Ausbildung abgeschlossen: Drei neue Waldaufseher für Osttirol

Stefan Unterfeldner (Thurn), Christoph Fankhauser (Matrei i.O.) und Franz-Martin Lang (Virgen) kümmern sich nun unter anderem um die Erhaltung des Schutzwaldes.

140 Jahre nachdem in Tirol der erste sechswöchige „Waldwächterkurs“ abgehalten wurde, haben heuer 18 Waldaufseher und sechs Berufsjäger den mittlerweile 1.800 Stunden umfassenden, einjährigen Ausbildungslehrgang abgeschlossen. Dieser ist Voraussetzung für die Tätigkeit als Gemeindewaldaufseher und findet alle zwei Jahre statt. Auch angehende Berufsjäger müssen die Ausbildung absolvieren.

„Die Waldaufseher tragen in den Gemeinden gemeinsam mit den Waldeigentümerinnen und Waldeigentümern eine große Verantwortung. Denn unser Wald ist Schutzschild, Wirtschaftsfaktor, Erholungsraum und Lebensraum gleichzeitig. Die Waldaufseher kennen den Wald wie ihre Westentasche. Sie sind das personelle Fundament unseres Forstsystems und Sprecher für die Anliegen des Waldes“, gratulierte LH-Stv. Josef Geisler den frisch gebackenen Waldaufsehern anlässlich der Woche des Waldes vom 13. bis 19. Juni.

Vielfältige Aufgaben

Die in Tirol tätigen Waldaufseher sind bereits während ihrer Ausbildung Gemeinde-Bedienstete. Nach Abschluss der Ausbildung werden sie von der jeweiligen Bezirkshauptmannschaft als Forstaufsichtsorgane beeidet und erfüllen als solche behördliche Aufgaben. Die Hälfte der Kosten für die Gemeindewaldaufseher übernimmt das Land Tirol. Im heurigen Jahr sind dafür 4,65 Millionen Euro budgetiert.

Naturgefahrenmanagement

237 Waldaufseher sorgen in Tirol nicht nur für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen im Wald, sie kümmern sich auch vorrangig um die Erhaltung des Schutzwaldes und übernehmen mit der jährlichen Begehung der Wildbäche auch wichtige Aufgaben im Naturgefahrenmanagement. 2.700 Kilometer Wildbäche und 25.000 Bauwerke werden jährlich kontrolliert.

Anlaufstelle für Waldbesitzer*innen

„Wir haben in Tirol auch im Wald eine sehr kleinteilige Besitzstruktur. Die Waldaufseher sind deshalb wichtige Ansprechpartner für die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer und beraten diese bei der Wahl klimafitter Baumarten zur Anpassung an den Klimawandel sowie bei der Aufforstung und Pflege. Eine entscheidende Rolle kommt den Waldaufsehern auch bei der gemeinschaftlichen Nutzung und Vermarktung von Rund- und Energieholz zu“, schildert Landesforstdirektor Josef Fuchs einen Teil des breiten Ausgabenspektrums der Waldaufseher. Die Landesforstdirektion ist für die Ausbildung der Waldaufseher verantwortlich.

 

Text: Redaktion, Foto: Land Tirol/Noichl

24. Juni 2022 um