Austrian Power Grid AG erneuert 220-kV-Leitung von Osttirol nach Italien
Mit der Erneuerung der bestehenden „Südverbindung Lienz“ soll mehr Sicherheit in der Stromversorgung gewährleistet werden. Das Projekt wird verfahrenstechnisch mittels UVP abgewickelt.
Die vor rund 70 Jahren errichtete 220-kV-Stromleitung führt vom Umspannwerk Lienz in Nußdorf-Debant bis nach Soverzene in Italien. Von der Leitung berührt sind in Österreich die Tiroler Gemeinden Nußdorf-Debant, Lienz, Tristach, Amlach, Leisach, Assling, Untertilliach und Obertilliach sowie die Kärntner Gemeinde Lesachtal. „Die Leitung ist in die Jahre gekommen und muss erneuert werden. Sie soll größtenteils auf der derzeitigen Trasse bestehen bleiben. In Teilbereichen wird sie landschaftlich angepasst. Auch auf Naturgefahren und geänderte Entwicklungen der Siedlungsräume nehmen wir Rücksicht. Optimiert wird auch hinsichtlich des Abstandes zu den Anrainern“, informiert Fritz Wöber von der APG.

Die Trassenlänge beträgt aktuell 29,7 km in Tirol und 3,8 km in Kärnten. 105 Masten mit einer Höhe von rund 30 Metern stehen in Kärnten, 13 Masten in Tirol. „Die Masten werden komplett ausgetauscht. Sie werden schlanker, dafür aber rund 15 Meter höher sein als die bestehenden. Derzeit sind drei Leiterseile vorhanden, nach der Erneuerung werden es in Summe sechs Seile sein. Dadurch kann die Kapazität erhöht werden – die Übertragungsleistung wird sich verdoppeln. Wir kommen dann auf eine Maximalleistung von 500 Megawatt“, so Wöber.
Das Erneuerungsprojekt wird verfahrenstechnisch mittels Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) abgewickelt. „Ein offenes und transparentes Verfahren ist der APG bei der Umsetzung von wichtigen Infrastrukturprojekten ein großes Anliegen. Mit der UVP wird durch die prüfenden Behörden sichergestellt, dass das Projekt detailliert dargestellt wird und alle Beteiligten – wie z.B. Grundeigentümer, Gemeinden und Verfahresparteien – partizipieren und Stellung nehmen können“, erklärt Wöber dazu. Die UVP-Unterlagen sollen Mitte 2024 eingereicht werden. „Wir hoffen, dass wir – wie geplant – im Sommer 2027 mit den Erneuerungsarbeiten beginnen können. Nach zwei bis drei Jahren sollen die Bauarbeiten abgeschlossen werden können.“
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Josef Inhoeger, Grafik: APG