil standortident auf der bestehenden Trasse erfolgen. Es wird aber auch Optimierungen hinsichtlich des Abstands zu Anrainern, zu Entwicklungsbieten der Gemeinden sowie möglichen Naturgefahren geben. Konkret wird in den Gemeindegebieten in Tristach, Amlach, Leisach, Ober- und Untertilliach von Siedlungsgebieten abgerückt und so eine Verbesserung herbeigeführt.

 

 

UVP-Verfahren startet nach Abschluss der Planungsphase

Nach den exakten Planungen wird ein UVP-Verfahren gestartet. Die Umweltverträglichkeitsprüfung ist das strengste Prüfungs- und Genehmigungsverfahren für Infrastruktur- und Bauvorhaben in Österreich. Mit der UVP wird durch die prüfenden Behörden (Land Tirol) sichergestellt, dass das gesamte Projekt transparent und detailliert dargestellt wird und alle Beteiligten (wie zum Beispiel GrundeigentümerInnen, Gemeinden und Verfahrensparteien) partizipieren bzw. Einsicht und Stellung nehmen können. Die bauliche Umsetzung des Projekts ist von 2027 bis 2029 geplant.

Mehrwert für die Region

Neben der Erhöhung der Versorgungssicherheit – auch das Verteilernetz in Osttirol wird durch die Erneuerung verstärkt abgestützt – ist die modernisierte Leitung wesentlich, um das Potenzial für die Integration von erneuerbaren Energien zu erhöhen. Denn die Erreichung der Klima- und Energieziele, der zunehmende Stromverbrauch sowie künftige energiewirtschaftliche Entwicklungen in der Region erfordern ein leistungsstarkes Stromnetz.

Darüber hinaus zeigen die aktuellen Entwicklungen der Strom- und Energiepreise sowie die geopolitischen Entwicklungen in der Ukraine, wie wichtig eine rasche und sichere Transformation zu einem nachhaltigen Energiesystem ist. Dazu braucht es entsprechende Kapazitäten in den Bereichen Netze, Speicher, Produktion sowie eine umfassende Digitalisierung zur Nutzung der Flexibilitäten bzw. Elastizitäten aller Akteure des Systems.

 

Die Eckpunkte des Projektes Südverbindung Lienz

• Bei der Erneuerung der Leitung werden die bestehenden Leiterseile (Einfach-Seile) durch moderne 2er-Bündel ersetzt, wodurch die Übertragungsleistung der Leitung erhöht und gleichzeitig das Korona-Geräusch (das bekannte Knistern einer Stromleitung) merklich reduziert wird.

• Beibehaltung der Spannungsebene der Leitung von 220 Kilovolt

• Die neuen Maste werden um bis zu 15 Meter höher und dafür schlanker. Bei den elektrischen und magnetischen Feldern werden auf jeden Fall wie schon bisher die Grenzwerte eingehalten, überwiegend kommt es zu Verbesserungen.

• Die neue Leitung ist 34,9 km lang und hat 122 Maste (14 davon in Kärnten).

 

Text: Redaktion, Foto: APG/Josef Inhoeger

04. September 2023 um